Überzeugender Wahlsieg für Matthias Ruckh
WOLFSCHLUGEN: Mit 75,6 Prozent klar vor Stefan Kluger - 39-Jähriger wird Anfang Mai die Nachfolge von Ottmar Emhardt antreten
Mit deutlichem Vorsprung hat Matthias Ruckh gestern die Bürgermeisterwahl in Wolfschlugen vor seinem Mitbewerber Stefan Kluger gewonnen. Auf den 39-jährigen Ortsvorsteher von Raidwangen und Reudern entfielen 75,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er tritt damit im Mai die Nachfolge von Ottmar Emhardt an, der sich nach 32 Jahren als Rathauschef in den Ruhestand verabschieden wird.
Das sei Vertrauensvorschuss und Verpflichtung zugleich, sagte der amtierende Schultes, als er kurz vor 19 Uhr im Rathaus das Ergebnis verkündete. 2110 der abgegebenen Stimmen und damit 75,6 Prozent entfielen auf Ruckh. Bei seinem Kontrahenten Kluger hatten nur 671 Wähler ihr Kreuzchen gemacht, was einem Stimmenanteil von 24,04 Prozent entspricht. Zehn Wähler hatten andere Namen auf ihrem Stimmzettel geschrieben. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,2 Prozent. „Das ist nicht ganz hervorragend, aber auch nicht ganz schlecht“, sagte Emhardt.Große Gefühlsausbrüche sind nicht die Sache von Matthias Ruckh. Er sei „innerlich bewegt“, sagte der großgewachsene Wahlsieger im Kreise seiner fünf Jungs und seiner Frau Kirsten. Einen so deutlichen Sieg hätte er nicht erwartet. Seinen Erfolg führt er auf zwei Faktoren zurück: den intensiven Wahlkampf - Ruckh hatte bereits im Januar begonnen - und seine kommunalpolitische Erfahrung. Offenbar habe sich herumgesprochen, dass er in Raidwangen und Reudern als Ortsvorsteher gute Arbeit leiste, meinte Ruckh. Das sei im Wahlkampf der „große Unterschied“ gewesen. Ähnlich sieht es der unterlegene Stefan Kluger. Natürlich sei er enttäuscht, sagte der 47-jährige Diplom-Verwaltungswirt. Doch hätten die Wolfschlugener eine klare demokratische Entscheidung getroffen. „Es fällt mir nicht schwer, diese zu akzeptieren.“ Der Wahlkampf sei für ihn eine „wichtige persönliche Erfahrung“ gewesen, sagte Kluger, der im Innenministerium für den Fuhrpark der Landespolizei zuständig ist. Während der vergangenen Wochen habe er viele gute Gespräche im Ort geführt. „Das alles wird durch das Wahlergebnis nicht weggewischt.“So voll wie gestern Abend war das Wolfschlugener Rathaus lange nicht mehr. Viele Bürger wollten den Wahlausgang hautnah miterleben. Unter ihnen war auch der im Ort lebende SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold. „In Wolfschlugen geht‘s weiter ohne große Aufregung“, kommentierte er Ruckhs Wahlsieg. Für die Arbeit in der Gemeinde sei das „ein guter Start“. Auf so einem guten Ergebnis könne man aufbauen, meinte Rolf Siebert, Erster Bürgermeister in Nürtingen.Der neue Rathauschef blickte schon nach vorne: die Schulkonzeption wolle er weiterentwickeln, den öffentlichen Nahverkehr verbessern und den Haushalt konsolidieren. Denn das Defizit von rund einer Million Euro im Haushalt zeige, dass die Wirtschaftskrise auch in Wolfschlugen angekommen ist.



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