EZ-WEIHNACHTSSPENDENAKTION
Ambulante Hilfe statt Klinikaufenthalt Besten Dank allen Spendern
ESSLINGEN: Pflegedienst kümmert sich um psychisch Kranke - Spenden für neuen Dienstwagen
Kreis Esslingen (red) - Ein herzliches Dankeschön gilt allen Spenderinnen und Spendern, die die EZ-aktion unterstützen.
Vor acht Jahren startete die Ambulante Psychiatrische Pflege (APP) mit gerade einmal einer halben Personalstelle. Mittlerweile sind es sieben examinierte Krankenschwestern und Altenpflegerinnen und - pfleger, die sich im Esslinger Stadtgebiet bei Hausbesuchen um Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose kümmern - von dreimal täglich bis zu einmal wöchentlich. „Das allein zeigt, wie riesengroß die Nachfrage ist. Inzwischen sind es knapp 60 psychisch Kranke, die wir zu Hause versorgen und die oft über lange Zeit in ärztlicher Behandlung sind. Viele müssten sonst stationär in einer Klinik oder in einem Heim betreut werden“, erläutert Barbara Wolf. Sie ist Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung einer sozialen Psychiatrie (VSP), dem Träger des ambulanten Dienstes.Die Mitarbeiter unterstützen Betroffene, die ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen oder sich nach einem Klinikaufenthalt wieder ans häusliche Umfeld gewöhnen müssen. Auch können sie helfen, eine Klinikaufnahme zu vermeiden, wenn Klienten in eine schwere Krise geraten. Angehörigen und Bezugspersonen psychisch Kranker sind sie kompetente Gesprächspartner.
Unterwegs im dicksten Stadtverkehr
Doch nicht nur die Anforderungen ans Mitarbeiterteam sind in den vergangenen Jahren ständig gestiegen, sondern auch jene ans Dienstfahrzeug. Der Kleinwagen, im Rahmen der EZ-Spendenaktion 2001 zum Start der APP finanziert, gibt mittlerweile immer mal wieder seinen Geist auf. Denn innerhalb von rund sechs Stunden werden bei den Touren zu den Klienten täglich an die 40 Kilometer zurückgelegt - und das im dicksten Stadtverkehr. Das bekommt dem Wagen nicht gut. Als Zweitwagen greifen die Mitarbeiter auf ein Auto der lokalen Carsharing-Organisation zurück. Bevor das Dienstfahrzeug nun aber alle vier Räder von sich streckt, hat sich der VSP an die Verantwortlichen der EZ-Aktion gewandt mit der Bitte, bei der Finanzierung eines Nachfolgemodells zu helfen. Was geschehen wird.
„Wir sind auf Spenden angewiesen. Denn unser Dienst trägt sich finanziell immer noch nicht. Wir erhalten nach wie vor die gleichen Entgelte wie die somatischen Pflegedienste, haben aber einen zeitlich viel höheren Aufwand“, erklärt Barbara Wolf. Bei etwa 8,40 Euro, die die Kostenträger pro Stunde vergüteten, „legt der Verein erheblich drauf“. Nach den zugrunde liegenden Berechnungen „dürften wir gerade mal fünf Minuten vor Ort sein“, ergänzt Karin Mc Craner. Doch es sei nicht damit getan, „dass wir klingeln, schauen, dass der Klient sein Medikament nimmt, und wir wieder gehen“. In der Praxis dauere ein Besuch mitunter eine halbe Stunde. Es komme auch vor, dass ein Klient an einem Tag einfach nicht öffne. „Da fahren wir dann zwei- oder dreimal hin und müssen klären, ob der Betroffene in eine Krise gerät oder gar eine Klinikeinweisung nötig ist. All das wird nicht gesondert bezahlt.“ Für die Kostenträger - Kranken- und Pflegekassen sowie Sozialämter - kommt eine ambulante Betreuung deutlich kostengünstiger als ein stationärer Aufenthalt. „Die Kosten für einen Heimplatz belaufen sich täglich auf 100 bis 150 Euro, in einer psychiatrischen Klinik fangen sie bei etwa 250 Euro an“, weiß Barbara Wolf.
Zeit koste es auch, Betroffene davon zu überzeugen, dass die Hilfe für sie gut und von Nutzen sei: „Vor allem dann, wenn sie in der Krise sind, nehmen sie sich selbst nicht als krank wahr.“ Da müsse viel Beziehungsarbeit geleistet werden. „Wir stellen sicher, dass sich immer dieselben Mitarbeiter um einen Klienten kümmern“, betont die VSP-Geschäftsführerin. Sie ist deshalb froh darüber, dass es im Mitarbeiterteam bisher keinen Wechsel gab: „Wir stocken immer nur auf.“
Einsatz auch am Wochenende
Seit Oktober kommen die APP-Mitarbeiter auch samstags und sonntags zu den Klienten. Davor hatten dies Mitarbeiterinnen der Esslinger Diakonie- und Sozialstation übernommen. Ein Kooperationspartner, mit dem weiterhin zusammengearbeitet wird, etwa bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. „Wir erleben das als Entlastung, sehen uns nicht als Konkurrenz“, unterstreicht Wolf. Der VSP arbeite in verschiedenen Landkreisen, und deshalb könne sie auch sagen, dass es „vorbildlich ist, wie im Kreis Esslingen die Dienste Hand in Hand zusammenarbeiten“, lobt sie. Auch der enge Kontakt und die Zusammenarbeit mit Ärzten funktioniere in der Regel gut: „Dass sich Fachärzte auf unsere Ratschläge verlassen, sagt doch viel aus.“ Die Ambulante Psychiatrische Pflege muss über eine ärztliche Verordnung erfolgen. Die Mitarbeiter des Pflegedienstes helfen bei der Antragstellung.
Die Ambulante Psychiatrische Pflege des VSP ist in der Ritterstraße 16 in Esslingen angesiedelt und zu erreichen unter Tel. 07 11/35 12-32 38 oder mobil Tel. 01 79/97 48 863.
Esslingen: Wilfried Lips, 100 Euro. Lieselotte Bayer, 50 Euro. Uwe Clauss, 30 Euro. Familie Heidi und Herbert Schneider, 30 Euro. Heidi Eberspächer. Familie Thomas und Heike Haas. Waltraut Beck. Familie Jörg und Gertraud Epple. Rolf Munz. Erich Thiel. Familie Adam. Hannelore Denzinger. Gerhard Gseller. Heinz Wüstholz. Maria Tonhäuser. Günther Junginger. Hildegard Spohn. Doris Staab. Heinz Silberhorn. Helmut Rüeck. Familie Karl-Heinz und Erika Schäffler. Josef Neuwirth. Erich Hägele. Gisela Speth. Rosemarie Gugeler.
Aichwald: Franco Pischedda.
Altbach: Helmut Maschler.
EZ-Spendenkonten
Kreissparkasse Esslingen
902 036 (BLZ 611 500 20)
Landesbank Baden-Württemberg
8 405 353 (BLZ 600 501 01)
Volksbank Esslingen
126 888 000 (BLZ 611 901 10)



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