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„Ich möchte Grenzen sprengen“

ESSLINGEN: Comedian, Parodist und Buchautor Florian Schroeder analysiert das Leben seiner Generation - Am Samstag zu Gast in der Dieselstraße

Lustiger Philosoph: Florian Schroeder kommt in die Dieselstraße.Foto: e
 

Lustiger Philosoph: Florian Schroeder kommt in die Dieselstraße. Foto: e

 

„Offen für alles und nicht ganz dicht“ - so analysiert Florian Schroeder, Jahrgang 1979, das Leben seiner Generation, „die mit Vollgas im Leerlauf um sich selbst kreist“. Seine aktuelle Show, eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Parodie, ist pfiffig, saukomisch und ziemlich scharfzüngig. Nicht umsonst ist Florian Schroeder, der schon als 14-Jähriger in Harald Schmidts Sendung „Schmidteinander“ auftrat, gern gesehener Gast in „Ottis Schlachthof“, bei „TV total“ und den „Mitternachtsspitzen“. Am Samstag, 18. Februar, ist er um 20.30 Uhr in der Dieselstraße zu Gast. Gaby Weiß hat sich vorab mit ihm unterhalten.Ist das Entwickeln eines neuen Pro-gramms für Sie harte Arbeit oder Vergnügen?

Schroeder: Erst ist es harte Arbeit und später dann Vergnügen, je näher die Premiere rückt. Wenn ich dann gegen Ende des Prozesses das Gefühl habe, dass sich alles gut ineinander fügt und zusammenpasst, dann ist es großartig. Aber bis dahin geht viel Zeit ins Land.

Sie haben Germanistik und Philosophie studiert - können Sie davon profitieren, wenn Sie an einem neuen Programm arbeiten?

Schroeder: Ja, man lernt in einem Philosophie-Studium gegen den Strich zu denken und, was ja auch im Humor ganz wichtig ist, Themen von einer anderen, ungewöhnlichen Seite zu betrachten, Analogien herzustellen, Sichtweisen, die schräg und im besten Falle neu sind.

Was hat Ihr Buch, das denselben Titel wie das aktuelle Programm trägt, was ein Auftritt von Florian Schroeder nicht bieten kann?

Schroeder: Zunächst einmal mehr Inhalt. Wenn ich die 220 Seiten des Buchs auf die Bühne stellen würde, dauerte das wahrscheinlich zwei Tage ohne Pause. Und das möchte ich niemandem zumuten. Außerdem bin ich im Medium Buch nicht so sehr auf die schnelle Taktung der Bühne angewiesen. Ich kann hier auch mal einen Gedanken länger ausführen, als das auf der Bühne möglich ist.

Kabarettist, Komödiant, Parodist, Moderator, Buchautor - wie wird man ein solches Allroundtalent?

Schroeder: Ich weiß nicht, ob man ein Talent überhaupt werden kann. Ich denke, man wird als solches gesehen. Ich habe immer nur versucht, mich lustig auszudrücken. Das, was mir auffiel, mich bewegt oder geärgert hat, mir Spaß bereitet hat, in möglichst pointierte Worte zu gießen. Alles Andere kommt sowieso von außen. Und plötzlich steht dann eben ein Verlag vor der Tür und dann entdeckt man, dass das Schreiben, wovor ich immer Angst hatte, auch riesigen Spaß bereiten kann. Einen ganz anderen Spaß als die Bühne und das Fernsehen.

Hat diese Vielseitigkeit auch Nach-teile?

Schroeder: Es fällt vielleicht manchen Leuten schwerer, eine Schublade zu finden, für das, was ich tue. Aber das ist nicht mein Problem. Ich möchte Grenzen sprengen, wie die zwischen Kabarett und Comedy. Alle Menschen, die mich beeindruckt haben, haben das getan. Von Nietzsche bis Kerkeling.

Wenn Sie sich auf eines Ihrer Talente beschränken müssten - worauf würden Sie keinesfalls verzichten wollen?

Schroeder: Auf die Parodie. Damit hat alles angefangen, meine gesamte Weltbeobachtung speist sich aus der Lust, Menschen zu überzeichnen.

Wann merken Sie beim Live-Auftritt vor Publikum, ob das ein guter Abend wird?

Schroeder: Meistens ist die Marsch-richtung nach zwei Minuten klar. Dann weiß ich, ob der Abend von alleine läuft, sofern ich konzentriert bin, oder ob ich fighten muss.

Was für ein Publikum wünscht sich ein Kabarettist eigentlich?

Schroeder: Eines, das lacht. Und sich berühren und überraschen lässt. Ein Publikum, das nicht nur darauf wartet, dass Erwartungen erfüllt werden.

Sie haben für dieses Programm die magische Generationengrenze bei 39 Jahren errichtet? Warum ausgerechnet da?

Schroeder: Weil ich irgendeine Grenze brauchte und mir diese unter den schlechten als die beste erschien. 40 - das hat für mich, den 32-Jährigen, sowas Seriöses.

Sie versprechen: „Sie werden nach dieser Show reicher, glücklicher und schöner sein.“ Wem das nicht reicht - was darf er in der Dieselstraße noch erwarten?

Schroeder:Einen brandaktuellen Kabarett- und Comedyabend, in dem ich zur Völkerverständigung zwischen den Generationen beitragen werde. Sie erfahren, warum Silbermond die Band meiner Generation ist, warum wir die Piraten brauchen und warum Sie bei Starbucks immer in einer schier endlosen Schlange stehen.

Am Samstag, 18. Februar, spielt Florian Schroeder sein neues Programm „Offen für alles und nicht ganz dicht - die Show“ ab 20.30 Uhr im Kulturzentrum Dieselstraße in der Pliensauvorstadt. Karten gibt es unter www.dieselstrasse.de und bei den üblichen Vorverkaufsstellen wie etwa im EZ-Haus am Marktplatz.

 

Artikel vom 16.02.2012 © Eßlinger Zeitung

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