Motorenhersteller Dietz kündigt Betriebsratsmitglied
DETTINGEN: Arbeitnehmervertreter hatte sich in TV-Sendung besorgt über die Lage des Unternehmens gezeigt
„Falschaussagen verbreitet“
Albrechts Aussage nahm die Geschäftsleitung zum Anlass, ihm „außerordentlich, fristlos und mit sofortiger Wirkung“ zu kündigen. Rufschädigung wirft Geschäftsführer Bernd Strauß dem Betriebsrat und ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Günther Albrecht vor. „Albrecht hat in der Sendung Falschaussagen verbreitet.“
Zwar sei das Unternehmen mit derzeit 240 Mitarbeitern aufgrund der Finanzkrise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bislang habe es aber keine Entlassungen gegeben, und derzeit seien auch keine geplant, sagte Strauß. Am Tag nach der Sendung habe das Telefon nicht mehr still gestanden, klagte der Geschäftsführer: „Besorgte Kunden wollten uns bereits erteilte Aufträge entziehen. Wir hatten die ganze Woche zu tun, um die Leute zu beruhigen.“ Wegen des laufenden Verfahrens will sich Strauß nicht weiter zu der Kündigung äußern.
Günther Albrecht und die IG Metall wollen die Entlassung keinesfalls akzeptieren. Sie haben angekündigt, Klage zur erheben. Bei einem Treffen von Betriebsräten aus dem Kreis Esslingen wurde eine Resolution verfasst, in der die sofortige Rücknahme der Kündigung gefordert wird. Besonders empört hat die Arbeitnehmervertreter, dass der Betriebsrat von Dietz-Motoren der Entlassung bereits mehrheitlich zugestimmt hat: „Das schlägt dem Fass den Boden aus.“ Der Gekündigte führt das auf interne Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre und die tief greifende Verunsicherung der Belegschaft zurück. Aus Angst um den Arbeitsplatz hätten die Mitarbeiter schon manche Kröte geschluckt. Der Lohn der Dietz-Beschäftigten liege mittlerweile rund 40 Prozent unter dem Tariflohn.
Kündigungen waren Thema
Das Thema Kündigungen sei sehr wohl Thema bei den Gesprächen mit der Geschäftsleitung gewesen, sagte Albrecht. Eben weil Entlassungen künftig nicht ausgeschlossen werden können, solle eine Klausel in der Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit, die betriebsbedingte Kündigungen verhindert, im kommenden Jahr wegfallen.



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