Die Puppen tanzen in der Region
Figurentheaterfestival Baden-Württemberg: Morgen ist Auftakt der Imaginale 2010
Stuttgart - Die Internationale Festwoche im Stuttgarter Fitz war jahrzehntelang ein Renner. 2008 wurde mit Mannheim kooperiert. In diesem Jahr haben sich acht Veranstalter in sechs verschiedenen baden-württembergischen Städten zur Imaginale 2010-Internationales Figurentheaterfestival Baden-Württemberg vernetzt. Von morgen an bis zum 9. Februar gehen 30 Inszenierungen aus elf Ländern über die Bühnen in Stuttgart, Mannheim, Pforzheim, Ludwigsburg, Schorndorf und Eppingen. Ziel war es, das zeitgenössische Figurentheater auf eine breite Basis zu stellen, betont Nicole Libnau, stellvertretende Direktorin vom Kinder- und Jugendtheater Schnawwl, das neben der Alten Feuerwache und dem Jugendamt der Stadt einer der Mannheimer Kooperationspartner ist. Das Genre solle fest in der Region verankert werden, und dafür angelten sich die beiden großen Bühnen vier kleinere Partner, darunter das Figuren Theater Phoenix aus Schorndorf. Die Stückauswahl wurde auf internationalen Festivals handverlesen, Bedürfnisse und Strukturen vor Ort berücksichtigt. Da in Schorndorf 60 Prozent der Gelder eingespielt werden müssen, ist es wichtig, dass die Publikumszahlen stimmen.
„Mein eigen Fleisch und Blut“
Eröffnet wird die Imaginale in Stuttgart an diesem Freitag mit „Mein eigen Fleisch und Blut“ von Ilka Schönbein und ihrem Theater Meschugge. Sie vereint Figurentheater, Maskenspiel und Tanz in ihren Stücken, die nach Auffassung von Fitz-Chefin Katja Spieß „außerhalb von Zeit, Stil und Genre“ angesiedelt sind. Schönbein lernte bei Altmeister Albrecht Roser in Stuttgart, hatte ihren Durchbruch aber als Straßentheaterspielerin in Frankreich.
Auch die „Meister der Schaumstoffmonster“ sind, so Christian Bollow vom Fitz, mit von der Partie. Neville Tranter und sein virtuoses Stuffed Puppet Theatre präsentieren eine finstere Hasenwelt in „Cuniculus“ am 2. Februar. Einen Tag später zeigt der Meister der Klappmaulfiguren „Punch und Judy in Afghanistan“, ein Stück mit viel schwarzem Humor. Nicht fehlen darf bei diesem Treffen Duda Paiva: Am 31. Januar zeigt er den Kampf zweier Männer gegen Hass und Neid im glamourösen Stück „Malediciton“.
Laut Katja Spieß ist das als Biennale angelegte Festival zum einen Forum für die Begegnung von Künstlern, aber auch das Publikum kann Neues entdecken. Deshalb setzt man auf eine bewährte Mischung aus Bekanntem wie das renommierte Objekttheater von Gyula Molnar einerseits und vielversprechenden Talenten wie Christian Weise („Hintergarten“) und das Theater Couturier & Ikkola („Ente, Tod und Tulpe“) andererseits. Schließlich muss auch das Fitz knapp 20 Prozent des Etats durch Eintrittsgelder einnehmen.
Karten unter Tel. 0711-241541


