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Vereine ziehen an einem Strang

ES-ZELL: Als Ersatz für das Zentrum Zell wird nur ein Anbau neben der Sporthalle akzeptiert - Bürgerausschuss will das Rathaus erhalten

  Ihr Rathaus ist den Zellern wichtig: Vertreter der Vereine und des Bürgerausschusses stellen sich vor das Gebäude. Die Zukunft der örtlichen Vereine sehen sie allerdings in einem Anbau neben der Sporthalle.Foto: Bulgrin
 

Ihr Rathaus ist den Zellern wichtig: Vertreter der Vereine und des Bürgerausschusses stellen sich vor das Gebäude. Die Zukunft der örtlichen Vereine sehen sie allerdings in einem Anbau neben der Sporthalle. Foto: Bulgrin

 

Von Hermann Dorn

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Karl-Heinz Schuker. Der Vorsitzende des Zeller Musikvereins berichtet von einer erfolgreichen Jugendarbeit. 70 Kinder werden an den Instrumenten ausgebildet. Zuversicht nährt auch die enge Zusammenarbeit mit den Musikern in Oberesslingen. Noch in diesem Jahr soll die Verschmelzung über die Bühne gehen. Mehr als 400 Mitglieder, dazu eine gut besetzte Kapelle - das sind Aussichten, die Schukers Herz höher schlagen lassen könnten. In dieser Phase kommt die Diskussion über das Zentrum Zell denkbar ungelegen. Sollte der Saal mit dem Foyer geschlossen werden, ohne dass ein überzeugender Ersatz geschaffen wird, wäre das für den Musikverein Zell ein empfindlicher Rückschlag.Noch ist das letzte Wort über das Zentrum Zell nicht gesprochen. Noch besteht die Chance, dass die Freie Evangelische Schule als Käufer dem Gebäude und damit auch den örtlichen Vereinen eine neue Zukunft eröffnet (lesen Sie dazu unseren Beitrag auf Seite 9). Doch in Zell geht längst die Angst um, die alten Verhältnisse könnten zurückkehren - Verhältnisse, wie sie vor dem Bau des Zentrums Zell in der Mitte der 70er-Jahre geherrscht haben. Damals probten Musiker und Sänger in engen Nebenräumen.

Warnung vor Konflikten

„Solche Zustände kann man uns nicht mehr zumuten“, sagt Gunther Keller, Vorsitzender des Gesangvereins Konkordia Zell. Trotz mancher Probleme glaubt er fest an die Zukunft des Vereins. Im Männerchor baut er auf die Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein in Oberesslingen. Und mit dem Jungen Chor („Die Taktlosen“) gibt es eine vielversprechende Ergänzung zum Gemischten Chor, dessen Mitglieder in die Jahre gekommen sind.

Auch Keller betont, wie wichtig die räumlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Konkordia sind. Überlegungen der Stadt, das Zeller Rathaus und die Grundschule Zell als neue Probelokale auszubauen, lehnt er ebenso wie Schuker ab. Der Übungsbetrieb wäre nur eingeschränkt möglich, sagen sie. Außerdem befürchten sie Konflikte mit den Anliegern. Unbeantwortet wäre für sie überdies die Frage, wo sie künftig ihre Konzerte veranstalten sollen. Das Neckar Forum und die Osterfeldhalle, da sind sie sich einig, kommen nicht in Frage.

Diese Position teilt auch der Bürger­ausschuss Zell. „Als Ersatz für das Zentrum Zell akzeptieren wir nur einen Anbau neben der Sporthalle“, sagt Jochen Straub, der Vorsitzende des Bürgerausschusses. Er sieht die Stadt in der Pflicht, dort den Vereinen und dem Jugendtreff eine Zukunft zu eröffnen. Das Rathaus Zell wollen der Bürger­auschuss und die Vereine aber nicht einfach fallen lassen. „Es bleibt für Zell ein wichtiger Identifikationspunkt“, so Straub. Das Gebäude müsse im Ortsbild erhalten werden. Vorstellbar sei eine Nutzung durch Anwälte oder Steuerberater. Aber auch Überlegungen, eine Tagespflege sowie einen Mittagstisch für alle Generationen einzurichten, werden ausdrücklich begrüßt.

„Zentrum Zell besser vermarkten“

In Zell herrscht die Überzeugung, dass aus gesamtstädtischer Sicht die besseren Gründe dafür sprechen, das Zentrum Zell zu erhalten. „Man müsste die Hallen nur besser vermarkten“, meint Patrick Funk, stellvertretender Vorsitzender im Bürgerauschuss. Sollte sich die Stadt zu einem Anbau neben der Sporthalle durchringen und für das Rathaus Zell eine befriedigende Nutzung finden, könnte Funk aber ebenso wie die Vereine mit dem Aus für das Zentrum Zell ganz gut leben.

Bei allen Meinungsunterschieden betonen Straub und Funk weiter ihre Kooperationsbereitschaft mit dem Rathaus. Enttäuscht zeigen sie sich allerdings von dem Umgangsstil, mit dem sie zuletzt behandelt worden sind. Die Information über Ersatzlösungen für das Zentrum Zell sei zu spät erfolgt. „Da sind wir nicht richtig einbezogen worden“, kritisiert der Vorsitzende.

 

Artikel vom 22.06.2010 © Eßlinger Zeitung

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