„Eine herausragende Persönlichkeit verloren“
FILDERSTADT: Tiefe Trauer nach dem überraschenden Tod des früheren Oberbürgermeisters Peter Bümlein
(kh) - Filderstadt hat mit dem früheren Oberbürgermeister Peter Bümlein eine herausragende Persönlichkeit und einen besonderen Menschen verloren. Darin sind sich alle Gemeinderatsfraktionen einig. Der 65-Jährige ist, wie berichtet, überraschend am Samstag im Esslinger Krankenhaus gestorben. Sowohl im Gemeinderat als auch in der Stadtverwaltung herrschen tiefe Trauer und große Betroffenheit.
Die Filderstädter SPD trauert um ihr Mitglied Peter Bümlein: „Wir sind schockiert und tief betroffen“, schreiben der Ortsverein und die Gemeinderatsfraktion in einer gemeinsamen Stellungnahme. Der ehemalige Oberbürgermeister sei allseits hochgeachtetet und beliebt gewesen. Er habe „sehr viel vorangebracht und in die Wege geleitet“. Ganz wichtig sei es ihm gewesen, die Menschen ernst zu nehmen. Ihm sei es immer wieder gelungen, „die Menschen für sich und die jeweilige Sache zu gewinnen, für die er sich stark machte. Er konnte auf die Menschen zugehen wie kein zweiter und nahm mit seinen liebevoll ironischen Worten so mancher zugespitzen Situation die Schärfe. Kreativ und mit viel Mutterwitz fand er immer wieder einen Weg, Brücken zu schlagen, um tragfähige Lösungen zu finden.“ Trotz seiner schweren Erkrankung - er hatte in den 90er-Jahren eine Krebserkrankung erfolgreich bewältigt und mehrere Herzinfarkte - habe sich Bümlein nicht geschont. „Mit dem Tod Bümleins verliert Filderstadt eine weit über die Stadtgrenzen hinaus anerkannte Persönlichkeit“, betont die SPD.
„Herausragende Menschlichkeit“
„Mit tiefer Bestürzung“ haben die Freien Wähler den Tod des Ehrenbürgers und Alt-OBs aufgenommen, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Kreisrat, Richard Briem. Sowohl als Chef der Verwaltung als auch als Vorsitzender des Gemeinderats sei er „immer ein fairer und zuverlässiger Partner“ gewesen. Auch bei gegensätzlichen Meinungen und bei schwierigen Entscheidungen habe er immer den Respekt und die Achtung vor seinem Gegenüber gewahrt. Ohne Bümleins Visionen und sein Können „wäre Filderstadt nicht das, was es jetzt ist“. Briem bescheinigt dem früheren OB Bürgernähe und eine „herausragende Menschlichkeit“.
„Die Worte fallen mir nach wie vor schwer“, gesteht der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Traub. Er sei sehr überrascht von der Todesnachricht gewesen und tief betroffen, wie alle Fraktionsmitglieder. Traub hebt Bümleins große Beliebtheit in der Bevölkerung hervor, die er sich erworben habe durch seinen großen Sachverstand, hohen Einsatz und seinen „einnehmenden Humor“.
Über alle Parteigrenzen und unterschiedlichen Meinungen hinweg habe sich Bümlein um die Stadt verdient gemacht, würdigt ihn Matthias Gastel, Vorsitzender der Fraktion Grüne/FFL. „Er hat den Stadtteilen ihre Identität gelassen und der noch jungen Gesamtstadt ein gesundes Selbstvertrauen gegeben.“ Sein Lebens- und Arbeitsmotto habe gelautet: „Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt und sich engagiert.“ Transparente Strukturen in Verwaltung und Kommunalpolitik sowie die Bürgerbeteiligung „waren seine markantesten Markenzeichen“. Durch Bümleins „unverkennbaren Humor“ habe sich „manch eine Lösung leichter finden und manch eine Niederlage einfacher verschmerzen“ lassen.
Sorgen der Menschen als Richtschnur
„Ich bin tief bestürzt und möchte es einfach nicht wahrhaben“, sagt Johannes Jauch (FDP). Für die Stadt „hat er sich rastlos eingesetzt. Auch seine Krankheit hat ihn nicht aufgehalten.“ Bümlein sei ein Oberbürgermeister für alle Bürger, für die Wirtschaft, die Vereine und die Familien gewesen. Sei er von einer Sache überzeugt gewesen, habe er sich voll dafür eingesetzt. „Für Filderstadt und seine Menschen war er wirklich ein Glücksfall.“
Der fraktionslose Stadtrat und CDU-Mitglied Erhard Alber „kann es noch gar nicht richtig fassen“. Er betont Bümleins menschliche Qualitäten ebenso wie sein großes Engagement. „Er war einfach mit Leib und Seele dabei“, sei mehr gewesen als Verwaltungschef und Oberbürgermeister. Bümlein habe Filderstadt „bis zu einem gewissen Grad verkörpert“.
Bümlein vertrat Filderstadt von 1984 bis 1999 im Kreistag, war von 2001 bis März dieses Jahres Vorsitzender der Filderwasserversorgung und saß von 2004 bis zuletzt im Regionalparlament. Auch während seiner schweren Krankheit habe er sich für die Region Stuttgart eingesetzt, würdigen ihn Regionaldirektorin Jeanette Wopperer und Verbandsvorsitzender Thomas Bopp. Deren Entwicklung habe Bümlein „mutig und vorausschauend“ vorangetrieben, vor allem in Fragen des öffentlichen Personennahverkehrs. „Die Sorgen und Nöte der Menschen wurden zu seiner politischen Richtschnur.“



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