POKALGEFLüSTER
Pfiffige Frau und feixender Hütt
Sandra Bausch schreibt Geschichte, Nellingens Ex-Coach pausiert gerne - und die Kuchen gehen weg wie warme Semmeln
Altbach - Großzügige Spenden, zufriedene Ex-Trainer, berühmte Nationalspieler, auffällige Unparteiische - beim EZ-Pokal gibt es stets auch Gesprächsthemen jenseits des Spielgeschehens.
Heimspiel für den Schiedsrichter: Arno Blos hatte es zum Pokalgelände nicht weit. Der Schiedsrichter vom SC Altbach, der in der 3. Liga pfeift, wohnt „auf dem Buckel“ in Altbach und freute sich, beim Pokalturnier seines Heimatvereins im Einsatz zu sein. Er schaute den neuen Referees der Schiedsrichtergruppe Esslingen zu und leitete das verregnete Halbfinale zwischen Nellingen und Oberesslingen/Zell sowie das Finale. Unter strenger Beobachtung übrigens: Seine sieben Monate alte Tochter Angelina lag im Kinderwagen am Spielfeldrand und verfolgte jede Aktion des Papas ganz genau - mit einem zufriedenen Lächeln. Und auch der 31-Jährige strahlte nach den beiden Partien unter seiner Leitung: „Herrlich, das hat Spaß gemacht.“ Das nächste Mal greift Blos am Wochenende im DFB-Pokal wieder zur Pfeife.
Die erste Frau: Am Samstag gab es beim EZ-Pokal bei der Partie FV Neuhausen gegen FV Plochingen ein absolutes Novum - erstmals in der 37-jährigen Turniergeschichte tanzten die Fußballer nach der Pfeife einer Frau. Sandra Bausch ist die erste Schiedsrichterin beim EZ-Pokal, was sie als „Riesen-Ehre“ empfindet. Sie pfeift für die Spvgg Rommelshausen und wohnt in Plochingen. Die 22-Jährige ist seit 2006 Schiedsrichterin und hat es bereits bis in die Männer-Bezirksliga geschafft. Gelegentliche diskriminierende Rufe vom Platzrand nimmt sie locker: „Es birgt halt immer Konfliktpotenzial, wenn eine Frau pfeift.“ Nach ihrem allerersten EZ-Pokal-Spiel übte Sandra Bausch angenehme Selbstkritik und räumte ein, dass sie mit ihrer Leistung in dieser Partie unzufrieden war.
Intemperante spendet: Es gehört zum EZ-Pokal wie der Ball zum Spiel: Gaetano Intemperante, der für den TSVW Esslingen aktiv ist, spendet jedes Jahr 50 Euro. Der Grund: Seine Tochter Mia hat immer beim EZ-Pokal Geburtstag. Am Sonntag feiert sie ihren siebten Geburtstag. Dieses Jahr darf sich die Esslinger Schiedsrichtergruppe über die 50 Euro freuen.
Hütts Selbstversuch: Der Mann schaut wenig überrascht. „Hallo, Michael Hütt, haben Sie wirklich noch keinen neuen Verein?“ Die Antwort kommt blitzschnell und mit einem freundlichen Lächeln unterlegt: „Das fragt mich jeder. Nein, ich habe wirklich keinen neuen Verein.“ Der bisherige Trainer des Landesligisten TV Nellingen hat seine Ankündigung wahr gemacht und legt eine Pause ein. „Das hat mir keiner geglaubt“, erzählt er grinsend und offensichtlich hat er sich selbst nicht so richtig über den Weg getraut. „Es ist ein Selbstversuch - und Sie sehen ja, dass es mich an den Ort des Geschehens zurückzieht“, sagt er, nachdem er das Spiel seiner ehemaligen Schützlinge gegen die Wernauer SF beobachtet hat. Vielleicht gibt es ja irgendwann einen Club, der den Mann erlöst.
Serdar Tasci und der SCA: Seit kurzer Zeit hat EZ-Pokal-Gastgeber SC Altbach den ersten WM-Spieler seiner Vereinsgeschichte. Als Innenverteidiger Serdar Tasci vom VfB Stuttgart beim Turnier in Südafrika in der Nachspielzeit im Spiel um Platz drei zu seinem einzigen WM-Einsatz eingewechselt wurde, war der Jubel in Altbach groß. Bis zum zweiten Jahr der E-Jugend kickte Tasci beim SCA. Noch heute sind einige Akteure des aktuellen Altbacher Kaders mit dem prominentesten Ex-Spieler des Vereins befreundet. Einen offiziellen Kontakt zwischen Tasci und dem SCA gibt es aber nicht mehr. Keiner im Club kann sich erinnern, wann sich der 23-Jährige, der vor ein paar Jahren von Altbach nach Aichwald umzog, zuletzt beim SCA blicken ließ.
Robuste Sehhilfe: Ein besonders markantes Gesicht auf dem Sportplatz ist Patrick Eberhard. Der Verteidiger des VfB Oberesslingen/Zell spielt stets mit einer Sportbrille aus Weichplastik, die um sein Haupt geschnürt ist. „Da kann alles draufkommen, die geht nicht kaputt“, sagt der 21-Jährige, dessen Augen keine Kontaktlinsen vertragen. Seit drei Jahren läuft er schon mit der robusten Sehhilfe auf und fühlt sich damit kein bisschen eingeschränkt.
Gute Ausdauer: Nach den Fußballspielen ging am Samstagabend zwischen den beiden Plätzen des SC Altbach die Party los. Die Band „FunkU“ sorgte mit Rocksongs für Stimmung. Noch bis 2.30 Uhr feierten Spieler und Fans. Dabei gingen 40 Liter Jack Daniele_SSLqs-Cola und 30 Liter Wodka-Red-Bull über die Theke. Als letztes Lied der Partynacht lief „Waka-Waka“ und wurde laut mitgesungen.
Große Nachfrage nach Süßem: Gleich 22 Kuchen hatten Helfer und Mitglieder des SC Altbach sowie der „Waldhäusles Hexa Sirnau“ gebacken. Das Süße kam richtig gut an. Denn die Besucher des EZ-Pokals hatten mächtig Appetit auf Selbstgebackenes. Gestern um 15.10 Uhr waren nur noch Reste eines Käse- und wenige Stücke eines Bananen-Nusskuchens übrig.



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