› mehr Wetter 

Piloten halten sich meist an die Ideallinie

DENKENDORF: Beschwerden über Fluglärm gingen 2009 erheblich zurück

  Überdurchschnittlich viele Gewitter im Frühjahr und Frühsommer 2009 zwangen die Piloten zu Ausweichmanövern von der normalen Flugbahn, erklärt der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen, Klaus Peter Siefer. Die Piloten seien verpflichtet, aus Sicherheitsgründen auszuweichen.Foto: dpa
 

Überdurchschnittlich viele Gewitter im Frühjahr und Frühsommer 2009 zwangen die Piloten zu Ausweichmanövern von der normalen Flugbahn, erklärt der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen, Klaus Peter Siefer. Die Piloten seien verpflichtet, aus Sicherheitsgründen auszuweichen. Foto: dpa

 
Die Beschwerden über Fluglärm sind 2009 deutlich zurückgegangen. Diese Nachricht brachte der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen Stuttgart, Klaus Peter Siefer, mit in den Denkendorfer Gemeinderat. In seinem Bericht für 2009 listet er 1599 Beschwerden auf, während es 2008 noch 2259 waren.

Von Ulrike Rapp-Hirrlinger

„Meine eigentliche Aufgabe ist das Aufspüren vermeidbaren Lärms“, sagt Siefer, der dem Regierungspräsidium zugeordnet ist. Dafür hofft er nun wieder mehr Zeit zu haben, nachdem die Beschwerdezahlen um fast ein Drittel gesunken en sind. „Es gab wegen der Wirtschaftkrise dramatisch weniger Flüge“, nennt Siefer eine Ursache. Zudem sei die Diskussion um die zweite Start- und Landebahn ebenso vom Tisch wie die um die Änderung des Flugerwartungsgebiets.

Auch der Wegfall der Nachtpostflüge zwischen August und November spielte eine Rolle. Seit diese wieder aufgenommen wurden, sei die Zahl der Beschwerden wieder deutlich gestiegen. Zudem hatte Siefer im Oktober und November die Beschwerden eines einzelnen Bürgers aus Nellingen aus der Statistik herausgenommen, damit das Bild nicht verfälscht werde. Dieser rufe permanent an und seine Beschwerden machten immer noch ein knappes Viertel aller Beschwerden aus. Zuvor sei der Anteil noch höher gewesen. „Ich zähle sie aber weiter“, betonte Siefer auf Nachfrage.

133 Beschwerden und damit gut acht Prozent an der Gesamtzahl kamen 2009 aus Denkendorf. Auch hier seien es vor allem zwei Bürger, die häufig zum Telefonhörer griffen. Das hält der Lärmschutzbeauftragte allerdings nicht für problematisch. „Beschwerden sind immer berechtigt, weil Bürger sich belästigt fühlen“, meinte FWV-Fraktionsvorsitzender Martin Klein. Er forderte, „dass alles, auch über das zwingend rechtlich Vorgegebene hinaus zur Eindämmung des Fluglärms getan wird“. Herbert Kilgus (SPD) ist überzeugt, „dass viele Bürger schon resigniert haben und gar nicht mehr anrufen“.

Am häufigsten beschweren sich Bürger über Flüge in der Nacht. Außer den beiden Postflügen dürfen zwischen 23 und 6 Uhr regulär keine Flugzeuge starten, und zwischen 23.30 und 6 Uhr keine landen. Ausnahmen von der Nachtflugbeschränkung sind genau definiert und alle Nachtflüge würden im Nachhinein auf ihre Korrektheit überprüft, erklärte Siefer.

Überdurchschnittlich viele Gewitter im Frühjahr und Frühsommer hätten die Piloten zu Ausweichmanövern von der normalen Flugbahn gezwungen. „Die Piloten sind verpflichtet, Schlechtwetter aus Sicherheitsgründen auszuweichen.“ Viele Bürger beschwerten sich über vermeintliche Flugwegabweichungen. Diese subjektiven Eindrücke täuschten jedoch oft, erklärte Siefer. Er lässt sich dann die entsprechenden Daten kommen, um die Flugbahn nachzuvollziehen oder festzustellen, welche Wetterlage herrschte. Sein Fazit: „Die meisten dieser Flugzeuge flogen völlig korrekt.“ Immer wieder sei er rund um den Flughafen unterwegs, um die Beschwerden vor Ort nachzuvollziehen, so auch auf Denkendorfer Markung.

Piloten suspendiert

2006 wurde das Flugerwartungsgebiet verändert, so dass Denkendorf nun praktisch vollständig in diesem Korridor liegt. „Die meisten Flugzeuge halten sich an die Ideallinie“, demonstrierte Siefer mit Schaubildern. Abweichungen kann es unter anderem wegen der Wetter- und Windverhältnisse geben oder wenn der Mindestabstand zwischen zwei Flugzeugen zu gering ist und der Lotse sie umlenkt. Verstöße würden mit empfindlichen Bußgeldern in „namhafter vierstelliger Höhe“ geahndet. In einem von zwei Fällen, die ihm für 2009 vorliegen, wurden die Piloten zwei Wochen vom Dienst suspendiert.

Der Lärmschutzbeauftragte ist unter Tel. 0711/94 84 711 erreichbar.

 

Artikel vom 12.03.2010 © Eßlinger Zeitung

Artikel drucken | Artikel als Email verschicken | Themenalarm

Leser-Kommentare (0)

-› Artikel kommentieren


Newsticker

Inhalt wird geladen..
 
Inhalt wird geladen..
 

Energiewende

Wind- und Wasserkraft, Solarenergie, Geothermie? Was wird uns die Energiewende in der Region bringen? Alles dazu in unserem regionalen Themenspecial.

 

Zum Special

 

Die Gewinner stehen fest!

 

Zur Aktion

 

Premiumservice

Ihre Zeitung am PC, am Smartphone und auf dem iPad: E-Paperabo und Onlineabo

 

Alle Angebote

 

Registrierte Nutzer verwalten Ihre Zugangsdaten hier.

 

Mehr dazu

 

Bei uns

Nachrichten aus den Vereinen...
In der wöchentlichen Beilage der EZ

 

Zur aktuellen Ausgabe

 

Themenalarm

Nie mehr einen Artikel verpassen! Nutzen Sie den Themenalarm. Kostenlos registrieren und Suchbegriffe eingeben.

 

Zum Themenalarm

 

Zum Themenalarm finden Sie in jedem Artikel über dieses Alarm-Symbol. Mehr Infos...

 

Mehr Infos

 

TOP-Artikel

Inhalt wird geladen..
 
Inhalt wird geladen..
 

Sonderveröffentlichungen

Umfragen

Inhalt wird geladen..
 

mehr

 
Inhalt wird geladen..
 

mehr

 
top zum Seitenanfang