Ministerin Gönner wirbt für Direktflug nach Dubai
LEINF.-ECHTERDINGEN: Seit zehn Jahren interessiert sich die Fluggesellschaft Emirates für Stuttgart - Pläne scheitern an der Politik
Seit zehn Jahren kämpft der Flughafen Stuttgart um eine Direktverbindung nach Dubai. „Wir sind an diesem exportorientierten Wirtschaftsraum sehr interessiert“, bekräftigte Andrew Parker, Sprecher der Fluggesellschaft Emirates. Baden-Württembergs Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner unterstützt das Vorhaben. Sie will bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dafür werben. Die Erfolgsaussichten sind jedoch ungewiss.
Wegen der Verkehrsrechte scheitern die Pläne der Fluggesellschaft Emirates bislang, von Stuttgart nach Dubai zu fliegen. Das Luftverkehrsabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland sieht vor, dass die arabische Fluggesellschaft nur vier deutsche Flughäfen anfliegen darf. Das sind neben Frankfurt und München derzeit Düsseldorf und Hamburg. Als deutsche Fluggesellschaft bietet die Lufthansa von ihren Drehkreuzen in Frankfurt und München Direktflüge nach Dubai an. Ab dem 3. November wird die Fluggesellschaft Air Berlin diese Langstrecke drei Mal pro Woche vom Flughafen Berlin-Tegel aus bedienen. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sieht in der Verbindung „eine große Marktchance“. Auf deutscher Seite sind die Kapazitäten noch nicht ausgeschöpft.Auch für Verkehrsministerin Tanja Gönner (CDU) steht Dubai auf der Wunschliste oben. Die Vereinigten Arabischen Emirate seien unter den arabischen Ländern Baden-Württembergs wichtigster Handelspartner. Über Dubai hinaus erhielten Fluggäste aus Stuttgart bessere Anschlüsse zu Regionen im Nahen Osten, in Indien und in Australien. „Im persönlichen Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister möchte ich für die Verbindung werben“, bekräftigte Gönner, die zugleich Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens ist. Ob der Vorstoß Aussichten auf Erfolg hat, weiß sie nicht.Definitives konnte auch Andrew Parker, Senior Vice President und Cheflobbyist von Emirates, nicht sagen. Es gebe „positive Signale“, bemerkte der Unternehmenssprecher lapidar, entscheiden müsse die Politik. Neben Stuttgart interessiert sich seine Gesellschaft für die Direktverbindung von Berlin. Obwohl Air Berlin ab November von der Bundeshauptstadt aus fliegt, bekam die Fluggesellschaft dort eine Absage.
Fundel fühlt sich benachteiligt
Nicht nur Geschäftsreisende erhofft sich Parker vom Direktflug zwischen Stuttgart und Dubai. Das Potenzial auf dem touristischen Markt ist für ihn unbestritten. Im Gegenzug seien für arabische Passagiere Gesundheitsangebote in Stuttgart und Umgebung interessant. Dort gebe es Krankenhäuser von internationalem Ruf. Die Fluggastzahlen der Lufthansa auf dem Dubai-Flug entwickelten sich positiv. Flughafendirektor Georg Fundel appellierte an die Bundesregierung, „Stuttgart nicht schlechter zu behandeln als andere Bundesländer, die durch Emirates angeflogen werden“.



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