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Über die Grenzen der Schelztorhalle hinaus

Detlef Schnabel bei seinem ersten Eßlinger Zeitung Lauf als Organisationschef – Früher für die EDV und die Startnummern zuständig

 Von Michael Panzram

Esslingen – Die Nacht war kurz, viel geschlafen hat er nicht, und in der Schelztorhalle und drumhereum ist Detlef Schnabel auch schon wieder seit sieben Uhr morgens. Er ist einer der vielen Helfer der TSG Esslingen, die bereits zum elften Mal dabei sind, solange es den Eßlinger Zeitung Lauf eben schon gibt. Doch dieses Mal ist alles ganz anders für Schnabel, denn er ist erstmals Organisationschef und somit hauptverantwortlich für die mehr als 200 Freiwilligen. Nervosität? Fehlanzeige. Handy, Fotoapparat und eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern – das sind die drei Dinge, ohne die Schnabel nicht funktionsfähig wäre. Hängt der 46-Jährige nicht am Mobiltelefon, macht er Bilder von der Strecke, den Verpflegungsständen und den Bereichen für die Startnummern. Erinnerungsfotos sind das allerdings nicht in erster Linie, denn damit dokumentiert Schnabel, was ihm auffällt über die Stunden, bis der EZ-Lauf-Tag gegen 17 Uhr für ihn beendet ist. „Damit können wir später alles nochmal in Ruhe ansehen, wie wir etwas aufgebaut haben und vielleicht im nächsten Jahr verbessern können“, sagt Schnabel.

Erstmals den Lauf aus der Nähe

Schon vor dem Lauf im vergangenen Jahr war klar, dass Werner Pirner den Job als Organisationschef zum letzten Mal machen würde. Der Nachfolger sollte ausreichend Stallgeruch haben, so viel war klar – und als Detlef Schnabel gefragt wurde, ob er diese Aufgabe übernehmen wolle, hat er nach kurzem Überlegen zugestimmt. Für den Job fühlte er sich bereit, denn viel mehr Stallgeruch geht gar nicht. Wobei der Begriff auf Schnabel tatsächlich exakt zutrifft, sein Stall war allerdings bisher immer nur die Schelztorhalle. Jahrelang war er verantwortlich für die gesamte elektronische Datenverarbeitung und für die Startnummernausgabe. Doch dabei konnte er nie während der Läufe an die Strecke kommen, um das Spektakel aus der Nähe zu erleben. „Ich wusste bisher nicht einmal, wie die Strecke genau durch die Innenstadt verläuft“, sagt Schnabel. Das hat sich jetzt geändert. Als neuer Organisationschef pendelt der Stuttgarter zwischen Halle, DRK-Zelt, Start- und Zielbereich hin und her. Auch einen Teil der Strecke ist er am frühen Morgen abgegangen. Gleich startet der erste Schülerlauf. Schnabel erkundigt sich nochmals bei den TSG-Helfern in den gelben T-Shirts, ob alles bereit ist. „Alles klar“, bekommt er als Anwort. Natürlich ist alles bereit, denn die Abläufe sind längst und mehrfach in langen Sitzungen besprochen worden. Die letzte Abstimmung fand am Vorabend mit dem Deutschen Roten Kreuz statt, um die hohen Temperaturen, die zu erwarten waren, einzuordnen. Von seinem Vorgänger Pirner hat Schnabel außerdem noch einige Tipps mit auf den Weg bekommen, und sollte etwas nicht klar sein ist der Weg zu Pirner nicht weit, denn auch er ist nach wie vor als Helfer dabei, wenn auch nicht mehr in der vordersten Position. Die ersten Läufer erreichen das Ziel, Schnabel lässt sich diesen Moment nicht entgehen. Um ihn herum wuselt es vor kleinen Nachwuchsläufern, die erschöpft und glücklich ankommen. Einem Jungen gelingt es nicht gleich, den Zeitmesschip von seinem Schuh zu entfernen. Der Organisationschef kniet sich hin und hilft ihm dabei. „Einfach schauen, wer Hilfe braucht“, umschreibt er seine Arbeit. Hilfe braucht zum Beispiel auch sein Nachfolger als Verantwortlicher für die Startnummern und die EDV. So schaut Schnabel in regelmäßigen Abständen auch wieder in der Schelztorhalle vorbei – an seiner alter Wirkungsstätte.

Zufriedenstellendes Fazit

Immer wieder macht er auch Halt beim Zelt des DRK am Zielbereich. Kontrollieren, wie viele sich bei dieser Hitze übernehmen. Die Zahl bleibt jedoch auch nach dem Hauptlauf erfreulich niedrig, einzelne Läufer hatten Probleme mit dem Kreislauf. „Ich bin sehr zufrieden. Das war unser größtes Anliegen – bei dieser großen Hitze“, sagt Schnabel. Den Start des Hauptlaufs schaut sich der 46-Jährige ganz aus der Nähe an. Alle Rädchen laufen jetzt ineinander, die Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Organisationschef hat ein bisschen Zeit. „Das ist sehr beeindruckend, die ganze Bahnhofstraße voller Läufer zu sehen“, sagt er.

„Mehr kann man nicht verlangen“

Danach macht sich Schnabel auf den Weg in Richtung Maille-Park. Er kommt vorbei an den vielen Menschen, die den Läufern zujubeln und ist begeistert, was an der Strecke so alles los ist. Schnabel trifft auch auf viele TSG-Helfer und DRK-Leute und sieht, dass sich die monatelange Organisation gelohnt hat. Im Maille-Park stehen die Sau Glogg Gugga aus Köngen und sorgen für musikalische Unterhaltung. „Hört sich doch gut an“, ist Detlef Schnabel auch hier zufrieden – wie überhaupt mit seinem ersten Mal als Organisationschef des Eßlinger Zeitung Laufs: „Es ist so gelaufen, wie wir uns das vorher gewünscht und vorgestellt haben. Mehr kann Der Organisationschef des Esslinger Zeitung Laufs, Detlef Schnabel, und eine TSG-Mitarbeiterin helfen Robin, seine Zeitmesschip abzumachen. man nicht verlangen.“

 

Artikel vom 12.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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