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Ganzheitliches Konzept in vier Stufen

Kindersportschule unter Federführung des TSV RSK besteht seit 16 Jahren - Vor der Spezialisierung sportartübergreifende Ausbildung

 
 
 

Es ist ein ganzheitliches Konzept, das Kinder aber auch ermuntert, ihre sportlichen Stärken zu erkennen: Die Kindersportschule Esslingen (Kiss), bei der der TSV RSK Esslingen die Federführung hat und mit dem TSV Wäldenbronn kooperiert, hat sich in 16 Jahren beachtlich entwickelt. „Die Grund­idee ist eine sportart­übergreifende Ausbildung, ohne sich zu früh zu spezialisieren“, sagt Kiss-Leiter Frank Pätzold. Der Sportlehrer will neben der Beweglichkeit auch soziale Kontakte schulen und steuern - und er stellt fest, dass früher selbstverständliche Bewegungsmechanismen heute vielfach erst erlernt werden müssen.

Von Claus Hintennach

Der Parcours in der Kelterturnhalle in Sulzgries macht den Fünf- und Sechsjährigen sichtlich Spaß. Purzelbaum schlagen, krabbeln, Ball prellen und in den Korb werfen, an den Ringen schwingen, hüpfen und balancieren wird geübt - selbst Luftballons und ein Fallschirm werden spielerisch integriert. Die Kinder bewegen sich in der Kiss-Grundstufe und sind mit Feuereifer bei der Sache. Der sechs Jahre alte Gabriel Hausmann aus Sulzgries läuft und springt häufig vorne weg. „Das an den Ringen Schwingen macht mir viel Spaß“, sagt er fröhlich. Doch eigentlich hat er sich sportlich schon festgelegt, denn neben Kiss spielt Gabriel bei den Bambini des TSV RSK Fußball. Trotzdem geht er der vielen Sportarten wegen in die Kindersportschule - und seine Eltern zahlen dafür. So macht Gabriel dreimal die Woche Sport - und bekommt eine umfassende Ausbildung.Im April 1994 ist die Kindersportschule gegründet worden, einen Monat später gab es die ersten Schnupperkurse. Nach den Sommerferien wurde dann mit 70 Kindern gestartet, zum Schuljahresende waren es bereits 120. Seitdem wurde das Angebot weiterentwickelt, Kooperationen mit Kindergärten und einer Schule wurden eingegangen.

So stiegen die Zahlen der Kinder kontinuierlich: Ende vergangenen Jahres wurden in den verschiedenen Gruppen 480 sportlich umfassend geschult. Frank Pätzold war von Anfang an dabei, anfangs als einziger Ausbilder. Mittlerweile ist auch das Betreuerteam deutlich angewachsen. Die fest angestellten Sportlehrer Katja Seyferle, Daniela Oexl und Philip Schmidt sowie die Motopädin Yvonne Prömel-Hohner gehören ebenso dazu wie die Honorarkräfte Sven Reichenberger und Lea Friedmann.

Weitere Angebote

Spielerisch und kindgemäß werden die Kleinen an den Sport heranführt. Bei der Mini-Kiss-Gruppe (vier bis fünf Jahre) geht es vor allem um Motorikschulung. In der Grundstufe werden diese Fertigkeiten ausgebaut und vielseitige körperliche Grundlagen gelegt. In der Aufbaustufe (sieben bis acht Jahre) wird zielgerichtet mit koordinativem Schwerpunkt ausgebildet. Mit diesen Grundlagen „lernt man später jede Sportart nach den individuellen Fähigkeiten“, sagt der 42-jährige Diplom-Sportpädagoge Pätzold. In der Orientierungsstufe (neun und zehn Jahre) werden einzelne Sportarten blockweise trainiert - nicht nur Fuß- und Handball, Leichtathletik, Tennis und Turnen. „Wir arbeiten mit anderen Vereinen zusammen“, verdeutlicht Pätzold. Auch Badminton, Hockey, Tischtennis, Judo, Kanu und Rudern stehen auf dem Programm. Persönliche Neigungen der Kinder werden so auf einer sehr breiten Basis herausgearbeitet. Auf 60 Übungseinheiten in sieben verschiedenen Hallen in Esslingen bringen es die Kiss-Sportlehrer in der Woche. Die Kiss-Geschäftsstelle ist in der Kelterstraße 15 - im selben Gebäude ist der Jugendtreff Sunshine untergebracht.

Ergänzt wird das Kiss-Angebot vom Flitzplatz, einer psychomotorischen Bewegungsförderung mit der Motopädin Prömel-Hohner, und vom Jugend-Sportclub, einem offenen Angebot für 10- bis 16-Jährige. Erstmals wurde in diesen Pfingstferien „Kiss im Freien“ veranstaltet, eine „Ballsportschule mit Erlebniswelt Natur“, erläutert der Kiss-Leiter. Spezielle Programme wie Wald- oder Bade­spaßwochen werden auch in anderen kleinen Ferien angeboten, in den Sommer- und Winterferien macht Kiss Pause.

Kooperationen gibt es mit der Grundschule Mettingen, den Kindergärten Talstraße und Sulzgries (Montessori) sowie dem in der Flandernstraße. Bei letzterem ist Kiss Teil eines vom Bund geförderten Projekts, das sich der gezielten Integration von Migrantenkindern und deren Eltern widmet.

Anteil Übergewichtiger steigt

Eine Pause legen Pätzold und seine Kollegen bei „Superstark“ ein. Pätzold verweist darauf, dass bei diesem Projekt unbedingt die Eltern mit ins Boot geholt werden müssen. Doch scheitert das bislang zu häufig. Dabei ist gerade dieses Angebot, das sich an übergewichtige 8- bis 13-Jährige richtet, „unabdingbar wichtig“. Denn auch der Sulzgrieser Sportlehrer stellt fest, dass der Anteil übergewichtiger Kinder in den vergangenen Jahren größer geworden ist. Und Pätzold beobachtet noch etwas anderes: Was bei den Kleinsten einst vorausgesetzt werden konnte, ist bei vielen heute keineswegs mehr selbstverständlich. Häufig scheitert es am Balancieren und Hüpfen. Oder das muskuläre Korsett ist so schwach, dass sich die Kinder nur wenige Sekunden an Sprossenwand oder Seil halten können. Diese Ganzkörperschulung und -kräftigung wird nun beim Kiss-Einstieg über verschiedene Spielformen intensiviert. Und auch das „Superstark“-Konzept soll überarbeitet und im kommenden Jahr erneut an den Start gebracht werden.

Das Abschlussspiel darf in den Kiss-Einheiten nicht fehlen. Die Fünf- und Sechsjährigen der Grundstufe spielen in der Kelterturnhalle unter dem Titel „Fuchs, wie spät ist es?“ Fangen. Dann ist Schluss. Beim Hinausrennen kommen schon die Nächst-Älteren entgegen. Das Kiss-Konzept kommt an.

www.kiss-esslingen.de

 

Artikel vom 06.07.2010 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (1)

-› Artikel kommentieren

06.07.2010 08:44 von Bär 1975

Ich kann esaus eigener Erfahrung jeden Eltern an Herz legen, nicht nur das es sehr viel Spass macht sondern es bringt den Kindern eine ganze Menge an Selbstbewustsein


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