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Dieselstraße geht auf Tour

ES-PLIENSAUVORSTADT: Kulturzentrum bietet in der Umbauzeit an verschiedenen Orten einen Querschnitt durchs Programm

 
 
 

Von Gaby Wei ß

Ende August gehen in der Dieselstraße vollends die Lichter aus, dann soll das Kulturzentrum in der Pliensauvorstadt saniert, modernisiert und erweitert werden. Am alten Standort geht bis zur Wiedereröffnung Ende September 2011 kulturell gar nichts mehr. Das Publikum braucht trotzdem auf gute Unterhaltung nicht zu verzichten. Unter dem Motto „Dieselstraße unterwegs“ macht das Team des Kulturzentrums während der Bauzeit an verschiedenen Standorten Programm. Fast zwei Dutzend Veranstaltungen stehen inzwischen fest.

Umbaupause sinnvoll überbrücken

Etwa 1,5 Millionen Euro soll die Modernisierung des bestehenden Kulturzentrums kosten, das nach einjähriger Bauzeit nicht mehr wiederzuerkennen sein wird. Herzstück der neuen Dieselstraße soll ein großer Veranstaltungssaal werden, der mit 232 Plätzen fast 100 Sitze mehr bietet als der bestehende. Nur einen Nachteil hat die Lösung in der Pliensauvorstadt: Wegen des Umbaus stehen die alten Räume ein Jahr lang nicht zur Verfügung. Und das ist entschieden zu lang für die Dieselstraße, ihre Mitarbeiter und ihr Publikum. Deshalb haben Haupt- und Ehrenamtliche nach alternativen Veranstaltungsorten Ausschau gehalten, an denen sie die Umbauphase überbrücken können. Das Angebot soll einen bunten Querschnitt durch das gewohnte Programm bieten.

Die Organisatoren haben Orte ausgesucht, die zu den jeweiligen Angeboten passen. So werden die Jazzer in der Übergangszeit in den Jazzkeller in der Webergasse 22 ausweichen. Dort ist am 19. September der französische Gitarrist Marc Ducret im Quartett mit Dominique Pifarély, Tom Rainey und Tim Berne zu Gast. Angelika Niescier, die „Echo Jazz Preisträgerin 2010“, ist am 3. Oktober mit ihrer Band „Sublim 3“ um 15 und um 20 Uhr gleich zweimal im Jazzkeller zu hören. Sotto Voce, das Quintett des US-Saxophonisten Roy Nathanson, jazzt am 24. Oktober in der Webergasse 22, der Berliner Lesebühnen-Star Andreas „Spider“ Krenzke liest am 29. Oktober, der Pianist Alexander von Schlippenbach jazzt am 12. Dezember mit Evan Parker und Paul Lovens. Und am 28. Januar präsentiert die Dieselstraße das Musik-Kabarett-Duo Ass-Dur im Jazzclub Armer Konrad in Weinstadt-Beutelsbach. Mit der Frauendisco am 2. Oktober, der Queerfactory-Disco am 6. November, den Schwaben-Rockern von Grachmusikoff am 17. Dezember und dem Theaterstück „Der Gesang vom glücklichen Leben“ am 3. und 4. Februar weicht die Dieselstraße ins Jugendhaus Komma aus. In der Alten Aula im Behördenzentrum sind die irische Band Cara am 9. Oktober, die Tango-Blues-Swing-Folk-Band Hiss am 20. November und die polnische Weltmusik-Formation Dikanda, allesamt Stammgäste in der Dieselstraße, am 19. März zu Gast.

Zimtsternchen für Kinder

Die Theatergruppe Krimiwerke spielt am 24. Oktober und am 16. Januar bei den Galgenstricken ihren Impro-Krimi, im Neckar Forum spöttelt am 18. Februar der Kabarettist Urban Priol, Günter Grünwald will dort am 25. März mit seinem Jubiläumsprogramm „Gestern war heute morgen“ beweisen, dass er nicht zu Unrecht mit dem Passauer Scharfrichterbeil ausgezeichnet wurde. Dem Bürgerhaus Pliensauvorstadt dürften die Kindertheaternachmittage und die Zimtsternchen-Theatertage der Dieselstraße vom 5. bis 8. Dezember gleich mehrfach einen ausverkauften Saal bescheren, außerdem werden dort in der Umbauzeit die klassischen Frühstücke stattfinden. Und sogar im Münster St. Paul heißt es zweimal „Dieselstraße unterwegs“: Die mittelalterliche Folk-Band Faun bereichert dort am 27. November das Rahmenprogramm des Weihnachtsmarktes, Estampie lässt am 11. Dezember im Münster die Klänge der Seidenstraße lebendig werden.

Und weil in der Dieselstraße der Diskurs über aktuelle Fragen unserer Zeit nie zu kurz kommt, veranstaltet das Kulturzentrum mit zahlreichen weiteren Partnern am 7. Dezember in der Hochschul-Aula an der Kanalstraße einen Abend unter dem Titel „Es geht auch anders“: Dann wird sich der Wirtschaftswissenschaftler Professor Peter Bofinger mit der Frage beschäftigen, wie man nach den Erfahrungen der jüngsten Finanzmarktkrise zu einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung gelangen kann.

 

Artikel vom 23.08.2010 © Eßlinger Zeitung

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