Feuerwehrhelm vom Flughafen Teheran
HOCHDORF: Tag der Feuerwehren zieht Sammler und Berufskollegen an
Vor der Breitwiesenhalle empfangen den Besucher Feuerwehrwagen aus Neckartenzlingen, Plochingen, Kohlberg, Bissingen, Affalterbach. Vorwiegend Männer schreiten in ihren orangefarbenen Berufsjacken von Fahrzeug zu Fahrzeug. Mal wird mit Blick auf einen der Einsatzwagen neidisch festgestellt, „der ist ja nagelneu“, mal beginnt ein Schwatz über Wasser- und Schaumtanks, Pumpen und Spritzen. Der Tag der Feuerwehren in Hochdorf war wieder ein Treffpunkt für Freiwillige und für Berufsfeuerwehrleute. Aber auch die Sammlerszene findet hier, was ihr Herz begehrt.Während in der Sporthalle Feuerwehrmannschaften gegeneinander kicken und ihre Familien im Saal Kuchen oder Schnitzel genießen, bummelt im Untergeschoss eine bestimmte Spezies von Jägern durch die Räume. Die Tausch- und Kaufbörse lockt jene, die nichts Schöneres kennen, als endlich das Abzeichen einer bestimmten Werksfeuerwehr aufzustöbern, oder die schon lange das Buch „Florian 14: Achter Alarm“ suchen. Neben Uniformjacken, Feuerwehrauto-Quartetten, Modellautos, Bierkrügen locken vor allem Helme die Sammler an. Gerhard Pfeiffer ist seit 40 Jahren bei der Berufsfeuerwehr, und fast so lange sammelt er schon Helme. „Das ging 1971 los. Da war ich in Istanbul, hatte Sachen von meiner Ausrüstung dabei und besuchte die Kollegen. Das ist weltweit so üblich unter Feuerwehrleuten. Auch, dass man tauscht.“ Seitdem sind einige Helme zum Istanbuler Helm dazu gekommen. „750 habe ich zu Hause“, erzählt der 59-Jährige. Selbst Gattin Sylvia hat er angesteckt: „Ich sammle Miniaturhelme für den Setzkasten.“ Vor den beiden reihen sich auf dem Tisch Helme aus der ganzen Welt aneinander. 140 Euro kostet der vom iranischen Flughafen Teheran. Gerne hätte der Stuttgarter einen Helm aus Nordkorea: „Das ist sehr schwer zu bekommen. Das geht nur über Chinesen, die da geschäftlich unterwegs sind. Ich jage noch.“ Der Tag der Feuerwehren ist für das Ehepaar ein „Spaßtag“. „Man trifft hier andere Sammler, Leute, die man nur aus dem Internet kennt“, so Gerhard Pfeiffer.Staunend steht der sechsjährige Philip vor der Helmsammlung. Er hat sich in eine Art Kinder-Feuerwehruniform geworfen und sucht Abzeichen: „Die sammle ich nämlich.“ Wie viele hat er schon? „Zwei von der Polizei, ein altes und jetzt ein neues blaues. Und einen Stern und von der Bahn.“ Mutter Christine erläutert lachend: „Es muss echt sein, das ist manchmal mühsam. Aber es interessiert ihn eben.“



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