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Briefe aus der Hinteren Gasse

DENKENDORF: Anwohner streitet seit Jahren um Tempokontrolle auf der Zufahrt zum Freibad

Von Roland Kurz

Eigentlich ist die Hintere Gasse zu unübersichtlich zum Rasen, aber schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer schaffen etliche Autofahrer schon. Ob es auf der Strecke zum Freibad viele oder wenig Raser gibt, hängt vom Standpunkt ab. Im Rathaus sieht man es anders als in der Hinteren Gasse. Ein Bürger will sich mit den Schnellfahrern nicht abfinden und beschäftigt die Gemeindeverwaltung seit Jahren mit diesem Problem.Laut amtlicher Statistik hat Rainer Burkhardt seit 2006 elf Briefe ans Rathaus geschrieben. Sieben Antwortschreiben hat er von der Gemeinde erhalten. Dazu kommen drei Vor-Ort-Termine von Verwaltung und Verkehrskommission mit Herrn Burkhardt sowie ein Gespräch im Rathaus.„Die Geschichte hat so einen Bart“, meint Bürgermeister Peter Jahn. Für ihn ist die Sache ausdiskutiert, seit Burkhardt auch die bereits begonnene Markierung von Parkflächen abgelehnt hat. Denn die Gemeinde war vergangenes Frühjahr schon so weit, dass sie Parkflächen und Halteverbote so aufmalen wollte, dass Autos gebremst würden. Aber die Anlieger lehnten den Plan ab, weil sie nicht mal mehr vor ihrer Garage parken dürften. Und auch Architekt Burkhardt, der laut Jahn zunächst zugestimmt hat, wollte die Markierung dann nicht mehr. Das Projekt wurde gestoppt, immerhin waren aber am Anfang und am Ende der Hinteren Gasse schon Bäume gepflanzt worden, um die Fahrbahn ein wenig einzuengen.In seinem neuesten Schreiben schlägt Rainer F. Burkhardt aber wieder „Verengungen durch Pflanztröge oder Schwellen“ vor. Außerdem müsse die Gemeinde das Tempolimit „zwingend“ durchsetzen. Er habe noch keine einzige der versprochenen Geschwindigkeitskontrollen entdeckt.

Keine Unfälle bekannt

Dem widerspricht Karin Bauknecht, Leiterin des Bürgeramtes. Das Landratsamt stelle immer mal wieder die Radarfalle auf, aber die Erfolgsquote sei so gering, dass die Behörde andere Kontrollstellen für wichtiger erachte. Das Geschwindigkeitsdisplay, das zur Erziehung der Autofahrer öfter aufgestellt werde, lasse Burkhardt nicht als Kontrolle gelten. Das Gerät hat jedenfalls registriert, dass 10 bis 15 Prozent der Autos schneller als 35 Stundenkilometer fahren, als Höchstgeschwindigkeit wurde Tempo 58 gemessen. Unfälle hat es in der Hinteren Gasse offenbar nicht gegeben - nur einmal sei ein Bub vom Fahrrad gefallen, weiß Bauknecht.

Das Display zur Kontrolle des eigenen Tachometers zählt auch die Fahrzeuge. In Wintermonaten sind es gut 600 Fahrzeuge am Tag, im August etwa 1000. Das sei keine außergewöhnliche Belastung für eine Durchgangsstraße, findet Bürgermeister Jahn.

 

Artikel vom 15.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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