Kampfansage an die Favoriten
Der Vorjahressieger TV Nellingen und der TSV RSK Esslingen bekommen es mit ehrgeizigen Gegnern zu tun
Martin Schmid, Spielleiter der Kreisliga-A-Mannschaft SG Eintracht Sirnau, sieht den Bezirksligisten VfB Reichenbach als Favorit in der dritten Gruppe. „Wir möchten den zweiten Platz erreichen“, umschreibt er das Ziel. Damit wäre die SG im Viertelfinale. Aber Schmid weiß, dass es beim Fußball auch auf die Tagesform ankommt. Lars Klier, der Trainer des TSV Lichtenwald, ist realistisch, wenn er die Chancen der Kreisliga-B-Mannschaft einstuft: „Wir sind klarer Außenseiter.“ Und dann sind aus dem Kader von 39 Spielern, aus denen sich die zwei Mannschaften des Vereins rekrutieren, elf im Urlaub und zwei verletzt. „Wir können das aber auffangen.“ Das Lichtenwalder Team will „vernünftigen Fußball“ spielen. Als Favorit sieht er den VfB Reichenbach. „Der hat in der Bezirksliga vorne mitgespielt und hat eine gute Truppe“, sagt Klier anerkennend.
Esslingen - Es ist so weit: Heute ab 17 Uhr rollt der Fußball beim SC Altbach. Der Ausrichter des 35. EZ-Pokals ist bestens für das dreitägige Traditionsturnier gerüstet. Das von Göppinger Mineralwasser unterstützte Fußballfest verspricht guten Sport und reichlich Spannung. Natürlich sind die beiden Landesligisten TV Nellingen als Vorjahressieger und der TSV RSK Esslingen die Topfavoriten, doch die Konkurrenz will auch ein gehöriges Wörtchen beim Kampf um den Turniersieg und das Preisgeld von insgesamt 2100 Euro mitreden. Allen voran der Bezirksligist FV Neuhausen. Aber auch die Bezirksligisten VfB Reichenbach und VfB Oberesslingen/Zell haben sich einiges vorgenommen.
GRUPPE 1
Landesligist und Vorjahressieger TV Nellingen gibt sich vor dem Auftaktspiel heute (17 Uhr) gegen den FV Neuhausen vorsichtig optimistisch. „Natürlich sind wir automatisch in der Favoritenrolle“, sagt Spielleiter Udo Kressler, der sich aber zu keiner klaren Zielsetzung durchringen will. „Wir mussten einen großen Aderlass hinnehmen und hatten sehr viele Veränderungen im Kader.“ Deshalb ist für Kressler der EZ-Pokal in erster Linie ein guter Test für die neuformierte Mannschaft. Blamieren wollen sich die Nellinger dennoch nicht. Das Überstehen der Vorrunde ist Pflicht, das Halbfinale will Kressler auf jeden Fall erreichen.
Der Vorjahres-Dritte FV Neuhausen hat sich einiges vorgenommen. Im Auftaktspiel will der Bezirksligist nach Aussage von Spielleiter Alexander Iglhaut dem TV Nellingen „Paroli bieten und einen Punkt abnehmen“. Die Neuhausener treten in ihrer Bestformation an und gehen selbstbewusst in das Turnier. „Wir haben in der Vorbereitung alle Spiele gewonnen und haben in den vergangenen Jahren beim EZ-Pokal immer gut abgeschnitten“, sagt Iglhaut. Sollte dieses Jahr der große Coup gelingen?
Der FV Plochingen rechnet sich nach Aussage von Trainer Thomas Ples-cia „nicht allzu große Chancen aus“. Der Absteiger aus der Kreisliga A hat in Nellingen und Neuhausen „zwei harte Brocken“ in der Gruppe, will sich aber so gut wie möglich aus der Affäre ziehen.
Auch die Wernauer SF gehen realistisch ans Werk. „Wir haben in dieser starken Gruppe wahrscheinlich keine Chance“, macht sich Abteilungsleiter Peter Rüttinger keine Illusionen. „Wir wollen gegen Plochingen gut aussehen und uns ordentlich präsentieren.“
GRUPPE 2
Landesligist TSV RSK Esslingen formuliert die Zielsetzung beim EZ-Pokal äußerst vage. „Wir wollen die Vorrunde überstehen und so weit wie möglich kommen“, sagt Spielleiter Thomas Schuler. Nach dem frühen Aus im WFV-Pokal können sich die Kicker von der Katharinenlinde „voll auf den EZ-Pokal konzentrieren“. Sorgen bereitet Schuler allerdings, dass Torwart Bastian Krenz nach seiner Roten Karte im WFV-Pokal gesperrt ist, und dass der zweite Keeper Torsten Müller erst vor Kurzem aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Deshalb wird Steffen Lenhardt von der zweiten Mannschaft im Kasten stehen. „Wir werden keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen“, warnt Schuler, der den EZ-Pokal als gute Plattform einstuft zu sehen, „was in der Mannschaft schon passt und was nicht“.
„Die Vorrunde überstehen, ohne verbissen zu sein“, ist das Ziel von Michael Erhardt, Trainer des TSV Berkheim. Obwohl die Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga A verpasst hat, lässt sie sich in der Vorbereitung nicht hängen. „Die Mannschaft engagiert sich voll und beweist Charakter“, sagt Erhardt.
Die TSG Esslingen wird wegen vieler Urlauber personell improvisieren müssen, wie Trainer Adrian Caggiano ausführt. „Dennoch werden wir alles daran setzen, den zweiten Platz und damit das Viertelfinale zu erreichen.“
„Wir freuen uns auf das Turnier“, sagt Stefan Simunjak. Der Trainer des SV Mettingen ist sich der Außenseiterrolle des SVM bewusst. „Wir sind aber immer für eine Überraschung gut, haben nichts zu verlieren und können nur gewinnen.“ Der Coach hofft, dass sich die Mannschaft fair und anständig präsentiert.
GRUPPE 3
Kreisliga-A-Aufsteiger SV 1845 Esslingen ist Dauergast beim EZ-Pokal. „Wir müssten bisher zwischen 20 und 25 Mal dabei gewesen sein“, schätzt Trainer Dion Green, der das Team in diesem Jahr als „Außenseiter“ einstuft. Etwa 70 Prozent des Personals der ersten Mannschaft befinden sich im Urlaub. Das Turnier sieht Green als gute Vorbereitung auf die kommende Saison. Ein großer Erfolg wäre für den SV 1845 das Erreichen des Viertelfinales.
„Wir wollen am Finaltag dabei sein“, kündigt Timm Fahrion, der Trainer des TSVW Esslingen (Kreisliga A) an. Einige wichtige Spieler befinden sich im Urlaub, aber Fahrion kann auf einen breiten Kader zurückgreifen. Als Favorit sieht er neben den Landesligisten TV Nellingen und TSV RSK Esslingen den VfB Oberesslingen/Zell. Den EZ-Pokal hält er für ein wichtiges Turnier. „Er ist prestigeträchtig und das Highlight der Vorbereitung.“
Seit vier Wochen trainiert der VfB Reichenbach schon wieder. „Die Spieler sind schon zu 85 Prozent fit“, sagt Abteilungsleiter Cumhur Gedik. „Wir möchten eine sehr gute Platzierung schaffen“, gibt sich Gedik selbstbewusst. Es werden auch Spieler aus der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen.
GRUPPE 4
Das Ziel des Bezirksligisten VfB Oberesslingen/Zell ist klar: „Wir wollen die Gruppenphase überstehen und auf jeden Fall ins Halbfinale kommen“, sagt Trainer Daniel Bohusch. Er weiß aber auch, dass sich die unterklassigen Mannschaften besonders anstrengen werden. „Wir wollen aber versuchen, unser Spiel durchzusetzen“, sagt Bohusch. Dass der VfBO in der Gruppe 4 der Favorit ist, sieht er sportlich. „Wir stellen uns der Herausforderung und gehen gelassen, aber mit dem nötigen Ernst in das Turnier.“
Beim Ausrichter SC Altbach ist die personelle Situation entspannt. „Wir haben keine Verletzten, nur einige wenige Urlauber“, meint Trainer Athanasios Kirkopoulos. Den EZ-Pokal sieht er als größtes Sommerturnier und Teil der Vorbereitung für die Saison. „Wir wollen vor allem guten Fußball spielen.“
„Wir haben bei den Vorbereitungsspielen gute Ergebnisse erreicht. Beim EZ-Pokal sind wir eigentlich richtig gut drauf“, kündigt Dejan Majhen, der Trainer des TSV Denkendorf (Kreisliga A) an. Die Denkendorfer gewannen den EZ-Pokal 2008, belegten im vergangenen Jahr Platz vier und möchten es dieses Mal ins Viertelfinale schaffen. Die personelle Situation kommt ihnen entgegen. „Wir haben nur zwei Verletzte und einen Urlauber und einen großen Kader.“



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