EZ-WEIHNACHTSSPENDENAKTION
Freudentränen und große Dankbarkeit
KREIS ESSLINGEN: Großteil des Spendenaufkommens von 195 726 Euro geht an Bedürftige
Manche Beschenkte weinten vor Freude, andere waren zunächst sprachlos und konnten es kaum glauben, dass so viele Menschen Anteil an ihrem Schicksal nehmen: „Das zu spüren, tut sehr gut“, heißt es in einem Dankschreiben. Ohne Unterstützung aus der Weihnachtsspendenaktion hätten manche Mitbürger nicht gewusst, wie es finanziell in ihrem Alltag weitergehen soll. Doch es ging weiter: Dafür sorgten die Leserinnen und Leser der EZ und viele andere Unterstützer. Dank ihrer großen Spendenbereitschaft kamen exakt 195 726 Euro zusammen.
„Ich kann das Geld wirklich gut brauchen, ich lebe allein und bin schwerbehindert. Ein ganz herzliches Dankeschön allen, die diese Spende möglich gemacht haben. Es war kurz vor Weihnachten und ich hatte gerade meinen kleinen Weihnachtsbaum aufgestellt, als ich Besuch bekam und mir eine Spende überreichte wurde. Ich war so gerührt, dass ich erst mal kein Wort heraus bekam“, schreibt einer ältere Frau. „Als ich meiner Klientin die schöne Nachricht überbracht habe, hat sie vor Freude geweint. Dass sie sich nun endlich einen Kleiderschrank und ein Bett kaufen kann, gibt ihr wieder Kraft“, schreibt eine Mitarbeiterin des Esslinger Amts für Sozialwesen. Eine ihrer Kolleginnen schildert, dass ihre sehr im sozialen Abseits lebende Klientin „so eine Freude noch nicht erlebt hat. Sie konnte gar nichts mehr sagen, sondern weinte nur noch. Ihre ganze Not, ihre Belastung und Trauer und das Erkennen, dass Menschen an sie denken, war ohne Tränen nicht auszuhalten“.Vielen Betreuern, die sich um in Not geratene Menschen kümmern, war es nach dem Verteilen der Spenden ein Bedürfnis, den Dank ihrer Klienten über den „unerwarteten Geldsegen“ an die Spender weiterzugeben. Manche der Begünstigten haben sich auch selbst bedankt. Die Leserinnen und Leser haben es mit ihrem finanziellen Engagement geschafft, 193 Schicksale im Rahmen der mehrwöchigen Hilfsaktion, die heute offiziell beendet wird, zum Besseren zu wenden. Häufig steckt hinter einem Schicksal eine ganze Familie, sodass die Zuwendungen einen weit größeren Kreis hilfebedürftiger Menschen erreichte.Das Spendenaufkommen erreicht fast das Niveau des Vorjahres. Nur weil der Silvester-Fackellauf buchstäblich ins Wasser gefallen ist, konnten die rührigen Helfer von Turnerschaft Esslingen, Aero-Club, Hockeyclub, Nonplusultra, Gartenfreunde Domäne Weil und DRK Esslingen einige Tausend Euro weniger Erlös beisteuern - allerdings macht das immer noch die stolze Summe von 3000 Euro aus.Jedes Jahr setzen auch gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen große Hoffnungen auf die EZ-Spendenaktion. Häufig schon im Frühjahr fragen sie bei „Gemeinsam helfen“ an, dem Trägerverein der Aktion, ob sie für ein Projekt finanzielle Unterstützung bekommen könnten. „Dank des großen Spendenaufkommens können wir diesmal 19 Vereine und Einrichtungen bedenken“, freut sich EZ-Verlegerin Christine Bechtle-Kobarg, die Vorsitzende von „Gemeinsam helfen“.
Unterstützung für Alt und Jung
Unterstützt wird zum Beispiel das von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen geplante Hospizhaus in Oberesslingen, für das die Kirche als Bauherr und Träger tief in die Tasche greifen muss und auf Spenden angewiesen ist. Mit Mitteln aus der EZ-Aktion wird ein Pflegebad eingerichtet. „Durch dieses Haus nehmen wir das Sterben und den Tod wieder in die Mitte unserer Gesellschaft“, sagt Dekan Bernd Weißenborn.
Naturgemäß ein anderes Thema wird den Nachwuchs beschäftigen: Der erhält eine Netzschaukel, die künftig die Aktivitäten im legendären Sommerzeltlager des Kreisjugendrings in Obersteinbach erweitern wird. Das spendenfinanzierte Gerät werde im Sommerhalbjahr aufgestellt, „und im Winter unterm Dach eingelagert, damit es geschont wird“, verspricht KJR-Geschäftsführer Kurt Spätling. Bereits zum Erfolg geworden ist ein weiteres Spendenziel, der Elektro-Secondhand-Laden der EBI (Esslinger Beschäftigungsinitiative) in Altbach. Alte Geräte werden dort recycelt, was dem Umweltschutz dient, bedürftige Menschen können günstig einkaufen und wer lange arbeitslos war, erhält die Chance, dank Arbeit im Laden eine neue Perspektive zu finden. EBI-Geschäftsführer Ulrich Rabeneick sieht den kleinen Laden schon auf der Erfolgsspur und die Spenden gut angelegt: „Unser Laden wird gut besucht und viele Kunden freuen sich, wenn wir defekte Geräte wieder zum Laufen bringen. Alles sieht danach aus, dass wir einen Mitarbeiter fest einstellen können.“ Zu den begünstigten Organisationen zählen unter anderem noch der Kreisdiakonieverband, der Deutsche Kinderschutzbund, die Jugendfarm Esslingen, die Stiftung Jugendhilfe aktiv und die Familienpflege Esslingen.




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