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Verlockende Ideen für einen Ort der Kunst

ESSLINGEN: Merkelpark soll sein kulturelles Profil noch weiter schärfen - Gärtnerhaus eröffnet neue Möglichkeiten

  Der Merkelpark mit der städtischen Galerie in der Villa soll sich noch deutlicher als Ort der Kunst positionieren.Foto: Bulgrin
 

Der Merkelpark mit der städtischen Galerie in der Villa soll sich noch deutlicher als Ort der Kunst positionieren. Foto: Bulgrin

 

Von Alexander Maier

Der Esslinger Merkelpark gehört zu den malerischsten Ecken der Stadt - und er hat sich mit den Jahren mehr und mehr zu einem Ort der bildenden Kunst entwickelt. Diesen Weg möchte die Stadt konsequent weitergehen. Das Konzept für einen Kunstpark im Merkelpark, das Kulturreferent Peter Kastner und Galerieleiter Andreas Baur ausgetüftelt hatten, liegt bereits in der Schublade, 2011 sollen erste Mittel in den städtischen Haushaltsplan eingestellt werden. Der Kulturausschuss des Esslinger Gemeinderates hat vor der Sommerpause beifällig von den Überlegungen der Verwaltung Kenntnis genommen. Die weitere Feinabstimmung muss in den kommenden Monaten folgen. Dabei geht es nicht zuletzt um die künftige Nutzung des Bahnwärterhauses.

„Noch facettenreicher“

Dem Konzept eines Kunstparks im Merkelpark hat der Kulturausschuss bereits im April 2007 grundsätzlich zugestimmt. Nachdem die zwischen-zeitliche Nutzung des Gärtnerhau-ses durch das Haupt- und Personalamt Anfang kommenden Jahres aus-läuft, rückt eine Umsetzung der Planungen nun in greifbare Nähe. Der schon lange angestrebte Umzug der Galerieverwaltung ins Gärtnerhaus bietet die Möglichkeit, die Ausstellungsfläche zu erweitern, das Obergeschoss wird dadurch reine Ausstellungsfläche. „Programmatisch eröffnet sich die Möglichkeit, die Villa parallel mit zeitlich verzahn-ten, unterschiedlichen Projekten zu bespielen - das Angebot für Besuchende wird damit noch interessanter und facettenreicher“, heißt es im Konzept, das Baur und Kastner unlängst dem Kulturausschuss vorlegten.

Die neuen Überlegungen bieten auch die Möglichkeit, einem gastronomischen Angebot im Umfeld der Villa, das seit vielen Jahren im Gespräch ist, nun einen entscheidenden Schritt näherzukommen. Von einer Gastronomie verspricht man sich, vor allem während der Sommermonate die Attraktivität des Standorts und der Galerien weiter zu steigern. Vier Varianten wären denkbar - im Wintergarten, vor dem Wintergarten, Im Erdgeschoss und Hof des Gärtnerhauses und im Bahnwärterhaus - wobei die Kulturverwaltung „die Lösung im Bahnwärterhaus präferiert“.

Das Bahnwärterhaus rückt ohnehin in nächster Zeit neu in den Fokus: Nach den Vorstellungen von Galerie-leitung und Kulturverwaltung soll es künftig konzeptionell neu bespielt werden und „der lokalen Kunst und ihren Gästen eine Plattform bieten“, wobei sich Kunst und gastronomisches Angebot sogar gegenseitig ergänzen könnten. Natürlich soll das Bahnwärterhaus auch weiterhin in Großprojekte der Villa wie die Foto-Triennale einbezogen, ansonsten aber an die Esslinger Kunstszene vergeben werden.

Einen ersten Schritt in diese Richtung wird der Verein Artgerechte Haltung bildende Künstler mit einem Ausstellungsprojekt bereits von Anfang Oktober bis Ende Januar gehen. „Während der mehr als viermonatigen Aktion treffen unterschiedliche Kunstschaffende und Künstlergruppen jeweils für einen Zeitraum von mehreren Tagen im Bahnwärterhaus aufeinander“, erklärt der Verein. „Sie arbeiten gemeinsam, entwickeln und realisieren Projekte. Künstlermitglieder laden Kollegen zum Austausch ein. Eine Abfolge schnell wechselnder Konstellationen und Konfrontationen fokussiert die Medien Performance, Objektkunst, Rauminstallation, Zeichnung, Malerei, Fotografie, Projektion sowie das Zusammenspiel von bildender Kunst mit Musik, Tanz oder Vortrag und Literatur. Interessierte Besucher werden einbezogen und alle Arbeitsphasen mit einer Präsentation abgeschlossen. Roter Faden dieses interaktiven Projekts ist die Etablierung eines Laboratoriums auf Zeit und reger Austausch.“

Während das Gewächshaus aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich gemacht werden kann, findet die Kulturverwaltung einen moderaten Ausbau des Skulpturenparks, der nach einem Konzept des Künstlers Auke de Vries im Merkelpark entstanden ist, wünschenswert, aber derzeit nicht finanzierbar. Dagegen hatten einige Ratsmitglieder im Kulturausschuss signalisiert, dass sie sich vorstellen könnten, in die weiteren Planungen zum Kunstpark im Merkelpark auch die Überlegungen für ein Kulturschiff am Neckarufer einzubeziehen, die den Gemeinderat auch noch beschäftigen dürften.

 

Artikel vom 23.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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