EZ-WEIHNACHTSSPENDENAKTION
Dankbar für Hilfe in der größer werdenden Not
KREIS ESSLINGEN: Leser spenden bisher 152 032 Euro - Großteil des Geldes ist bereits an die Begünstigten verteilt
„Weihnachten ohne Unterstützung aus der EZ-Spendenaktion ist für viele Menschen fast nicht mehr vorstellbar.“ Mit diesen Worten fasste Petra Westermann von der Caritas Neckar-Alb zusammen, was ähnlich auch Vertreter anderer sozialer Einrichtungen bei einer schönen Bescherung zum Ausdruck brachten: Sie nahmen kurz vor Heiligabend für notleidende Familien großzügige Zuwendungen entgegen.
Viele bekannte Gesichter aus zahlreichen Einrichtungen und von Organisationen waren im Verlagshaus in der Zeppelinstraße versammelt. Sie sind Garanten dafür, „dass wir die Spenden der Leserinnen und Leser mit gutem Gewissen verteilen können“, betonte EZ-Verlegerin Christine Bechtle-Kobarg. Diese Mitarbeiter aus sozialen Diensten, Ämtern und diakonischen Einrichtungen arbeiten seit Jahren eng mit der EZ im Rahmen der Spendenaktion zusammen und sie hatten gewohnt gewissenhaft und nachvollziehbar die Hilfeersuchen für ihre Klienten begründet.Sie freue sich sehr über das bisherige Spendenaufkommen von 152 032 Euro, das zum großen Teil bereits an begünstigte Einrichtungen und arme Familien verteilt worden ist, sagte Christine Bechtle-Kobarg, die Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam helfen“. Doch: „Wir sind auch zuversichtlich, dass noch bis ins neue Jahr gespendet wird. Vielleicht gibt der eine oder andere etwas ab von dem, was er unterm Weihnachtsbaum gefunden hat.“ Wie groß die Not vor Ort sei zeige, dass es gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich mehr Bitten um Unterstützung gegeben habe: „Die Zahl der Einzelschicksale hat extrem zugenommen.“ „Und es werden größere Summen nachgefragt“, ergänzte Norbert Kindler von „Gemeinsam helfen“, der darin ehrenamtlich mitwirkt. Die Liste jener Familien, die dringend auf Hilfe warteten, sei immer noch lang. Geholfen werde, solange der Spendenstrom fließe.
Große und kleine Summen
Wie breit die Unterstützung in der Bevölkerung verankert ist, verdeutlichte Christine Bechtle-Kobarg mit Zahlen: „Die Spenden reichen von 5 und 10 über 100 bis zu 1000 oder auch mehreren tausend Euro. Das ist enorm und zeigt, welches Vertrauen die Spender, egal, ob es ein Einzelner ist oder ein Unternehmen, in uns haben. Sie alle wissen, dass jede Spende ohne irgendwelche Abzüge an die Empfänger geht.“ Und das rasch und unbürokratisch, wie die Hilfe für die Brandopfer in Denkendorf beweist. Denkendorfs Bürgermeister Peter Jahn hatte die 12 000 Euro persönlich abgeholt.
Schatzmeister Helmut Leuze von „Gemeinsam helfen“ übernahm dann mit der Verlegerin die schöne Bescherung. Uli Rabeneick, Geschäftsführer der Esslinger Beschäftigungsinitiative (EBI), freute sich nicht nur über die 13 500 Euro, sondern auch über die ungeheuer große Resonanz auf eine von EBI und EZ gemeinsam gestartete Aktion. Dabei wurden an zwei Samstagen mehr als 300 ausrangierte Kinder- und Jugendfahrräder gesammelt. Sie werden nun von EBI-Mitarbeitern repariert und inklusive Schutzhelm an bedürftige Familien mit Kindern abgegeben. „Ein toller Erfolg“, waren sich Bechtle-Kobarg und Rabeneick einig.
Gudrun Krauß und Dirk Rupp vom Verein für eine soziale Psychiatrie nahmen den 12 000-Euro-Scheck freudestrahlend entgegen, der den Kauf eines Fahrzeugs für die ambulante Pflege psychisch Kranker ermöglicht. Rupp erinnerte daran, dass bereits zum Start des Pflegedienstes 2001 die EZ-Aktion den damals benötigten Kleinwagen, „unser Arbeitsmittel“, finanziert hatte. Gudrun Krauß schilderte, dass ein solcher Pflegedienst „in Norddeutschland etwas ganz Selbstverständliches, in Süddeutschland eher ungewöhnlich und in Esslingen vorbildlich ist“.
„Die Armut ist in der Mittelschicht angekommen.“ Katrin Hogh vom Kreisdiakonieverband erlebt das täglich bei ihrer Arbeit. Das mache sich auch im Tafelladen in Nellingen bemerkbar. Dort können sich Menschen, bei denen das Geld zum Leben hinten und vorne nicht reicht, sehr günstig mit Lebensmitteln, Kleidung und Möbeln versorgen. Um Spenden abzuholen oder auch einmal einem Bedürftigen etwas zu bringen, braucht der Tafelladen dringend ein Fahrzeug. Hogh dankte deshalb herzlich für die 10 000-Euro-Unterstützung. Und sie erzählte von einer schönen Geste nach Erscheinen des EZ-Berichts über das Spendenziel: „Ein Mann wollte uns 200 Euro für Lebensmittel schenken. Doch wir dürfen nur Waren annehmen. Also ist er mit einer unserer Mitarbeiterinnen losgezogen, hat Lebensmittel eingekauft und sie uns geschenkt.“
Fahrzeug vor Ort
Das unterstützte Projekt, nämlich einen neuen Helfer-vor-Ort-Einsatzwagen, hatten Martin Kuhn, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Baltmannsweiler, und Bereitschaftleiter Tobias Heck gleich mitgebracht: Darin steckt die 3000-Euro-Zuwendung. Das Auto ist übrigens demnächst bei einer anderen Veranstaltung im Einsatz, die zugunsten der Spendenaktion stattfindet: „Damit übernehmen wir den Sanitätsdienst beim Silvester-Fackellauf“, kündigte Kuhn an.
Zu jenen, die jährlich die materielle Hilfe für bedürftige Familien entgegen nehmen, zählen Amtsleiter Edmund Feth und Ilona Röhm von den Sozialen Diensten des Landratsamtes. Sie erhielten rund 16 000 Euro, über die sich beide ebenso freuten wie Dietmar Bauer-Sonn, Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Esslingen, über 3500 Euro, und Petra Westermann von der Caritas über 7700 Euro. „Die Not hat zugenommen. Umso dankbarer sind wir für die Unterstützung“, betonte Klaus Dinter vom Esslinger Amt für Sozialwesen, der 15 550 Euro erhielt. Und Stephanie Roos und Alexandra Karaspirou vom Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Ostfildern versicherten, dass die 4100 Euro „bei den damit begünstigten Familien eine riesengroße Freude an Weihnachten auslösen wird“.



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