› mehr Wetter 

Für eine Handvoll Euro

Von Radetzky bis Morricone: Musikparade gastiert zweimal in der ausverkauften Porsche-Arena

  Musik ohne Grenzen: feierliche Eröffnung der Musikparade in der Porsche-Arena mit dem Nationenorchester.Foto: e
 

Musik ohne Grenzen: feierliche Eröffnung der Musikparade in der Porsche-Arena mit dem Nationenorchester. Foto: e

 

Von Thomas Krazeisen

Stuttgart - Es war sportlich wie musikalisch ein Großkampftag, bei dem es, zumindest aus Stuttgarter Sicht, nur Sieger gab. Während draußen die VfB-Fans noch in die benachbarte Mercedes-Benz-Arena zum Spiel gegen Hannover 96 strömten, wurde in der Porsche-Arena bereits gespielt - mit Pauken und Trompeten. Nur war hier wegen der großen Kartennachfrage von vornherein eine Wiederholung am Abend angesetzt. So durfte nicht nur die österreichische Trachtenkapelle aus Mörtschach in Kärnten ihre „Wir sind die Champions“-Hymne „Olé, olé, olé“ gleich zweimal anstimmen. Für die Internationale Musikparade, Europas größte Tournee der Militär- und Blasmusik, ist das schwäbische Gast- schon seit Jahren eine Art Heimspiel, bei dem die Porsche-Arena regelmäßig bis auf den letzten Platz ausverkauft ist.

Kapellen aus sieben Nationen

Der politisch nicht ganz korrekt verwendete Europa-Begriff wird bei diesem Multikulti-Tschingderassabumm entspannt gedehnt, und auch der Hinweis aufs Militärische vertuscht, wie breit diese Parade aufgestellt ist. Nicht nur marschieren die Musikkorps westeuropäischer Staaten wie selbstverständlich neben solchen aus dem ehemaligen Sowjetreich unter dem EU-Sternenbanner, wobei die Delegationen aus dem ukrainischen Odessa und der russischen Stadt Perm, die mit Abstand die weiteste Anreise auf sich nehmen, mittlerweile so etwas wie ständige Vertreter bei der Musikparade sind. Auch musikalisch kennt die multinationale Truppe mit mehr als 350 Mitstreitern aus sieben Ländern keine Berührungsängste. Geblasen, gedudelt und getrommelt wird in der waffenfreien Schunkel- und Wohlfühlzone des leergeräumten Parketts der Porsche-Arena längst nicht mehr nur zu militärmusikalisch korrekten Ordinaire- und Deployer-Schrittfolgen, sondern zu allem, was das weichgespülte Umtatata-Herz begehrt. Die österreichischen Trachtenträger servierten als Sahnehäubchen im „ehrenwerten Haus“ vor dem Bühnenbild des Stuttgarter Neuen Schlosses ein Medley mit Hits ihres Kärntner Landsmanns Udo Jürgens. Die polnischen Grenzschützer aus Danzig überrannten mit einer schmissigen Europe-Coverversion von „The Final Countdown“ schmerzfrei die Rockgrenzen, und die schottischen Dudelsackspieler der Rhine Area Pipes and Drums ließen die Schwabenherzen mit „Muss i denn zum Städtele hinaus“ höher schlagen. Eher konventionell fiel der deutsche Beitrag der mehr als 40 Mitglieder des DRK-Fanfarenzugs aus Rückers bei Fulda aus, was nicht zuletzt auf die Wahl der Instrumente zurückzuführen ist: Die Damen und Herren - allesamt Laienmusiker - in den knallroten Hosen spielen allesamt auf Naturtoninstrumenten, das aber sehr ansprechend.

An die ausgefeilten Arrangements der Formationen aus Perm und vor allem aus Odessa reicht das freilich nicht ganz heran. Kein Wunder, schließlich sind die Musiker aus der Schwarzmeerstadt ausnahmslos Profis mit Konservatoriumsausbildung. Die exzellente Ennio-Morricone-Hommage der grauen Uniformträger am Bühnenlagerfeuer war ein Highlight dieser bunten Show, die traditionell mit dem „Radetzky-Marsch“ und den „Alten Kameraden“ der vereinten Musikparaden-Streitkräfte endet.

 

Artikel vom 22.03.2010 © Eßlinger Zeitung

Artikel drucken | Artikel als Email verschicken | Themenalarm

Leser-Kommentare (0)

-› Artikel kommentieren


WasWannWo?

Alle  Veranstaltungen auf einen Blick!

 

Zu den Terminen

 

Was läuft im Kino?

 

Zum Kinoprogramm

 

Premiumservice

Ihre Zeitung am PC, am Smartphone und auf dem iPad: E-Paperabo und Onlineabo

 

Alle Angebote

 

Registrierte Nutzer verwalten Ihre Zugangsdaten hier.

 

Mehr dazu

 

Kartenservice

Comedy, Klassik oder Theater - hier gibt es Karten!

 

Karten bestellen

 

Im EZ-Haus:
Esslingen, am Marktplatz 6
MO-FR 9-17.30 Uhr
SA 9-13 Uhr
Tel. 0711/93 10-230

 
top zum Seitenanfang