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EZ-WEIHNACHTSSPENDENAKTION

Zivis können sich nun weiterhin um MS-Kranke kümmern

KREIS ESSLINGEN: Geholfen wird auch Alleinstehenden, die wegen einer Krankheit in finanzielle Not geraten sind

(bes) - Mit einer Krankheit zu leben ist für Betroffene schlimm genug. Doch häufig kommen noch finanzielle Sorgen dazu, weil sie keine Arbeitsstelle haben oder nur eingeschränkt einen Beruf ausüben können. Einigen Menschen in einer solchen Lebenssituation wird mit Spenden aus der EZ-Aktion geholfen.

Erst Mitte 20 ist jene alleinstehende Frau, für die die Diakonische Bezirksstelle Esslingen um Unterstützung bittet. Die Frau ist hörgeschädigt und lebt von Arbeitslosengeld II am Existenzminimum. Als einfache Arbeiterin ist es für sie nicht leicht, eine Arbeitsstelle zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass sie, nachdem sich ihr Hörvermögen wieder verschlechtert hat, dringend ein neues Gerät benötigt. Ihre Krankenkasse übernimmt dafür einen Teil der Kosten, für den restlichen Betrag muss die junge Frau allein aufkommen - was ihr dank einer EZ-Spende nun gelingen wird.Prostatakrebs lautete die Hiobsbotschaft für einen Mann Anfang 50, für den der Esslinger Verein Heimstatt um Unterstützung bittet. Nach einem Leben am Rand der Gesellschaft hatte er sich wieder gefangen, lässt auch den Alkohol seit Jahren links liegen. Nach OP, Chemotherapie, Bestrahlung und Reha arbeitet der Mann wieder im Garten- und Landschaftsbau. Nach Angaben seines Sozialarbeiters („Meiner Einschätzung nach hat mein Klient eine Unterstützung mehr als verdient.“) lässt er sich nicht unterkriegen und lebe sehr vernünftig. Doch Krankenhausaufenthalt und Reha verursachten Kosten, während Kranken- und Übergangsgeld das ohnehin geringe Einkommen des 53-Jährigen schmälerten. Nun braucht er eine kleine finanzielle Hilfe für den Kauf der dringend benötigten warmen Arbeitskleidung.Ihr Leben verlief nicht in geordneten Bahnen. Jahrelang war jene Frau Mitte 50 in therapeutischer Behandlung, für die „Die Brücke“ um eine Spende nachsucht. Dieser Verein verschafft den Nöten psychisch Kranker in der Öffentlichkeit Gehör und unterstützt Gemeinden bei der Integration seelisch Erkrankter. Dank der „Brücke“ war es der Frau gelungen, ein eigenständiges Leben zu führen. Vor einigen Monaten hat sie sich allerdings bei einem Sturz in ihrer kleinen Wohnung den Fuß gebrochen.

Weitere OP steht an

Es folgten mehrere Operationen. Bis heute kann sich die 58-Jährige nur auf Krücken fortbewegen, ist ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Das macht sie immer verzweifelter, ihre Depressionen verstärken sich. Nun steht erneut eine Operation an, in die die Frau alle Hoffnungen setzt: Sie wünscht sich sehnlichst, dass sie danach wieder beweglicher wird und nach draußen gehen kann. All diese Ereignisse haben ins Budget der Frau, die von einer kleinen Erwerbsunfähigkeitsrente leben muss, ein Loch gerissen, das nun mit Spenden gestopft wird.

Seit Eröffnung des Plochinger Johanniterstifts im Jahr 1992 gibt es dort auch eine Wohngruppe für Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) erkrankt sind. Um sie kümmert sich auch die AMSEL-Kontaktgruppe Wernau und deren Leiterin Helene Schweikart. Momentan leben 14 Bewohner in der Gruppe. „Manche zogen bald nach der Eröffnung ins Johanniterstift ein, waren damals um die 30 Jahre alt“, weiß Helene Schweikart. Sie wünscht sich für die Bewohner eine Spende, mit denen der Besuch von Zivildienstleistenden zweimal wöchentlich finanziert werden kann. „Die jungen Leute lesen den MS-Kranken vor, erledigen manches für sie oder haben einfach Zeit für ein Gespräch. Und jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit haben sie die Zimmer schön dekoriert. Das sind alles Dinge, die für die Bewohner wichtig sind, die aber nicht über die Pflegekasse abgerechnet werden können. Und den Pflegekräften fehlt dafür einfach die Zeit.“ Eine Spende wird nun dazu beitragen, dass auch im kommenden Jahr in der Wohngruppe Freude über den Besuch der Zivis herrschen wird.

In die Helfer-Riege am EZ-Glühweinausschank am Postmichelbrunnen reiht sich heute die Vize-Landtagspräsidentin Christa Vossschulte ein (17 bis 18.30 Uhr), Bürgermeister Wilfried Wallbrecht und Volksbank-Vorstandsmitglied Heinz Fohrer werden von 17.30 bis 19 Uhr vor Ort sein.

EZ-spendenkonten

Kreissparkasse Esslingen

902 036 (BLZ 611 500 20)

Landesbank Baden-Württemberg

8 405 353 (BLZ 600 501 01)

Volksbank Esslingen

126 888 000 (BLZ 611 901 10)

 

Artikel vom 11.12.2009 © Eßlinger Zeitung

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