Mit guter Laune und energischem Gestus
ES-BERKHEIM: Konzert mit Chor und Orchester bei Festo
Fanfaren, Populäres und Evergreens gab es bei einem unterhaltsamen Konzert am Festo-Stammsitz in Berkheim zu hören. Chor und Orchester des Unternehmens begeisterten ihre Zuhörer mit Musicalmelodien und Filmmusik. Flotte Rhythmen und die Ohrwurm-Klänge von Aram Katchaturians „Säbeltanz“ eröffneten den Abend. Ein Dutzend Blechbläser unter der Leitung von Frank Münzenmayer sorgte für einen launigen Beginn. Das Konzerts litt allerdings unter einem Umstand: Um allen Zuhörern scheinbar gute akustische Bedingungen zu liefern, hatte man auf elektronische Verstärkung gesetzt. Die war aber vor allem blechern und hatte zu viel Hall. Das beeinträchtigte durchaus auch den Auftritt der rund 20 Sängerinnen und Sänger der „Festo Air Voices“. Die beiden Medleys mit bekannten Hits der schwedischen Popgruppe ABBA und aus Musicals von Andrew Lloyd Webber wirkten einerseits übersteuert und andererseits war dank der technischen Aufrüstung praktisch jedes Detail zu hören - auch Störendes, wie das penetrante Fußklopfen einer einzelnen Sängerin.
Dabei agierten die Laiensänger bei ihren Titeln durchaus solide, überzeugten durch eine klare Artikulation und sichere Aussprache des englischen Textes. Auch die rhythmische Gestalt der Arrangements gelang gut. Schade war nur, dass die Bearbeitungen von Titeln wie „Mamma Mia“, „Dancing Queen“ oder „Phantom der Oper“ mehrheitlich nur zweistimmig waren. Dadurch wirkte das Klangbild phasenweise sehr dünn, was durch die ebenfalls elektronisch verstärkte Klavierbegleitung von Salome Tendies wieder wettgemacht werden sollte. Die junge Pianistin sorgte mehrheitlich auch selbstständig für die Tempo- und Rhythmuswechsel und gab dem Chor unter der Leitung von Eberhard Klotz damit ein stabiles Gerüst.
Klangliche Homogenität
Sicherer und geschlossener wirkte in dieser Hinsicht das „Festo Air Orchestra“, das sich in der zweiten Programmhälfte mit „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss einen echten Brocken vorgenommen hatte. Frank Münzenmayer zeigte am Dirigentenpult Umsicht und hatte seine Streicher und Bläser hörbar gut auf diesen Auftritt vorbereitet, sodass auch solch eine Herausforderung mit technischer Sicherheit und klanglicher Homogenität bewältigt wurde.
Hübsche Beiträge in diesem Programm waren auch „Music“ von John Miles und die Titelmelodie zum Hollywood-Streifen „American Pie“. Die fröhliche Gute-Laune-Haltung gelang dem Festo Air Orchestra in „American Pie“ sehr prägnant und bei „Music“ beeindruckte die kompakte Klangstruktur. Auch die wechselnden Taktarten und der energische Gestus des Miles-Klassikers gelangen in dieser Interpretation deutlich und bereiteten damit einen Höhepunkt dieses Konzertabends.



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