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Freundinnen fürs Leben

  Lola (Meira Durand) lässt sich so rasch nicht unterkriegen.Foto: Constantin
 

Lola (Meira Durand) lässt sich so rasch nicht unterkriegen. Foto: Constantin

 

Von Gaby Weiß

Esslingen - Mit ihren neun Jahren ist Lola bereits ein Superstar, dem Millionen Fans zujubeln - leider nur in ihrer Phantasie. Wenn es Nacht wird, träumt sich der Wuschelkopf in die Rolle der berühmten Sängerin Jacky Jones, die von Millionen Fans beju belt wird. Das Leben könnte so schön sein, wenn da nicht die Realität wäre, in der nicht alle Träume wahr werden. Lola wünscht sich sehnlich eine gute Freundin, mit der sie durch dick und dünn gehen kann. Und die will in Franziska Buchs neuer Jugend-Komödie „Hier kommt Lola“ erst einmal gefunden werden.

Aus Plötze in die große Welt

Lola (Meira Durand) hat einen brasilianischen Vater (Fernando Spengler) und eine Mutter (Julia Jentsch), die zu Ehren von Pippi Langstrumpf Viktualia heißt. Mit ihren Eltern ist sie aus einem Kaff namens Plötze nach Hamburg gezogen, weil Lolas Vater Fabio ob seiner exotischen Herkunft bei den Dörflern nicht gerade wohlgelitten war. Nun wagt die Familie bei Viktualias Eltern in der Großstadt einen Neubeginn. Papa Fabio und Opa Felix (Axel Prahl) wollen ein brasilianisches Restaurant eröffnen und haben alle Hände voll zu tun, Mutter Viktualia ist in ihrem Job als Krankenschwester gestresst - für Lola hat keiner Zeit. Und die neuen Mitschüler sind auch nicht das, was sich das Mädchen wünscht. Die einzige, die sich für sie interessiert, ist Flo (Felina Czycykowski), doch die ist „eine kotzkackeblödefurzfiese Kuh“. Findet jedenfalls Lola. In ihrer Not schickt Lola ihren Herzenswunsch per Luftballon in den Himmel. Als Antwort erhält sie eine geheimnisvolle Flaschenpost...

Mit der Verfilmung bekannter Bücher wie „Das fliegende Klassenzimmer“ oder „Bibi Blocksberg“ hat Produzentin Uschi Reich schon oft bewiesen, dass sie ein Gespür für das hat, was junge Zuschauer gerne im Kino sehen. Und auch ihr jüngstes Filmprojekt „Hier kommt Lola“, das Isabel Abedis gleichnamiger Buchreihe folgt, ist ganz nach dem Geschmack junger Zuschauer. Regisseurin Franziska Buch ist von der Geschichte überzeugt: „Ich glau be, dass Traum- und Phantasiewelten für Kinder ein extrem wichtiges Thema sind.“ Trotzdem verliert ihr neuer Film nie die Bodenhaftung. Anders als etwa die amerikanische Serien-Heldin Hannah Montana, die im zweiten Leben eine erfolgreiche Sängerin ist, steht Lola mitten im Leben. Universelle Fragen wie die nötige Offenheit gegenüber Ausländern, der richtige Umgang mit allem Fremden, die Akzeptanz ungewöhnlicher Familienmodelle oder die Schwierigkeiten von Kindern, sich in einer neuen Umwelt zu behaupten, werden hier nicht mit Zuckerguss zugekleistert, sondern realistisch dargestellt. Und die kleine Meira Durand spielt ihre Rolle derart überzeugend, als sei sie schon ein alter Hase im Filmgeschäft.

Franziska Buchs neue Jugend-Komödie wirkt wie mitten aus dem Leben erzählt und holt junge Zuschauer damit ein Stück weit auch in ihrer eigenen Lebenswirklichkeit ab.

 

Artikel vom 04.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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