Streit um Wirkung von Fluglärm
Leinf.-Echterdingen (hir) - An einer kontroversen Diskussion zwischen den Bundestagsabgeordneten Ute Vogt (SPD) und Judith Skudelny (FDP) beteiligt sich nun auch der Esslinger Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler (SPD). Er fordert von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zu den Nachtflugbeschränkungen am Flughafen Stuttgart. Eine neue Studie habe die schädigende Wirkung von Fluglärm im Umfeld nachgewiesen.
Als Gutachter des Umweltbundesamtes ist der Epidemiologe Eberhard Greiser aus Bremen eigentlich unverdächtig. In seiner Studie kommt er für den Einzugsbereich des Flughafens Köln/Bonn zu dem Ergebnis, bei älteren Menschen bestehe ein Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nächtlichem Fluglärm. Er erkennt bei über 40-Jährigen ein höheres Risiko. Das bestärkt Ute Vogt in ihrer Forderung, das bestehende Nachtstartverbot nicht aufzuweichen.
Judith Skudelny zweifelt jedoch an der Seriosität von Greisers Arbeit. Dieser habe nur die Daten von Patienten der gesetzlichen Krankenkassen ausgewertet und dabei die sechs verkehrsreichsten Monate im Jahr 2004 zugrunde gelegt. Aber inzwischen sei das Fluglärmgesetz novelliert worden. Die Daten seien veraltet. Wolfgang Drexler sieht sich dagegen von Greisers Arbeit bestärkt: „Diese neue Studie hat zum Ergebnis, dass nächtlicher Fluglärm das Risiko für einige Erkrankungen ganz erheblich steigen lässt.“



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