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In Uniform durch die Zeit marschiert

BALTMANNSWEILER: Musikverein feiert seinen 90. Geburtstag

  Der Musikverein Baltmannsweiler ließ die vergangenen 90 Jahre musikalisch Revue passieren. Dabei wechselten sie mehrfach ihre Uniformen.Foto: Stürmer
 

Der Musikverein Baltmannsweiler ließ die vergangenen 90 Jahre musikalisch Revue passieren. Dabei wechselten sie mehrfach ihre Uniformen. Foto: Stürmer

 

Von Klaudia Stürmer

Der Musikverein Baltmannsweiler feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Zum Auftakt des Festjahres gab die Stammkapelle am Samstagabend im Kulturzentrum ihr erstes Konzert. Dabei wechselten die Musiker ihre Uniformen im Takt der Geschichte. Denn eine Vereinschronik dient auch als Zeitzeuge in Sachen Mode. Mit dem Marsch Washington Grays eröffnete die Musikkapelle ihr Geburtstagskonzert. Unter der Leitung von Musikdirektor Rainer Jauch startete die kleine Bühnenshow mit einem Marsch aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, der Gründungszeit des Musikvereins. Danach verschwand die Kapelle hinter dem königsblauen Bühnenvorhang des Kulturzentrums. Günter Olbert, Schulleiter und selbst aktives Mitglied im Verein, moderierte und führte das Publikum durch 90 Jahre Musik­geschichte. Seine Erklärungen zu den jeweiligen Musikmoden, in denen sich der Verein entwickelte, waren unterhaltsam und wissenswert.Mit der schwermütigen Ouvertüre „Feodora“ von Peter Tschaikowsky repräsentierte das Orchester die Zeit von 1933 bis 1950. In grauen Uniformen, unter Schirmmützen mit schwarzem Rand, erinnerte der Kapellenlook an die militärische Tradition der Blasmusikorchester. Mit dem Wechsel in die nächste Uniform schlüpften die Musiker in die leichte und bunte Welt der siebziger Jahre. Bekannte Melodien von Giuseppe Verdi in der modernen Bearbeitung von Walter Tuschla gingen dem Publikum ins Ohr. Die Farbkombination der damals orange-braunen Vereinsuniform konnte passender nicht sein.Danach durfte sich das Orchester in Vollbesetzung in ihrer heutigen, weinroten Uniform zeigen, um sich neueren Stücken zu widmen. Mit „Selections from Starlight Express“ aus dem Jahr 1990 und „Tokyo Adventure“ aus dem Jahr 2000 bediente das Orchester den modernen Musikgeschmack. Musicalfans kamen dabei auf ihre Kosten.Als Ausblick auf die Zukunft des Vereins präsentierte die Stammkapelle das Stück „Oregon Fantasy for Concert Band“ und den traditionellen Marsch „Die Sonne geht auf“. Zwei Polkas als Zugabe zauberten noch einmal fröhliche Stimmung in den Saal.Im Anschluss an das Konzert unterhielten sich die Gäste beim Stehempfang. Rund 200 Besucher hatten den Weg ins Kulturzentrum der Schurwaldgemeinde gefunden. Mit von der Partie waren der Bundestagsabgeordnete Markus Grübel als Präsident des Blasmusikverbands Esslingen, der Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann und Schirmherr Bürgermeister Martin König.

 

Artikel vom 15.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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