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Kein klarer Favorit

Der TSV Neuhausen und andere Teams wollen die Serie des TSV Deizisau beenden

 
 
 

Esslingen (red) - Favorit ist natürlich Seriensieger TSV Deizisau. Oder diesmal doch Regionalliga-Konkurrent TSV Neuhausen? Der EZ-Handball-Pokal vom 4. bis 6. Januar in der Esslinger Neckarsporthalle, der von Toto-Lotto und Göppinger Mineralwasser unterstützt und von der HSG Ostfildern ausgerichtet wird, verspricht jedenfalls Spannung wie selten.

Die 750 Euro Siegprämie sollten die Deizisauer jedenfalls noch nicht sicher einplanen. Aber auch der Zweite erhält ja noch 500, der Dritte 300 und der Vierte 200 Euro. Höher zu bewerten wäre aber wohl das Selbstvertrauen, das ein erneuter Triumph den in der Liga abstiegsbedrohten Deizisauern bringen würde. Aber die Neuhausener wollen natürlich auch gewinnen und haben zudem noch eine Rechnung offen: In der Tabelle stehen sie zwar zwei Plätze vor den Deizisauern - die 37:40-Niederlage im direkten Aufeinandertreffen war jedoch der Tiefpunkt der Hinrunde für das Team von Trainer Markus Locher. Und dann ist da ja noch der vergangene EZ-Pokal. Die Neuhausener waren gleichzeitig im Ligastress und wurden nur Vierter - hinter dem Finalisten TSV Wolfschlugen und dem TV Plochingen. Und diese beiden Mannschaften werden wie der weitere Württembergligist und Gastgeber HSG Ostfildern alles dafür geben, um wieder weit zu kommen - und vielleicht sogar dafür zu sorgen, dass am Ende weder die Deizisauer noch die Neuhausener jubeln. Wenn nicht gar eines der Top-Teams schon in der Vorrunde stolpert. Es wird spannend.

Gruppe 1

Der TSV Deizisau ist in der Gruppe 1 das Team, das es zu schlagen gilt. „Wir haben beim EZ-Pokal seit 48 Spielen nicht verloren und sind sehr interessiert daran, diese Serie fortzusetzen“, sagt Steffen Rost, der Trainer der Deizisauer. Allerdings wird das Team am Montag in den Gruppenspielen nicht zu viel riskieren, da am Dienstag das wichtige Regionalliga-Spiel bei der HG Oftersheim/Schwetzingen auf dem Programm steht. „Dieses Spiel ist für uns im Abstiegskampf natürlich extrem wichtig“, sagt Rost. „Deswegen werden wir zunächst unsere Kräfte einteilen müssen.“ Doch den hohen Ambitionen tut das keinen Abbruch. „Dennoch wollen wir jedes Spiel gewinnen“, sagt Rost. Den größten Respekt haben die Deizisauer in ihrer Gruppe vor dem HC Wernau . „Das wird sicher keine leichte Aufgabe“, meint Rost.

Wernaus Coach Frank Ziehfreund weiß, dass sein Team von der Papierform her Zweiter werden müsste - aber auch, „dass das nicht so leicht wird“. Zunächst ist Ziehfreund wichtig, „dass wir uns gut präsentieren, nachdem die Wernauer Mannschaft ein paar Mal nicht dabei war.“ Zudem sollen die Spieler aus der zweiten Reihe die Chance bekommen, sich für die restlichen Liga-Spiele anzubieten.

Gruppe 2

Erst im Finale unterlagen die Handballer des TSV Wolfschlugen im vergangen Jahr dem TSV Deizisau. „Wir haben damals eine gute Leistung gezeigt und wollen beweisen, dass das kein Zufall war“, sagt Wolfschlugens Trainer Florian Beck. Nach der tollen Hinrunde in der Württembergliga, die der TSV als Dritter beendete, wollen die Wolfschlugener auch im neuen Jahr angreifen. Dass der EZ-Pokal nach ihrem Trainingsbeginn heute in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Rückrundenstart am kommenden Samstag liegt, macht dem Coach nichts aus. „Im Gegenteil, aus sportlicher Sicht ist der Pokal daher umso wichtiger für uns“, betont er.

Der Hauptkonkurrent der Wolfschlugener ist auf dem Papier der TV Plochingen . „Wir wollen gegen Kirchheim und Vaihingen souverän auftreten“, sagt TVP-Coach Volker Greiner. „Gegen Wolfschlugen wird sich dann entscheiden, wer Gruppensieger wird.“ Dann sei in der K.o.-Phase vieles möglich. „Durch die kurze Spielzeit kann man auch mal einen höherklassigen Verein etwas ärgern“, sagt Greiner. Die Vorfreude ist in Plochingen jedenfalls spürbar. Greiner: „Die Atmosphäre beim EZ-Pokal ist immer toll - das wird sich auch in diesem Jahr mit Sicherheit nicht ändern.“

Gruppe 3

Mindestens das Viertelfinale erreichen, das ist das Ziel der HSG Ostfildern . „Wir hatten eine erfolgreiche Vorrunde und sind gut drauf“, sagt Andreas Losert, Trainer des Württembergligisten. Losert setzt die Messlatte hoch an: „Wir wollen in unserer Gruppe jedes Spiel gewinnen.“ Der Trainer unterschätzt die Gegner jedoch nicht: „Gegen die TG Nürtingen haben wir in der Runde mit einem Tor Unterschied verloren. Das Spiel war sehr ausgeglichen.“ Und auch die SG Hegensberg/Liebersbronn und die HSG Ebersbach/Bünzwangen sieht der Coach nur als vermeintlich schwächer an. „Gegen die zwei Teams müssen wir auf jeden Fall gewinnen, um ins Viertelfinale zu kommen“, betont Losert. Beim EZ-Pokal plant der Trainer, alle Spieler zum Zug kommen zu lassen und auch A-Jugendlichen eine Gelegenheit zu Spielen zu geben.

Zwei Württembergligisten, ein Landesligist und ein Team aus der Bezirksklasse: Natürlich ist die SG Hegensberg/Liebersbronn in dieser Gruppenkonstellation der Außenseiter. Der Tabellenfünfte der Bezirksklasse dürfte aber dennoch alles geben und es den Großen so schwer wie möglich machen. Zumal die Spieler nur beim EZ-Pokal vor so vielen Zuschauern spielen.

Gruppe 4

„Der EZ-Pokal ist äußerst wichtig für uns“, sagt der derzeit verletzte Spieler und Pressewart Daniel Hebisch vom Regionalligisten TSV Neuhausen . Für den Favoriten der Gruppe 4 kann nur der Titel das Ziel sein. Hebisch warnt vor einer Unterschätzung der Vorrundengegner, räumt aber zugleich ein, dass der Landesligist Team Esslingen und die zwei Bezirksligisten TSV Denkendorf und tus Stuttgart den Neuhausenern normalerweise nicht gefährlich werden können. „Wir müssen und werden mit der nötigen Einstellung in das Turnier gehen und die Souveränität zeigen, die von uns erwartet wird“, betont Hebisch.

Das Team Esslingen setzt klare Prioritäten nach Platz zwei in der Landesliga-Hinrunde. „Bei unserer Ausgangslage liegt unser Hauptaugenmerk auf der Liga“, sagt Trainer Thomas Freiwald. „Dennoch nehmen wir den EZ-Pokal nicht auf die leichte Schulter.“ Die Esslinger wollen in die Runde der letzten Acht. Freiwald: „Das haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft.“ Zudem nennt der Coach drei Gründe, warum er sich auf den EZ-Pokal freut: „Erstens: Man trifft die ganze Handballfamilie wieder. Zweitens: Wir Trainer können uns austauschen. Und drittens: Es gibt tollen Handball zu sehen.“

 

Artikel vom 02.01.2010 © Eßlinger Zeitung

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