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Familienpaten sorgen für Entlastung

KREIS ESSLINGEN: Neues Projekt des Kinderschutzbundes erhält Spenden

  Ulrike Horner (rechts stehend) wird den Einsatz der künftigen Familienpatinnen koordinieren, die sich schon alle auf ihre ehrenamtliche Aufgabe freuen.Foto: e
 

Ulrike Horner (rechts stehend) wird den Einsatz der künftigen Familienpatinnen koordinieren, die sich schon alle auf ihre ehrenamtliche Aufgabe freuen. Foto: e

 

Von Elisabeth Schaal

„Nach der Geburt eines Kindes ist in einer Familie nichts mehr, wie es davor war. Egal, ob es das erste oder das dritte Kind ist. Für Familien oder auch Alleinstehende mit einem Neugeborenen oder mit mehreren kleinen Kindern kann das Leben ganz schön anstrengend werden.“ Ulrike Horner und andere Mitarbeiterinnen im Kreisverband Esslingen des Deutschen Kinderschutzbundes wissen um diese Problematik. Und nicht immer haben die Betroffenen eine Oma oder eine andere Vertrauensperson an der Hand, die mit ihrer Lebenserfahrung hilfreich zur Seite stehen und für Entlastung sorgen kann.Mit sogenannten Familienpaten startet der Kinderschutzbund im Februar 2010 nun ein neues Projekt, das mit EZ-Spenden eine Anschubfinanzierung erhält: Ehrenamtliche sollen junge Eltern entlasten. „Viele und auch schwerwiegende Vorkommnisse zeigen, dass besonders Kleinkindern große Gefahren und Gesundheitsrisiken drohen, wenn Eltern überfordert oder unwissend sind“, sagt Vereinsvorsitzende Sigrid Beh. Mit Hilfe der Paten „wollen wir den Teufelskreis aus Überforderung, Hilflosigkeit und Gewalt durchbrechen oder besser gar nicht erst entstehen lassen“.

20 Frauen zeigten nach einem Aufruf des Kinderschutzbundes Interesse an einer ehrenamtlichen Aufgabe als Familienpatin. Die meisten sind bei der Stange geblieben und haben zwei der vier ganztägigen Schulungen bereits absolviert. Im Januar geht es weiter. „Diese vier Tage sind verbindlich. Später folgen monatliche Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Paten werden von uns während ihres Engagements kontinuierlich beraten und begleitet“, schildert Brigitte Sheikh. Schließlich „müssen sie für ihre schwierige Aufgabe gut geschult sein und auch in rechtlichen Fragen Bescheid wissen“. Die Schulungen, die für die Teilnehmer kostenlos sind, das Honorar für die Fachleute, die die monatlichen Treffen leiten, Infoblätter, die über das Projekt informieren - „all das kostet Geld“, sagt Ulrike Horner, die den Einsatz der Helferinnen koordinieren wird. Einen Teil der Kosten trägt die EZ-Aktion.

Kostenloses und freiwilliges Angebot

Die Familienpaten erhalten eine geringe Aufwandsentschädigung. Für Familien, die sich deren Unterstützung im Alltag wünschen, „ist dieses Angebot gänzlich kostenlos und absolut freiwillig“, betont Brigitte Sheikh. Idealfall sei, dass sich betroffene Familien direkt an den Kinderschutzbund wendeten. Langfristiges Ziel sei, ein Netzwerk beispielsweise aus Hebammen, Frauen- und Kinderärzten aufzubauen, die junge Familien auf die Familienpaten hinweisen könnten, ergänzt Ulrike Horner.

Eine andere Möglichkeit seien professionelle Fachkräfte, etwa Familienhelferinnen, die den Bedarf erkennen. Mit dem Kreisjugendamt hat der Kinderschutzbund diesbezüglich bereits Kontakt. „Die Fachleute merken es, wenn eine Mutter mal jemanden braucht zum Reden oder jemanden, der mit den größeren Kindern ab und zu auf den Spielplatz geht“ , schildert Horner. Es gehe einfach darum, „dass die Mütter mal Luft haben und etwas in Ruhe erledigen können“. Als „billige Putzkräfte“, das unterstreichen sowohl sie als auch Brigitte Sheikh, seien die Familienpaten allerdings nicht zu bekommen. Die Frauen, die sich dazu ausbilden lassen, sind zwischen Mitte 20 und Mitte 60: „Es ist toll, dass wir nicht nur Mitarbeiterinnen aus einer Altersgruppe haben“, sagt Horner erfreut. Angestrebt werde, dass sich immer dieselbe Patin um eine Familie kümmere. Ein- bis zweimal wöchentlich und bis zu vier Stunden soll sie einer Familie oder Alleinstehenden mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Mit seinem Projekt Familienpaten will der Kreisverband Esslingen des Deutschen Kinderschutzbundes im Februar kommenden Jahres starten. Sowohl Familien, die sich eine Unterstützung wünschen, als auch Interessierte, die sich vorstellen können, eine solche Aufgabe ehrenamtlich auszufüllen, können sich an die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes wenden, Vogelsangstraße 12 in Esslingen. Die Mitarbeiterinnen sind montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 07 11/35 29 55 zu erreichen.

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8 405 353 (BLZ 600 501 01)

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Artikel vom 21.12.2009 © Eßlinger Zeitung

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