Pferdemarkt unter rieselnden Flocken

FILDERSTADT: Viele Besitzer verzichten auf den Start - Pandora und Peggy siegen in Bernhausen

 

Schneetreiben lichtet auch die Reihen der Gespanne beim Pferdemarkt.Foto: Koch
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Schneetreiben lichtet auch die Reihen der Gespanne beim Pferdemarkt.Foto: Koch

 

„Sowas habe ich beim Pferdemarkt noch nie erlebt“, stöhnte ein dick eingemummter Besucher der Traditionsveranstaltung in Bernhausen. In dichtem Schneegestöber führten am Samstagvormittag unerschrockene Pferdebesitzer ihre Vierbeiner den Preisrichtern vor. Doch die Reihen waren stark gelichtet: Weniger als die Hälfte der ursprünglich gemeldeten Einzelpferde und Gespanne traten zur Prämierung auf dem Festplatz an.

Von Iris Koch

Vielen Pferdebesitzern sei es schlicht zu gefährlich gewesen, sich mit ihren kostbaren Tieren im Hänger auf die rutschigen Straßen zu wagen, vermutet Elke Fetzer-Pflug, die beim Amt für Familie, Schule und Vereine für den Pferdemarkt zuständig ist. Just am frühen Morgen hatte das Schneetreiben eingesetzt und in kürzester Zeit eine Winterlandschaft produziert. Etliche Programmpunkte der beliebten Veranstaltung mussten deshalb ausfallen - unter anderem wurde das Schaufahren der Kaltblutgespanne im Ort abgesagt. „Mit drei Gespannen macht das Schaufahren keinen Sinn“, sagte Walter Alber, der Vorsitzende des Fördervereins Bernhäuser Pferdemarkt enttäuscht. Die geplante Ausstellung von Landmaschinen fand ebenfalls nicht statt; auch die Schlepperfreunde aus Waldenbuch ließen ihre Oldtimer-Traktoren lieber in der Scheune. Mit Verspätung begann die Prämierung der Einzelpferde auf dem Festplatz - denn beim geplanten Beginn um 8.30 Uhr war noch kaum ein Pferd zu sehen. Die Preisrichter ließen sich die Laune nicht verderben und warfen den Zeitplan über den Haufen: Es werde jetzt improvisiert, „wer da ist, kommt dran“, gab Elke Fetzer-Pflug die Parole aus. Erschwerte Bedingungen herrschten auch beim Vorführen der Pferde im Trab: So mancher Zwei- oder Vierbeiner kam auf der weißen Pracht ins Schlittern. „Kein Stress, immer schön vorsichtig in die Kurven“, mahnte der gutgelaunte Preisrichter Hansjörg Hamann ein ums andere Mal. Kurzerhand auf den Festplatz verlegt wurde die Siegerehrung der Zuchtstuten. Und als Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker den vierbeinigen Gewinnern persönlich die Siegerschärpe umlegte, ließ sich tat-sächlich kurz die Sonne blicken. In der Kategorie Warmblut errang die nachtschwarze Oldenburger Stute Pandora von Thomas und Sabine Bayha aus Filderstadt den Pokal. Bei den Kaltblütern gewann die Süddeutsche Kaltblutstute Peggy von Peter Müller aus Alfdorf den ersten Preis.

 

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OB füttert die Pferde

Sie sei zwar kein spezieller Pferdenarr, doch sie möge alle Tiere, meinte Dönig-Poppensieker. Auf die Ehrung hatte sie sich gut vorbereitet und teilte Pferdeleckerli an die vierbeinigen Sieger aus. Der historisch verankerte Pferdemarkt habe eine hohe Bedeutung für die Stadt, so die Rathauschefin. Obwohl es bei der anschließenden Prämierung der Gespanne wieder anfing zu schneien, fanden sich doch noch einige Zuschauer auf dem Festplatz ein. An die 2000 bis 3000 Besucher vom vergangenen Jahr komme man bei weitem nicht heran, bedauerte Fetzer-Pflug: „Da hatten wir Traum-wetter.“ Erstmals fand 2009 die Prämierung am Samstag statt wie früher montags statt.

Verschont von Wetterkapriolen blieb das Programm am Sonntag: In der Reithalle im Emerland präsentierte der Filderstädter Reit- und Fahrverein ein buntes Schauprogramm inklusive Pferdefußball. Überdies waren am Sonntag die Geschäfte in Bernhausen geöffnet.

Artikel vom 08.03.2010 © Eßlinger Zeitung

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