Die Geister, die er rief
Nicolas Cage muss in Jon Turteltaubs Fantasy-Abenteuer „Duell der Magier“ New York vor bösen Zauberkräften bewahren
Esslingen - Die Welt von Hollywoodproduzent Jerry Bruckheimer ist wie ein Kaugummiautomat: Angeboten wird, was die Massen längst kennen und gedankenfrei konsumieren können. Mit Zauberei hat das wenig zu tun. Dennoch macht Schauspieler Nicolas Cage im Bruckheimer-Mainstream immer mal wieder mit - nun auch in Jon Turteltaubs „Duell der Magier“.
Der junge Magier Dave (Jay Baruchel) will sich Besen zu Diensten machen, um sein Labor nicht selbst putzen zu müssen, doch er verliert die Kontrolle über die Geister, die er rief. Erst das Einschreiten seines Meisters (Nicolas Cage) entschärft die Situation. Der Originaltitel „The Sorcerers Apprentice“ geht auf Goethes Gedicht „Der Zauberlehrling“ zurück. Der deutsche Filmverleih war sensibel genug, die Übersetzung nicht in die Goethe-Tradition zu stellen, sondern als „Duell der Magier“ zu entschärfen. Denn der Film eignet sich weder zum Klassiker, noch weiß er die Mittel seiner Kunstform geschliffen zum Ausdruck zu bringen. „Duell der Magier“ ist ein beliebiges Kinoprodukt mit der Halbwertszeit einer Popcornpackung. Die Idee zur Story wirkt wie von Harry Potter abgekupfert: Ein 10-jähriger Junge erfährt wie aus dem Nichts, dass es Zauberer gibt und ihm selbst Großes bevorsteht. Jahre später wird ihm gesagt, er sei der Auserwählte. Nur er könne das Böse in einem finalen Kampf besiegen.
Um nicht zu sehr in den Verdacht eines Harry-Potter-Plagiats zu kommen, siedeln die Filmemacher den Hauptteil der Handlung im New York der Gegenwart fernab von Zauberinternaten an. Die Hauptfigur Dave Stutler ist, wie sein Nachname in Anlehnung an das Wort Stottern (englisch: to stutter) schon sagt, nicht immer Herr der Worte. Er ist ein „Nerd“ - eine Art Streber - der lieber ganz alleine physikalische Experimente macht, anstatt unter jungen Leuten zu sein. Es ist die alte Geschichte vom verkannten Außenseiter, der plötzlich zu Höherem berufen ist. Jay Baruchel spielte bislang in derbem Klamauk wie „Fanboys“ oder „Beim ersten Mal“ mit; „Duell der Magier“ ist seine erste Hauptrolle in einer großen Hollywoodproduktion.



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