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Der Blick geht nach unten

Michael Hütt, der Trainer des TV Nellingen, zweifelt an der Einstellung seiner Mannschaft - „Wir haben nicht viel Zeit“

  Der TV Nellingen (vorn Sertac Degirmenci) ist in der Hinrunde oft ins Straucheln geraten.Foto: Rudel
 

Der TV Nellingen (vorn Sertac Degirmenci) ist in der Hinrunde oft ins Straucheln geraten. Foto: Rudel

 

Ostfildern - Zumindest um einen bespielbaren Trainingsplatz musste sich der Fußball-Landesligist TV Nellingen keine Sorgen machen. In der Sportschule Ruit durfte das Team den beheizten Kunstrasen benutzen. Ansonsten gibt es wenig Anlass zur Freude: Der TVN blieb weit hinter den Erwartungen zurück und schwebt als Zwölfter in Abstiegsgefahr, Trainer Michael Hütt zweifelt an der Einstellung der Spieler und hat angekündigt, den Verein zum Saisonende zu verlassen.

Von Michael Panzram

Michael Hütt klingt in diesen Tagen nicht gerade glücklich. Wer den Trainer über das Nellinger Team sprechen hört, muss davon ausgehen, dass die letzte Halbsaison droht, zur schwierigsten in seiner fünfjährigen Amtszeit zu werden.Der TV Nellingen steht auf Platz zwölf, hat unmittelbaren Kontakt zur Abstiegszone, bisher erst vier Spiele gewonnen - und laut Hütt ein Mentalitätsproblem: „Es fehlt an Einsatzbereitschaft und Siegeswillen. So ist es schwierig zu gewinnen“, sagt der Trainer. Teilweise habe er zwar in der Vorbereitung „richtig gute Ansätze“ gesehen. Dafür sei die Trainingsbeteiligung nicht so gewesen, „wie ich es in dieser Situation erwartet hätte“.Dabei hatten die Nellinger mit die besten Voraussetzungen, die sich ein Verein bei den schwierigen Wetterbedingungen wünschen kann. Während sich andere Teams oft aufs Lauftraining beschränken mussten, hatte der TVN mit dem beheizten Kunstrasen in der Sportschule Ruit durchgehend die Gelegenheit, sein Pensum durchzubringen. Von den sieben Vorbereitungsspielen gewannen die Nellinger zwei (2:1 gegen den VfB Oberesslingen/Zell und 2:1 gegen den VfL Herrenberg), gegen den Verbandsligisten Frickenhausen gab es ein 1:1. Niederlagen setzte es gegen die höherklassigen Teams Freiberg (0:3), Nagold (1:2), Stuttgarter Kickers II (1:5) und Rutesheim (1:5).Besonders geschmerzt hat Hütt, dass mit Ingo Franz (gerade erst wieder im Training), Johannes Bruns (seit September verletzt) und Patrick Kannberg (Leistenverletzung) drei Führungsspieler nicht einsatzfähig waren.

Der letzte Wille fehlt

Die Qualität, in der Landesliga zu verbleiben, bescheinigt der Trainer der Mannschaft. Allerdings fehle vielen die Bereitschaft, „an den Punkt zu gehen, wo es weh tut“. Gerade in den Spielen gegen Mannschaften, mit denen sich Nellingen, das in den vergangenen beiden Spielzeiten Fünfter und Sechster wurde, auf Augenhöhe sah, habe „der letzte Wille gefehlt“.

„Ich sehe das Problem weniger bei mir. Ich schaffe das“, sagt Hütt, der trotzdem überzeugt ist, die Nellinger aus der Abstiegszone zu führen. Dabei helfen sollen auch Tobias Mattl und Marian Hafner, die aus der zweiten Mannschaft aufgerückt sind. Einziger Abgang in der Winterpause war Tobias Wrobel, der zum FV Neuhausen gewechselt ist.

Erste Gelegenheit, dem Trainer zu zeigen, dass es doch kein Mentalitätsproblem gibt, haben die Nellinger Spieler am Sonntag (15 Uhr). Dann geht es gegen den Tabellenfünften SSV Ulm 1846 II. Hütt setzt klar auf einen Erfolg gegen den Favoriten, denn „wir haben nicht viel Zeit“.

 

Artikel vom 05.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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