Fahnen für die Frauen
FILDERSTADT: Kunstwerk von 25 Frauen erinnert an die Gleichberechtigung
Da staunten die Leute im Bus nebendran: Zu einem gekonnten Trommelwirbel hissten fünf Filderstädter Stadträtinnen an der S-Bahn-Haltestelle Bernhausen eine sechsteilige Fahne. Das Thema: „Frauen“. Auf jeden Fall bis zum Internationalen Frauentag soll das Kunstwerk hängen, meinte Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker. Der jährt sich am Montag zum 99. Mal.Poppig bunt flattern die sturmfesten Fahnen nun im Wind, die in einem dreitägigen Projekt unter der Leitung von Karen Kepenek entstanden sind. 25 Frauen zwischen 16 und 72 Jahren hatten die Motive erdacht und die Stoffbahnen bemalt. „Die sind toll geworden“, meinte die OB, die selbst an der grünen Fahne mitgemalt hatte. Ihre Meinung teilten offenbar einige der Anwesenden. Eifrig fotografierten vor allem Männer mit Fotoapparaten und Handys die Aktion.In ihrer kurzen Rede im eisigen Wind erläuterte die Rathauschefin die Fahnenmotive, die von der Quotenfrau über die Schwangere, die über 80-Jährige bis hin zur Karrierefrau reichen. „Mir gefällt die Frau mit den sechs Armen am besten“, sagte die OB. Sie veranschauliche die Belastung von Frauen, die vieles auf einmal machen müssten und dabei nichts falsch machen wollen. Den Frauentag zu feiern, hält die Oberbürgermeisterin auch heute noch für wichtig: „Vieles haben wir noch nicht erreicht.“ Ob beim gleichen Lohn oder in vielen Berufen. So müsse man sich nur einmal ansehen, wie viele Bürgermeisterinnen oder Oberbürgermeisterinnen es in Baden-Württemberg gebe. „Da haben wir viel Nachholbedarf.“ Stolz sei sie, dass im Filderstädter Gemeinderat immerhin ein Drittel Stadträtinnen sitzen. Die ermutigte sie, weiterhin gemeinsam mit den Männern für die Gleichberechtigung zu kämpfen.Die drei jungen Männer des Percussionensembles der Filderstädter Musikschule trommelten noch einen Marsch zum Abschluss der Aktion. Immerhin hat das Kunstwerk schon eines bewirkt: Befragt zum Internationalen Frauentag, gaben die Musiker im Alter von plus minus 20 zu Protokoll, dass sie eben das erste Mal gehört haben, dass es einen solchen Tag gibt. Zur 100. Wiederholung, die im nächsten Jahr in Filderstadt groß gefeiert wird, können sie ja dann ihre Freundinnen darauf hinweisen.



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