Eine Personalfrage
KREIS ESSLINGEN: Regelschulen fürchten Zusatzarbeit
Klaus Hummel, Rektor der Esslinger Burgschule , macht seit drei Jahren Erfahrungen mit dem Integrativen Schulentwicklungsprojekt (ISEP). Ein Mädchen mit Down-Syndrom und zwei Buben mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehen auf die Grund- und Hauptschule. Man brauche eine Doppelbesetzung mit Lehrer und Sozialpädagoge, betont Hummel. Und die Modellklasse mit 21 Schülern sei schon „Oberkante“. Seine Sonderpädagogin Anke Gasser, die bei der Rohräckerschule angestellt ist, hat ein Deputat von 20 Stunden. Eigentlich „zu wenig“, findet Hummel. Er kann aber noch auf einen Praktikanten zurückgreifen. Das ISEP-Modell in der Grundschule läuft im Sommer aus, und Hummel befürchtet, dass nur noch Außenklassen genehmigt werden. Das heißt, behinderte Kinder haben ein Klassenzimmer in der Regelschule und gemeinsame Stunden. Wenn es für Außenklassen kein vernünftiges Konzept gebe, so Hummel, bleibe es den Schulen überlassen, wie viel behinderte und nichtbehinderte Kinder miteinander zu tun haben.
„Jedes Kind hat irgendeine Beeinträchtigung“, antwortet Hummel auf die Frage, wie viel behinderte Kinder eine Schule mittragen könne. Seiner Ansicht nach profitieren alle Kinder vom gemeinsamen Unterricht. Weder mit Eltern noch mit Kindern in den Projektklassen habe es Probleme gegeben. Sonderpädagogin Gasser bestätigt: Seien neue Schüler gekommen, hätten sie Interesse an der Projektklasse gehabt, weil dort besondere Angebote gemacht würden. Für schwerst mehrfach behinderte Kinder brauche man aber nach wie vor eine Sonderschule, findet Hummel.
Hans Dörr, Rektor der Plochinger Burgschule , glaubt, dass am ehesten die Grenzen zwischen Förderschule und Regelschule verändert werden können. Lerndefizite könne man objektiv feststellen. An seiner Schule gibt es seit zwei Jahren Klassen, die zusätzliche Sprachförderung anbieten. Ansonsten hänge die Frage der Integration vom Behinderungsgrad und den Unterstützungssystemen ab. Lehrer hätten das Gefühl, in den vergangenen Jahren immer mehr draufgepackt bekommen zu haben und seien deshalb sehr sensibel. In der Grundschule könnten sich seine Kollegen eine weitergehende Integration vorstellen, in der Hauptschule kaum.



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