Der Organisations-Libero
Stephan Schnabel und seine 69 Helfer vom SC Altbach stemmen den EZ-Pokal mit vereinten Kräften
Altbach - Am vergangenen Freitag um 17 Uhr stehen sich der TSV RSK Esslingen und der TSV Berkheim gegenüber. Der Ball liegt auf dem Mittelpunkt und der Schiedsrichter greift zur Pfeife. Start frei zum EZ-Pokal. „Wir haben uns am Ende gesagt, jetzt wird es Zeit, dass es losgeht“, beschreibt Stephan Schnabel, Fußball-Abteilungsleiter des SC Altbach, die Vorfreude der Ausrichter nach monatelanger Vorbereitung.
Bevor es los ging, hatten Schnabel und sein Team jede Menge zu organisieren: Jemand musste sich um die beiden Fußballplätze kümmern, die Finanzen im Auge behalten, die 16 Mannschaften betreuen, Getränke für die Zuschauer bestellen und vieles mehr. Schnabel musste jedoch nicht alles selbst machen. Er bekam Hilfe von zehn Mit-Organisatoren, die sich um die Einzelheiten kümmerten. Doch auch die hatten reichlich Unterstützung im Verein: Insgesamt 70 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Angefangen hat die Organisation des EZ-Pokals bereits im Oktober 2009. „Als erstes haben wir ein Brainstorming gemacht, was wir alles für das Turnier machen müssen“, erzählt Schnabel. Dann verteilten sie die Aufgaben. Ganz bei Null anfangen brauchten sie nicht, denn schon 2001 richtete Altbach den EZ-Pokal aus. „Von den elf Organisatoren waren fünf schon vergangenes Mal im Team“, konnte Schnabel auf reichlich Erfahrung zurückgreifen.
Unterstützung gab es auch aus Esslingen. Die „Waldhäusles Hexa Sirnau“ rückten gleich mit 20 Frauen an, verkauften Kuchen und gaben Auskünfte am Infostand. „So eine Einrichtung hat es beim EZ-Pokal bisher nicht gegeben. Wir wollten so die Turnierleitung entlasten“, berichtet Schnabel.
„Am häufigsten wurde nach Wertmarken, T-Shirts und Sprudel gefragt“, erzählt Volker Schurr, der Dienst am Stand hatte.
Regenmassen am Finaltag
Am Tag vor Turnierbeginn regnete es den ganzen Tag - wie gestern ab dem Halbfinale auch. Abends konnten nicht alle Bänke aufgestellt werden. „Einen Teil der Bänke haben wir dann Freitagmorgen noch aufgebaut.“ An dem Tag war Schnabel um 9 Uhr mit einem Gemeindevertreter auf dem Platz, um zu schauen, wie der Rasen die Wassermassen verkraftet hat. „Das Spielfeld sah sehr gut aus. Auch an den Stellen, wo das Wasser sonst schlecht abfließt, war alles okay“, erzählt er. Bis gestern. Während des ersten Halbfinales schüttet es wie aus Eimern, das Wasser stand auf dem Rasen - da ist die beste Organisation machtlos. Das zweite Halbfinale und das Endspiel fanden auf dem Nebenplatz statt, um das Hauptspielfeld nicht vollends zu zerstören.
Schnabel spielte nicht nur bei der Organisation eine tragende Rolle, sondern auch bei seinem Sohn Gianpaolo. Er trug den Dreijährigen über den Fußballplatz. „Das Turnier ist auch für ihn ein Highlight“, scherzte der Abteilungsleiter. Schnabel kümmerte sich fast um alles. Der 33-jährige Organisations-Libero klaubte verirrte Bälle aus dem Gebüsch und sorgte für Nachschub bei Essen und Trinken. Der Hunger nach Brötchen und Brot und der Bierdurst war schon am ersten Abend stärker als erwartet.
An den Ständen gab es Bier, Pommes frites und Putenstreifen mit Currydip. „Es gibt viele muslimische Fußballer. Die wissen oft bei Würsten nicht, ob da wirklich kein Schweinefleisch drin ist“, sagte Ulrike Seifried von Seifried`s Hoflädle. Darum boten sie die Putenstreifen als Alternative an.
Wird der SC Altbach noch mal den EZ-Pokal ausrichten? Schnabel lacht. „Jetzt machen wir erstmal Pause.“ Denn die Organisation war schon zeitintensiv, zieht er Bilanz.



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