Versuch mit Saison-Biotonne
KREIS ESSLINGEN: Engpass bei Grasschnitt - Abfallwirtschaftsbetrieb bietet Halbjahresmarke an
Im Winter ist die Biotonne meist halb leer, in der Vegetationszeit randvoll, oft reicht sie nicht aus. Sparsamen Gärtlesbesitzern
fällt aber die Entscheidung schwer, sich eine zweite Biotonne anzuschaffen, die dann im Winter leer ist. Der Abfallwirtschaftsbetrieb
(AWB) des Kreises wird nun einen Versuch mit einer Saison-Biotonne starten.
Wenn Gartenbesitzer ihren Rasenschnitt selbst kompostieren würden, wäre dies AWB-Geschäftsführer Rolf Hahn am liebsten. Er empfiehlt auch gern den Recyclingmäher, der den Grasschnitt und seine Nährstoffe wieder auf der Fläche verteilt. Denn der Wunsch nach gebührenfreier Entsorgung an einem der 33 Grünschnitt-Sammelstellen führt im Sommer häufig zu Ärger. Aus wasserrechtlichen Gründen nehmen nur die neun Kompostierplätze Grasschnitt an, und zwar maxmal einen Kubikmeter. Sonst wird nur verholztes Material akzeptiert. Das verholzte Material kann der AWB auch größtenteils als Holzhackschnitzel verheizen oder vermarkten. Laub und Gras seien dabei „Störfaktoren“, erläuterte Hahn dem Betriebsausschuss des Kreistags. Eine kostenlose Entsorgung ohne Mengenbegrenzung hält Hahn für ungerecht. Dabei würde das Verursacherprinzip missachtet.Hahn hielt deshalb wenig vom Vorschlag einiger Kreisräte, die wöchentliche Abfuhr der Biotonne auszudehnen. Die Mehrkosten hätten dann alle Gebührenzahler zu tragen. In den heißen Sommermonaten stellt der AWB aus hygienischen Gründen bereits von 14-tägiger auf wöchentliche Abfuhr um, im Herbst bietet er den Laubsack an.Hahn schlug vor, eine zusätzliche Biotonne für die Monate Mai bis Oktober anzubieten. Die Gebühr für die saisonale Biotonne würde die Hälfte kosten. Bei einer 120-Liter-Tonne beispielsweise 39 Euro statt 78 Euro. Die Auslieferung der Tonne kostet nochmals 20 Euro. Der Kübel bleibt dann das ganze Jahr beim Kunden.Der Versuch soll erstmals in diesem Sommer gestartet werden. Im Herbst wird man die Erfahrungen auswerten. Der Kreistags-Ausschuss beschloss diese Vorgehensweise einstimmig. Im Jahr 2009 wurden im Landkreis Esslingen 37 500 Tonnen Biomüll eingesammelt und 26 900 Tonnen verholzter Grünabfall an Sammelstellen angeliefert.


