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Gross, der zuversichtliche Pragmatiker

Der Trainer des VfB Stuttgart freut sich auf die kommenden Herausforderungen gegen besser platzierte Gegner

  VfB-Trainer Christian Gross hat zurzeit sichtlich Spaß an seinem Job. Das soll sich nach den bevorstehenden Aufgaben nicht ändern.Foto: dpa
 

VfB-Trainer Christian Gross hat zurzeit sichtlich Spaß an seinem Job. Das soll sich nach den bevorstehenden Aufgaben nicht ändern. Foto: dpa

 

Stuttgart - Hat der VfB Stuttgart nun endlich das Ende des Abstiegskampfes ausgerufen und bläst in der Fußball-Bundesliga zur Aufholjagd auf die internationalen Plätze? Noch nicht ganz. Trainer Christian Gross formuliert vor dem Spiel morgen (15.30 Uhr) bei Werder Bremen aber zumindest die Vorgabe, „den Abstand zu den führenden Mannschaften zu verkürzen“.

Von Sigor Paesler

16 Punkte Abstand auf den Relegationsplatz, 5 auf einen Rang, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt - das ist aber nicht der Grund, warum sich Gross momentan nicht mit unteren Tabellenregionen befasst. Der Schweizer als Pragmatiker. „Wir treffen jetzt auf Gegner, die vor uns stehen. Deshalb müssen wir in der Tabelle nach oben schauen“, sagt er ganz trocken. Die Bremer stehen um zwei Plätze und vier Punkte besser als der Tabellenachte Stuttgart da. Am kommenden Freitag geht es zum FC Schalke, der zurzeit als Dritter 14 Punkte mehr auf dem Konto hat.Gross ' Realismus darf aber nicht mit Pessimismus verwechselt werden. Der Mann ist ganz entspannt und sprüht nur so vor Fußballfreude. Von „großen Herausforderungen, an denen wir weiter wachsen können“ spricht er. Aber er brennt darauf: „Jetzt kommen die Aufgaben, an denen der VfB Stuttgart gemessen werden will.“ Also doch, die Mission „Klassenverbleib sichern“ ist erfüllt. Nur sieht der Coach keinen Grund, das auch so zu sagen - mit seinem Understatement ist er zuletzt gut gefahren.

Seine Zuversicht lässt sich auch daran ablesen, wie er die Länderspielreisen vieler Stuttgarter Spieler beurteilt. Statt über die Zusatzbelastung zu klagen, sagt er: „Ich finde es toll, dass sie so viel eingesetzt wurden.“ Serdar Tascis und Cacaus Auftritt beim 0:1 des DFB-Teams gegen Argentinien lobt er, ebenso die Torschützen Zdravko Kuzmanovic (3:0 mit Serbien gegen Algerien) und Alexander Hleb (3:1 mit Weißrussland gegen Armenien) - nicht ohne von Hleb endlich auch „Zählbares“ im Stuttgarter Dress zu verlangen.

Keine Festlegung in der Torwartfrage

Weniger erfreut ist Gross natürlich über die Verletzung von Ersatz-Torhüter Sven Ulreich, der sich beim 2:2 des U-21-Teams gegen Island einen Bruch des Wadenbeinköpfchens im linken Knie zugezogen hat. Obwohl gestern festgelegt wurde, keine Operation durchzuführen, wird der 21-Jährige bis zum Ende der Saison ausfallen. „Für ihn persönlich tut es mir sehr leid, der Schaden aber hält sich in Grenzen“, sagt der Coach. Zum einen geht er davon aus, dass Stammkeeper Jens Lehmann so bald nicht mehr ausfallen wird, zudem bezeichnet er Nachrücker Alexander Stolz als „hervorragenden zweiten Mann“.

Nach Aussage von VfB-Manager Horst Heldt hat die Verletzung Ulreichs Chancen im Hinblick auf die kommende Saison nicht verschlechtert. „Die Rehabilitation dauert sechs bis acht Wochen, das tangiert die Planungen nicht ansatzweise“, verkündet er. Festlegen will sich der Verein auf dieser „brisanten Position“ (Gross) aber noch nicht.

 

Artikel vom 05.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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