Betonwerksteine für die Fußgängerzone
KöNGEN: Aus Kostengründen lehnt der Gemeinderat Granit ab - Auch für Wasserspiele hat die Kommune kein Geld
Der Ausbau der Köngener Fußgängerzone beginnt am 15. März. Dann werden zunächst die öffentlichen Flächen des „Wohnens im Grünen“ erschlossen. Nach dem Pfingstmarkt schließt der Ausbau des Kieswegs und des Volksbankareals an. Aus Kostengründen entschieden sich die Gemeinderäte dagegen, die Fußgängerzone mit Granit auszugestalten. Statt dessen wird der günstigere Betonwerkstein verwendet. Auch Wasserspiele lehnten sie ab.
Der Landschaftsplaner Klaus Wiederkehr stellte in der jüngsten Sitzung zwei Möglichkeiten für die Materialwahl vor. Betonwerkstein hält zwischen 20 und 40 Jahren; Granit hat eine deutlich längere Lebensdauer, die bei mindestens 80 Jahren liegt. Weil Granit etwa 35 000 Euro mehr kosten würde als Werksteine aus Beton, entschieden sich die Gemeinderäte für das günstigere Material. „Wir können bei unserer jetzigen Finanzlage nicht so viel mehr ausgeben“, rechnete Bernd Vogel (SPD) vor. Das sieht auch Yvonne Bauder (CDU) so. Bei der Besichtigungsfahrt in Fußgängerzonen der Region, die mit Betonwerkstein ausgestaltet sind, habe man über dieses Material nichts Negatives gehört.
„Ein Zeichen setzen“
Wiederkehr verwies auf die längere Lebensdauer des Granits und appellierte an die Gemeinderäte, bei ihrer „guten Stube“ die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren. Bürgermeister Hans Weil rang sich am Ende wegen der angespannten Finanzlage auch zum Votum für Betonwerksteine durch. Es gehe auch darum, in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen.
Günther Hoffelner (Freie Wähler) sprach sich gegen die Wasserspiele aus. Die hatte der Planer für den kleinen Platz vorgesehen, der vor der Volksbank entstehen soll. Diese Sprudler würden 51 000 Euro kosten, was Hoffelner und seine Kollegen angesichts der Haushaltslage nicht verantworten können. Bürgermeister Hans Weil hofft aber, dass sich langfristig ein privater Sponsor für eine Skulptur in der Mitte des Platzes mit Sitzgelegenheiten findet. Der kunst- und kulturinteressierte Schultes hat da bereits eine Gruppe von Schweinen im Visier, die nach der legendären Köngener Sauglocke graben.
Der Ausbau der öffentlichen Flächen auf dem Gelände des ehemaligen HG-Markt-Geländes kostet die Gemeinde 129 000 Euro; davon sind 60 000 Euro förderfähige Kosten. Dort baut die Deizisauer Firma City Bau ein neues Wohnareal. Die Umgestaltung des Kieswegs mit Granitbelägen und Wasserspielen hätte die Gemeinde 358 000 Euro gekostet; nun bleibt noch ein Betrag von 263 000 Euro stehen. Fördermittel hätte die Kommune für 315 000 Euro bekommen. Die Volksbank finanziert die Umgestaltung ihrer Verkehrsflächen.
Landschaftsarchitekt Klaus Wiederkehr hat seine ursprüngliche Planung nochmals überarbeitet, um auch die Belange der Geschäfte besser zu berücksichtigen. Vor dem Schuhaus Mauz entsteht nun noch eine Fußgängerfurt. In die Fußgängerzone wird ein Streifen mit gehfreundlichem Material gezogen, auf dem auch ältere Menschen mit Rollator, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer vorankommen. Davon verspricht sich Bürgermeister Weil, dass gerade die älteren Menschen, die im Seniorenzentrum im Schlossgarten leben, einfacher in den Köngener Ortskern gelangen.



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