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Der Ermöglicher

Ausstellungsmacher Götz Adriani wird 70

Götz Adriani 2005 vor einem Bild des Malers Paul Cézanne.Foto: dpa
 

Götz Adriani 2005 vor einem Bild des Malers Paul Cézanne. Foto: dpa

 

Von Susanne Kupke

Tübingen - Er hat ein beinahe schon unheimliches Gespür für Kunst und dafür, was beim Publikum ankommt. In der Kunstszene ist Götz Adriani ein Phänomen. Am morgigen Sonntag wird der Tübinger Ausstellungsmacher 70. Doch statt Ruhestand hat er jede Menge neue Projekte im Blick - diesmal auch eines in eigener Sache. Denn im Herbst nächsten Jahres wird Adriani zum ersten Mal selbst der Mittelpunkt einer Ausstellung sein: „Ich stelle für die Tübinger Kunsthalle eine Ausstellung über die ‚Ära Adriani‘ zusammen“, sagte der Kunsthistoriker und langjährige Museumsleiter.

„Die Ära Adriani“ als Ausstellung

„Cézanne - Renoir - Picasso und Co.: Die Ära Adriani“, heißt die Schau, die im September 2011 zum 40-jährigen Bestehen der Kunsthalle eröffnet wird. Sie wird im Frühjahr 2012 mit Künstlern wie Sigmar Polke, Andy Warhol und Joseph Beuys fortgesetzt, denen Adriani schon ein Forum bot, als sie noch fast niemand kannte. Die Tübinger Kunsthalle will damit zeigen, wie Adriani dem Haus „seinen legendären Ruf“ verschafft hat.

Schließlich war er es, der quasi aus dem Nichts die Tübinger Kunsthalle aufbaute und ihr in seinen 35 aktiven Jahren zu Weltruhm verhalf. 500 000 Menschen kamen in Spitzenjahren in die von ihm kuratierten Ausstellungen. Allein seine Cézanne-Schau lockte 1993 rund 430 000 Kunstliebhaber aus aller Welt in die schwäbische Provinz.

Als Kurator ist es ihm immer wieder gelungen, Trends zu setzen, die genau den Nerv des Publikums trafen. „Ich war der erste, der in Deutschland Einzelausstellungen zu den französischen Klassikern der Moderne wie Degas, Renoir, Rousseau oder Cézanne zeigte“, sagt Adriani.

Er war aber auch der erste, der damals völlig unbekannten zeitgenössischen Künstlern wie Sigmar Polke, Frank Stella, Ulrich Rückriem oder Joseph Kosuth Ausstellungen widmete und sich dabei kein bisschen um die Besucherbilanz scherte.

Als er Polke vor 35 Jahren in Tübingen vorstellte, kamen gerade mal 600 Menschen. Trotzdem waren ihm gerade solche Projekte wichtig. Mit vielen Künstlern wie Polke, Georg Baselitz oder dem inzwischen verstorbenen Warhol oder Beuys hat er Freundschaft geschlossen. Und für einige war eine Schau von Adriani der Beginn einer großen Karriere.

Sein gutes Gespür für Kunst hat ihn nur einmal verlassen. Und das ausgerechnet beim heutigen Maler-Promi Gerhard Richter, dessen Werk er 1968 kennenlernte. „Richter hat mich damals nicht so berührt. Das bedauere ich heute.“ Dafür versteht er sich heute umso besser mit dem Künstler.

Tübingen im Herzen

Adriani wirkte auch außerhalb des Schwäbischen: So brachte er das Karlsruher Museum für Neue Kunst im ZKM auf die Beine und kuratierte ein halbes Dutzend publikumsträchtiger Ausstellungen im Baden-Badener Museum Frieder Burda. Als Co-Kurator ist er dort auch wieder bei der Skulpturen- und Foto-Schau über die beiden amerikanischen Künstler Duane Hanson und Gregory Crewdson dabei, die vom 27. November an in der Kurstadt zu sehen ist.

Aus dem Tagesgeschäft der Tübinger Kunsthalle hat sich Adriani bereits im Jahr 2005 zurückgezogen. An seine Erfolge kann das Ausstellungshaus seitdem nicht mehr anknüpfen. Götz Adriani steht aber noch an der Spitze einer Stiftung. Sie will der Tübinger Kunsthalle einen möglichst großen finanziellen Spielraum verschaffen, nachdem sich die öffentliche Hand immer mehr aus der Finanzierung zurückgezogen hat. Denn auch wenn er in Stuttgart lebt, fühlt er sich Tübingen nach wie vor verbunden: „Das ist schon mein Stammsitz“, bekennt er frei.

 

Artikel vom 20.11.2010 © Eßlinger Zeitung

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