NACHGEFRAGT CHRISTINE SIGG-SOHN
„Eiserner Wille“
Lokalmatadorin siegt mit großem Vorsprung
Esslingen – Im Ziel warteten bereits die Söhne Niklas und Simon, um ihrer schnellen Mama zum Erfolg zu gratulieren. Und der kann sich absolut sehen lassen, denn Christine Sigg-Sohn hat die Frauenwertung des Eßlinger Zeitung Laufs in 43:17 Minuten souverän gewonnen. Vor wenigen Wochen hatte sie bereits den Schönbuch- Halbmarathon in persönlicher Bestzeit für sich entschieden. Nach einigen Jahren Pause trat die Lauftrainerin nun wieder in ihrer Geburtsstadt an. „Es war brutal heiß“, sagte die 42-Jährige Esslingerin im Gespräch mit Michael Panzram.
Nach ihnen hat es lange – fast drei Minuten – gedauert, bis die zweitplatzierte Frau ins Ziel gekommen ist. Die Konkurrenz haben Sie also abgehängt. Wie ist es Ihnen auf der Strecke ergangen?
Sigg-Sohn: Es war brutal heiß. Aber ich laufe ja auch Halbmarathon, deshalb war die Distanz kein Problem. Allerdings habe ich bald gemerkt, dass ich heute keine Bestzeit laufen werde. Das macht aber nichts. Es hat trotzdem großen Spaß gemacht, hier in der Heimat zu laufen.
Warum hat es nicht zur Bestzeit gereicht?
Sigg-Sohn: Auf der Strecke habe ich meine Adduktorenüberreizung wieder gemerkt. Außerdem ist es in den Straßen natürlich ziemlich voll. Deshalb bin ich hier auch einige Jahre nicht gelaufen, nachdem icham Anfang beim Citylauf immer dabei war. Es waren einfach zu viele Menschen. Doch dieses Mal hatte ich einen anderen Grund.
Welcher?
Sigg-Sohn: Ich habe eine Ausbildung zur Lauftrainerin gemacht und gebe jetzt professionelle Hilfe und Tipps für das Laufen. Hier bei dem Lauf wollte ich mich zeigen, das hat gut geklappt.
Wie haben Sie sich das Rennen eingeteilt?
Sigg-Sohn: Ich bin im Mittelfeld losgelaufen. An einer anderen Frau habe ich mich nicht orientiert. Ich bin mein eigenes Rennen und mein eigenes Tempo gelaufen. Nach der zweiten Runde hat man mir aber zugerufen, dass ich ganz vorne bin.
Wie haben Sie sich vorbereitet?
Sigg-Sohn: Ich war vor zwei Wochen für sechs Tage mit dem Mountainbike auf der Transalp unterwegs. Ich wollte schon immer mal mit dem Rad die Alpen überqueren, das hat vor zwei Jahren geklappt und jetzt habe ich es nochmal geschafft. Da geht es vor allem um Ausdauer, das ist für den Lauf heute sicherlich gut gewesen.
Was ist Ihre größte Stärke?
Sigg-Sohn: Zwei Dinge sind ganz besonders wichtig, um vorn dabei zu sein. Ich habe die notwendige Grundausdauer. Dazu kommt ein eiserner Wille, meine Ziele zu erreichen. Das hilft nicht nur im Sport, sondern in vielen Lebenslagen.



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