Literarische Finessen locken
ESSLINGEN: LesART vom 7. bis 30. November - Programm der Literaturtage nimmt Konturen an
Kenner der deutschsprachigen Literaturszene sind sich einig: Wer in diesem Herbst auf dem Buchmarkt die großen Höhepunkte entdecken möchte, muss schon etwas genauer hinschauen. „Das ist ja bekanntlich die Stärke der Literaturtage“, erklärt Markus Bleistein, Chefredakteur des Mitveranstalters Eßlinger Zeitung. „Gudrun Fuchs, Renate Luxemburger und Bettina Langenheim von der Stadtbücherei sind bekannt für ihr Näschen, wenn es darum geht, hochkarätige Autoren zu entdecken, die nicht jeder auf der Rechnung hat. Das wird nicht nur vom Publikum geschätzt, sondern zahlt sich auch bei den Autoren aus. Dass es 2009 gelungen ist, mit Herta Müller die amtierende Nobelpreisträgerin zu präsentieren, ist nicht zuletzt Renate Luxemburger zu verdanken, die die Autorin schon vor Jahren für das Esslinger Publikum entdeckt hatte.“
So heißt es auch diesmal: Die Mischung macht's. Erste Namen haben Stadtbücherei und EZ inzwischen auf der Liste - und gleich die Eröffnung wird es in sich haben, wenn der Autor Wolfgang Schorlau am 7. November im Alten Rathaus seine Wolfgang-Dauner-Biografie vorstellen wird. Ehrensache, dass der Weltklasse-Jazzpianist ebenfalls dabei sein wird - und wer Dauner kennt, wird nicht überrascht sein, wenn der Maestro nicht nur die Literatur, sondern auch die Musik sprechen lassen wird. Hochkarätig wird die LesART, die wie immer von Stadtbücherei und EZ veranstaltet sowie von der Stiftung Kreissparkasse und dem örtlichen Buchhandel unterstützt wird, am 30. November auch zu Ende gehen: Mit Büchern wie „Die Glücksformel oder Wie die guten Gefühle entstehen“ oder „Da Vincis Vermächtnis“ hat Stefan Klein schon viele Bestseller gelandet - in Esslingen liest er aus seinem mit Spannung erwarteten neuen Werk „Der Sinn des Gebens. Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und uns Egoismus nicht weiter bringt“.
Weitere Höhepunkte der 16. Literaturtage sollen Uwe Timms Lesung und ein Auftritt des Büchner-Preisträgers Reinhard Jirgl werden, der sein literarisch anspruchsvolles und von Kritikern hoch gelobtes Buch „Die Stille“ mitbringen wird. Georg Klein, ebenfalls schon früher in Esslingen zu Gast und vom Publikum mit viel Beifall bedacht, liest aus „Roman unserer Kindheit“, Marlene Streeruwitz („Das wird mir alles nicht passieren...“) ist auch nicht zum ersten Mal dabei. Meinhard Miegel wird mit dem Publikum über sein aktuelles Buch „Exit“ diskutieren, in dem er der Frage nachgeht, wie ein Wohlstand ohne Wachstum aussehen könnte. Und auch das junge Publikum darf sich auf eine spannende LesART freuen: Mit Gudrun Mebs und Dorothea Ackroyd haben sich schon jetzt zwei der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen angesagt.
Literatur-Nachwuchs wartet schon
Damit ist das Programm der 16. Esslinger Literaturtage natürlich noch nicht komplett. „Die Verhandlun-gen mit weiteren Autorinnen und Autoren laufen noch“, verrät Markus Bleistein, der sich nicht wundern würde, wenn noch so mancher interessante Name hinzukommen würde. Für die Literaturtage der Zukunft haben Stadtbücherei und Eßlinger Zeitung bereits vorgesorgt: Bei ihrem gemeinsamen Schüler-Schreibwettbewerb, der junge Talente für die Literatur begeistern soll, haben diesmal mit 178 Teilnehmern so viele wie nie mitgemacht.



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