Vom Kaisersaal in die Stube
ESSLINGEN: Junge Musiker präsentieren Klassik im neuen Gewand
Ein schwungvolles Logo in modischem Mokka, das an zwei sich überkreuzende, miteinander tanzende Noten erinnert, soll Sinnbild für die zweite Auflage des Jungen Europäischen Musikfestivals Podium Esslingen vom 20. bis 25. April sein. So viel Schwung wie dieses Zeichen verkörpern auch die Festivalleiter Minh Schumacher und Steven Walter. Sie organisieren die Veranstaltung mit jungen Musikern aus 21 europäischen Ländern „von Israel bis Portugal“, wie Walter sagt. Die 42 Teilnehmer im Alter von 18 bis 25 sind Schüler und Studenten, die Organisatoren eingeschlossen. Walter studiert Musik, Schumacher ist angehender Arzt und musiziert seit seinem vierten Lebensjahr mit Leidenschaft. Hinter den beiden steht ein Team junger Musiker aus ganz Deutschland.Für das Podium-Festival haben sie aufstrebende Solisten und Kammermusiker engagiert. Die Zusammensetzung der Ensembles, die in Esslingen gemeinsam auftreten, sowie die Werke, die sie spielen, ist den Musikern bekannt. Gemeinsam geprobt wird erst kurz vor dem Festival. „Der Begegnungsaspekt ist uns wichtig“, erläutert Walter. So seien sämtliche Teilnehmer im Hotel Eco Inn untergebracht. Die Kosten des Festivals seien durch ein Budget von 125 000 Euro, das sich zum großen Teil aus Fördermitteln zusammensetzt, gedeckt. Dennoch sei man auf lokale Partner angewiesen, betonte Walter. Die Künstler kassieren als Gage, was die Auftritte einspielen.
Künstler geben Workshops
Der 22-jährige Dirigent Yoel Gamzou, Preisträger beim Gustav-Mahler-Dirigierwettbewerb, leitet ein 22-köpfiges Streichorchester, das sich wenige Tage vor dem Festival erstmals sieht. Diese „Festival Strings“ spielen das Eröffnungskonzert im Alten Rathaus und geben das Abschlusskonzert im Kaisersaal des Amtsgerichts. Unter den renommierten Künstlern sind auch der New Yorker Cellist Alban Gerhadt, der ein Solokonzert gibt, sowie Latica Honda-Rosenberg (Violine). Beide werden in den Räumen der Musikschule Workshops für „besonders begabte Schüler“ leiten, erklärte Walter. Den Reiz klassischer Musik jungen Menschen zu vermitteln, sei ein Anliegen des Festivals, betonte Schumacher. Mit zwei Schulkonzerten, bei denen Instrumente und Musik vorgestellt werden, soll das gelingen. Zudem steht eine Konzertwerkstatt im Komma auf dem Programm.
Die abendlichen Kammerkonzerte stehen unter einem Motto, so werden bei „Frühreif“ Stücke zur Aufführung kommen, die in den frühen Jahren der Komponisten entstanden. Außerdem stehen Nachtkonzerte sowie ein Klassik-trifft-Jazz-Abend und Café-de-Concert-Events im Lux auf dem Programm. Ein Pilotprojekt sind die „Hausklänge“. Dafür können sich bestehende Ensembles bei den Veranstaltern anmelden. Ihre Unterkunft bezahlt eine Familie, die im Gegenzug ein Kammerkonzert im eigenen Wohnzimmer erhält. So wolle man die „Musik in die Häuser bringen, wie es Jahrhunderte der Fall war“.
Podium - Junges Europäisches Musikfestival wird unter anderem von der EU-Kommission, der Jugendstiftung Baden-Württemberg und dem Kulturreferat der Stadt Esslingen unterstützt. Kooperationspartner ist die städtische Musikschule.
Karten gibt es in der Buchhandlung Stocker & Paulus oder im Internet unter www.podiumfestival.de



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