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LöSUNGSANSäTZE

Biker stören die Waldesruh '

ESSLINGEN: Illegale Mountainbike-Trails im Stadtwald machen Förstern, Naturschützern und Jägern Sorgen

Verbotsschilder beeindrucken die Biker wenig. Wenn sie nicht sehr hoch am Baum hängen, verschwinden sie innerhalb weniger Tage.
 

Verbotsschilder beeindrucken die Biker wenig. Wenn sie nicht sehr hoch am Baum hängen, verschwinden sie innerhalb weniger Tage.

 

Von Doris Brändle

Ein Netz illegaler Mountainbike-Trails durchzieht den Esslinger Stadtwald. „Häufig nutzen die Biker dafür die Wanderwege des Schwäbischen Albvereins. Dort bauen sie massive Schanzen oder Steilwandkurven ein“, sagt Förster Jens Denzinger, stellvertretender Revierleiter der Stadt Esslingen. Begegnen sich Wanderer und Biker auf den schmalen Pfaden, gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. „Wir kriegen häufig Beschwerden von Leuten, die von Beinahe-Unfällen berichten. Das große Problem ist, dass die Biker sich fast lautlos mit großer Geschwindigkeit nähern“, sagt Denzinger. Kürzlich sei ein Biker am Kirschenbuckel auf eine Gruppe von Kindern zugerast, die gerade noch zur Seite springen konnten. Für ältere Menschen seien die Wanderwege oft kaum noch begehbar, weil sie durch die Radfahrer so rutschig und steil geworden sind.

Rechtlich ist der Fall klar: Laut Landeswaldgesetz ist Fahrradfahren auf Waldwegen, die schmaler als zwei Meter sind, nicht erlaubt. „Wir können dafür sogar ein Bußgeld von bis zu 35 Euro auferlegen“, erklärt Denzinger.

Eine der beliebtesten Strecken verläuft vom Jägerhaus hinunter ins Stettener Bachtal und wieder hinauf nach Lobenrot. Im Internet kursiert die Strecke unter der Bezeichnung „Nordschleife“, auf Youtube steht sogar ein Video, auf dem ein Biker dort über Schanzen und Wurzeln springt.

User „Sven“ schwärmt am 2. Juli auf einer Internetseite: „Anlieger, Doubles, Kicker und kleine Tables, alles vorhanden, was das Herz begehrt, und das in einem Zustand, wo sich manche Trails in Bikeparks ne große Scheibe abschneiden können.“ Und ironisch fügt er hinzu: „Natürlich muss auf der gesamten Strecke das Bike geschoben oder getragen werden - ist ja alles schmaler als zwei Meter.“

Denzinger erzählt, dass sich Biker im Stettener Bachtal bei Stürzen immer wieder schwer verletzt haben. Bei den Bikern handle es sich in der Regel nicht um Jugendliche, sondern vornehmlich um Männer zwischen 30 und 50 oder älter. „Vor 10 oder 15 Jahren war das noch kein Thema“, sagt der Förster, doch inzwischen gebe es kaum noch einen Distrikt im Stadtwald, den die Biker nicht für sich entdeckt hätten.

Für gefährdete Tierarten bedeute das eine zusätzliche Bedrohung: Im Stettener Bachtal soll die Gelbbauchunke wieder angesiedelt werden. „Wenn die Biker dort Trails schaffen, werden die auch von Fußgängern genutzt. Das stört die Tiere immens“, sagt Denzinger.

Wildschweine weichen auf Felder aus

Auch Rehe und Wildschweine leiden unter den Bikern: „Das Wild kennt die Waldwege, auf denen oft Menschen unterwegs sind. Da hebt ein Reh manchmal nicht mal das Haupt. Aber es reagiert sehr sensibel, wenn sich Menschen außerhalb der Wege bewegen“, erklärt Landesjägermeister Dieter Deuschle, der ein Revier am Jägerhaus gepachtet hat. Das gilt übrigens auch für Pilzsucher.

Rehe ließen dann oft ihre - häufig hungrigen - Kitze zurück, bevor sie sich nach Stunden wieder zu der Stelle trauten. Das Wild ziehe sich auf eine immer kleinere Fläche zurück, wo es nicht gestört werde. „Dort ist der Verbiss dann sehr hoch“, erklärt Denzinger. Gerade im Schonwald, wo die Förster darauf setzen, dass auch seltene Baumarten natürlich nachwachsen, gehe die Artenvielfalt spürbar zurück.

„Die Wildschweine weichen oft in die Maisfelder aus. Da können sie drei Monate ungestört liegen“, sagt Deuschle - ein Alptraum für jeden Landwirt. Auch für die Jäger sind die Tiere damit außer Reichweite. An der „Nordschleife“ sei ein Hochsitz drei Mal zerstört worden. „Ich habe den Verdacht, dass die Biker sich von dort zu sehr beobachtet gefühlt haben“, sagt Deuschle. Wie die Jäger sind auch die Biker oft in der Nacht unterwegs, sie leuchten ihren Weg mit Stirnlampen aus.

Im Winter - denn auch da sind hartgesottene Biker unterwegs - komme ein weiterer Faktor hinzu: „Ein Reh, das im Versteck liegt, kommt mit halbiertem Herzschlag und zehn Prozent seines üblichen Energieverbrauchs aus.“ Wenn das Tier gestört wird und in Panik davonrennt, steigt sein Energieverbrauch immens.

Auch die Kinder des städtischen Waldkindergartens am Jägerhaus haben ihre Erfahrungen mit den Bikern: „Wir hatten einen kleinen Trampelpfad zu unserem Waldsofa“, erzählt die Leiterin Petra Fricke. Eines Tages sei der Weg einen Meter breit ausgeschnitten gewesen, ein Trail führte plötzlich mitten durchs Waldsofa.

Jens Denzinger und seine Kollegen bauen die Trails ständig zurück. „Das kostet uns - und damit die Allgemeinheit - jedes Jahr Tausende.“ Meist dauere es nicht lange, bis die Trails an derselben oder an anderer Stelle wieder neu entstünden. Im Internet schreibt User „Sven“ zur „Nordschleife“: „An dieser Stelle mal wieder allergrößten Respekt an die Jungs, die das alles so gut in Schuss halten und unermüdlich gegen die Zerstörung der Trails durch Wanderer und Waldhüter kämpfen.“

Einfach lassen kann der Förster die Schanzen nicht, denn als Eigentümerin ist die Stadt verkehrssicherungspflichtig. Doch Denzinger will die Biker nicht an den Pranger stellen oder den Wald mit Verbotsschildern und Sperren zupflastern - zumal die erfahrungsgemäß innerhalb weniger Tage verschwinden. Er sucht das Gespräch. Das ist aber gar nicht so einfach. „Als wir einige Zeit mit den Reitern Probleme hatten, konnten wir uns einfach an die Reitvereine und Hofbesitzer wenden“, sagt Deuschle. „Aber bei den Bikern gibt es keinen Ansprechpartner, sie sind ja nicht organisiert.“

LösungsAnsätze

Bikepark in Berkheim: Förster Denzinger glaubt, dass der neue Bikepark, den der TSV Berkheim im September eröffnen will, das Problem zumindest teilweise lösen kann. Auch der Initiator des Bikeparks, Jens Christi, sagt: „Bei einigen Jungs bin ich mir sicher, dass sie den Park als willkommene Alternative sehen - allein schon, weil sie ihn nicht wie die Trails im Wald ständig wieder aufbauen müssen“. Für die Down­hillfahrer, die schnell mit Sprüngen und Kurven den Berg runterfahren wollen, sowie die Free- und Crosscountrybiker könne ein Bikepark aber vermutlich keine echte Alternative bieten.

Legalisierung wilder Trails: Jens Christi vom TSV Berkheim ist der Überzeugung, dass nur die Legalisierung einer Strecke im Wald echte Abhilfe schaffen kann. In Kernen im Remstal ist man diesen Weg gegangen. Und auch der Stuttgarter Gemeinderat hat 115 000 Euro für die Errichtung einer Downhillstrecke von Degerloch nach Stuttgart-Süd bereitgestellt. Geplant ist jetzt - nachdem sich eine Reihe rechtlicher und sicherheitstechnischer Probleme aufgetan hat - die Strecke Mitte 2013 zu eröffnen. „Wenn wir in Esslingen eine solche Strecke legalisieren wollten, bräuchten wir einen Gemeinderatsbeschluss“, sagt Jens Denzinger. Vor allem im Naturschutzgebiet hält er eine solche Legalisierung aber für höchst problematisch. Zudem sei der Eigentümer, also die Stadt, verkehrssicherungspflichtig, müsste die Strecke also ständig auf Gefahren hin kontrollieren.

 

Artikel vom 31.07.2012 © Eßlinger Zeitung

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Leser-Kommentare (46)

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12.08.2012 13:33 von Materialtester

Man merkt das Ferien sind, soviel sinnfreie Kommentare, nicht zu fassen. Und da für die Rentner die Pilzsaison noch noch nicht angefangen hat müssen halt solche Diskussionen herhalten. Fakt ist, ich fahr weiter wo ich Bock hab, vermeide aber am Sonntags die Hotspots, passe aufs Fußvolk auf und unterbreche auch gerne mal die Abfahrt um fußgänger nicht zu gefährden. Und an alle Beteilligten die Aufforderung den Mund nicht nur zum Maulen aufmachen!

03.08.2012 14:20 von Radlader

@Philipp: Bin vollkommen bei Ihnen und Ihrer Gruppe, ich möchte nicht aufgrund einiger wie Sie schrieben Rüpel über einen Kamm geschert werden. Die Schäden sind Tatsache, die Gefährdungen und Unfälle und Beinahe Unfälle auch, und zum Thema Unfallflucht und Verstoß gegen Straßenverkehrsordnung etc. hatte ich mich ja schon geäußert.

Ich kann jeden Autofahrer, jeden Motorrad Fahrer und jeden Reiter aufgrund eines Kennzeichens erkennen und kaeme so auch nie auf die Idee, alle in einen Topf zu werfen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die etwas differenziertere Betrachtung und die Sicherstellung aller wechselseitigen Bedürfnisse.

Toleranz und Respekt habe ich jetzt glaube ich schon ein Dutzend Mal hier gelesen, ich hoffe das greift dann auch für die schwächeren im Spiel, und das sind nicht unbedingt wir als Radfahrer möchte ich meinen.

03.08.2012 13:21 von Freerider

Es gibt schwarze Schafe auf beiden Seiten. Letztes Jahr wurden auf dem erwähnten Stettener Bachweg und auf der Gegenseite von Lobenrot kommend Drahtseile gespannt und Nägel ausgelegt um Biker mutwillig zu schädigen... ob das den Tieren im Wald und anderen Wanderern gefallen hat bezweifel ich. Aber sich hier gegenseitig anzuprangern führt doch zu nichts. Die "gefährlichen" Begegnungen und Unfälle stellen wohl eindeutig die Ausnahme dar ansonsten würde es ja regelmäßig hier im Polizeibericht nachzulesen sein. Interessant ist auch das die "illegale" gebaute Strecke im Wald (hier gab es keinen Weg) mittlerweile ein schwäbisches Albvereinszeichen trägt und als Wanderweg ausgeschildert ist. Vorher waren dort nur Biker und jetzt gibts regen Gegenverkehr der hätte vermieden werden können. Und genau darum geht es. Vermeiden durch Vorbeugen. Strecken für Wanderer und für Biker auf denen alle sicher ihren Spaß haben werden. Allerdings wird das die oben beidseitig genannten Idioten nicht abhalten sich daneben zu benehmen!

03.08.2012 09:05 von Zora_Schumacher@web.de

Interessante Diskussion hier. Aber mal ehrlich, wie ignorant muss man eigentlich sein, um die Probleme, welche im Artikel genannt wurden, einfach mal so vom Tisch zu wischen? Ach so, ja, das sind alles gaaaaanz, gaaaanz pöse Menschen, die den Artikel verbrochen haben, denen ist wohl voll langweilig im Sommerloch, habe von nix Ahnung und hauen deshalb auf die MTBler drauf. Geht's noch?

Und um die vielzitierte Naturliebe der MTBler kann es nicht sehr weit her sein, wenn es stimmt, was im Artikel steht: "Wie die Jäger sind auch die Biker oft in der Nacht unterwegs, sie leuchten ihren Weg mit Stirnlampen aus." Das ist völlig daneben, ein absolutes No Go! Das toppt ja noch jede wilde Mülldeponie, wer sich so dermaßen respektlos der Natur und den Tieren gegenüber verhält. Ehrlich, demjenigen wünsche ich mal eine ausgewachsene Wildsau als Radbegleitung.

Da gab es doch mal einen Spruch: Legal, illegal, scheißegal ... mir scheint, für die schlechte Presse sind die MTBler wohl in erster Linie selbst verantwortlich.

03.08.2012 01:35 von Fussgänger und Radfahrer

@Bekenner: Sie berufen sich auf "Rücksichtnahme und Tolleranz", und machen selbst genau das Gegenteil?

Wenn Sie mit dem MTB fahren, haben Sie wie jedes andere Fahrzeug auch so zu fahren, dass niemand geschädigt werden kann. Wenn Sie also nicht um die Ecke sehen, haben Sie so zu fahren, dass Sie anhalten können, falls sich dort ein (auch unerwartetes) Hindernis befindet. Die Spaziergängerin dafür verantwortlich zu machen, dass sie nicht wusste, dass Sie mit einer Höllengeschwindigkeit um die Ecke sausen werden und sie gefälligst schon vorher hätte Platz machen sollen, ist arrogant und anmaßend und menschenverachtend.

Zum Thema allgemein: Sicherlich ist eine Diskussion darüber sinnvoll, ob und wo man mit dem MBT fahren darf und ob man spezielle Strecken dafür vorsieht oder freigibt. Man kann auch diskutieren, ob das Gesetz an die aktuelle Zeit angepasst werden sollte. Aber die Gesetze bewusst zu übertreten weil sie einem nicht passen ist nicht richtig. Oder lassen sie für einen Bankräuber eine ähnliche "Ausrede" gelten - er hatte halt gerade Geld gebraucht? Oder jemand der Sie überfällt - ihm war halt gerade danach?

Unbestreibar ist doch, dass manche Wege im Wald matchig und durch Radspuren ausgefahren sind, so dass sie für normale Spaziergänger nicht mehr begehbar sind, weil sich kein Laub, Moos, Grad, Kies oder ähnliches dort hält, das den Fußgängern Halt gegen Abrutschen geben würde. Bei schmalen Wegen / Pfaden bleibt auch kein Platz mehr für MTB Strecke und Fußweg nebeneinander. Man sollte nach Lösungen suchen. Keine akzeptable Lösung ist, wenn MTB Fahrer jeden Waldweg kaputt machen oder sie rücksichtslos Fußgänger, Hunde usw. jagen.

02.08.2012 18:54 von Martin F.

Das es unter den Mountainbiker einen gewissen Prozentsatz "Idioten" gibt ist klar, aber das sind die Menschen die sich vermutlich auch im Straßenverkehr oder sonstigen Alltag daneben benehmen. Wer so massive Probleme mit anderen Waldnutzern hat wie von einigen beschrieben sollte sich vielleicht mal überlegen, ob es nicht an ihm/ihr liegt. Da ich sowohl als Spaziergänger mit und ohne Hund und als Mountainbiker zu 99.99% keine Probleme mit anderen Leuten im Wald habe, sind die Menschen bei mir ihm Wald vlt entspannter als bei anderen? (Ironie an:) Das es wegen den Mountainbiker und ihrer Pfade bald keinen Wald mehr gibt sieht man ja sehr gut an den anderern Bundesländern, wo es kein Verbot abe einer bestimmten Weg breite gibt oder z.b. in Kanada/Frankreich/..., von dort hört man ja auch ständig, dass es bald keine Bäume mehr gibt. (Ironie aus)

@alle die denken Mountainbiken zerstöre Wege sollten das folgende mal eingeben: uk-online.uni-koeln.de/remarks/d187/rm465.pdf

02.08.2012 18:38 von Endurofan

Ich bin ebenso für mehr Toleranz mit den Mountainbikern. Es sollten einige Trails eingerichtet werden, auf Kosten der Allgemeinheit selbstverständlich. Diese sollten dann gleichzeitig auch Enduro- und Motocrossfahrer nutzen dürfen. Eine gute Initiative! Außerdem wäre es denkbar, die Fußgänger darauf hinzuweisen, daß Waldwege auf eigene Gefahr betreten wird und Zweiräder eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zu beachten hätten.

02.08.2012 17:36 von Dennis

Also halten wir fest: 1.) MTB Fahrer sind böse Menschen die den Wald zerstören und das Wild verschrecken! 2.) Wanderer und Jogger mit oder ohne Hund sind gute Menschen die sich im Wald erholen wollen und das alleinige Recht darauf haben!

Hmm....klingt komisch, scheint aber so zu sein....

Was die Konflikte angeht, ist es denn nicht auch so das Wanderer bewusst die Wege begehen von denen sie wissen das sie als MTB Strecke (illegal) angelegt wurden? Das sie sich bewusst dort aufhalten wo sie wissen das ihnen MTBler entgegenkommen? Ich spreche jetzt nicht von offiziellen Wanderwegen sondern von genau diesen illegalen Strecken!

Ist es nicht auch so das man die Geschwindigkeit überschätzt mit der Fahrer eine Fußgängergruppe passieren? Der Fahrer hat seine Geschwindigkeit sehr wohl angepasst auf ein Maß mit der er seines Erachtens nach die Gruppe sicher umfahren kann. Aber dies wird oft als zu schnell bewertet.

Und ist es nicht auch so das sich viele einfach aufregen wollen? Wenn man einen Grund sucht um sich über etwas aufzuregen dann wird man diesen auch früher oder später finden. Und wenn es keinen gibt dann wird man eben sehr dünnhäutig!

Lange Rede, kurzer Sinn, es gibt nur einen Weg um dieses Problem zufriedenstellen zu lösen!

Es muss eine offizielle und legale und genauso attraktive Strecke geben um diese Sportler zu Kanalisieren! Es wird dann zwar immer noch Leute geben die "wilde" Strecken bauen aber das wird dann der kleinste Teil sein.

Alles andere wird zur Folge haben das es weiterhin illegale Strecken geben wird und sich Radfahrer und Wanderer in die Quere kommen! Und egal wie hoch die Strafen sind und egal wie streng kontrolliert wird, die Sportler werden weitermachen! An anderer Stelle und zu einer anderen Zeit aber dieser Sport ist nicht mehr tot zu kriegen. Also lösen wir entweder diesen Konflikt oder wir kneifen uns weiterhin gegenseitig in den Allerwertesten!

Schöne Grüße, Dennis

02.08.2012 17:11 von Radlader

@Philipp: Bin vollkommen bei Ihnen und Ihrer Gruppe, ich möchte nicht aufgrund einiger wie Sie schrieben Rüpel über einen Kamm geschert werden. Die Schäden sind Tatsache, die Gefährdungen und Unfälle und Beinahe Unfälle auch, und zum Thema Unfallflucht und Verstoß gegen Straßenverkehrsordnung etc. hatte ich mich ja schon geäußert.

Ich kann jeden Autofahrer, jeden Motorrad Fahrer und jeden Reiter aufgrund eines Kennzeichens erkennen und kaeme so auch nie auf die Idee, alle in einen Topf zu werfen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die etwas differenziertere Betrachtung und die Sicherstellung aller wechselseitigen Bedürfnisse.

Toleranz und Respekt habe ich jetzt glaube ich schon ein Dutzend Mal hier gelesen, ich hoffe das greift dann auch für die schwächeren im Spiel, und das sind nicht unbedingt wir als Radfahrer möchte ich meinen.

02.08.2012 16:23 von Bekenner

@Peter Walter: Also darf man sich nicht zu seinem Sport bekennen? Das finde ich spannend. Oder sind die anderen Befürworter hier wie Herr L oder Jonathan Beck auch "nur" dazu da, um Widerspruch gegen unseren Sport zu provozieren? Ich stehe zu meiner Toleranz und Respekt Aussage, kann die Tatsachen aber nicht ignorieren, die mir ständig passieren.

02.08.2012 15:46 von Peter Walter

@ hippi

" Bekenner " ist sicher kein Mountainbiker, sondern -so vermute ich- will in seinen fiktiven Ausführungen die Kritiker dieser Sportart bestätigen, was Ihm - bei Dir- ja auch gelungen ist.

02.08.2012 15:27 von hippi

Wenn ich so einen Kommentar lese, wie der von Bekenner, dann wundere ich mich nicht über meine Meinung mit diesen Moutainbike fahrern

02.08.2012 15:24 von hippi

solange diese idioten (Autofahrer) an die StVO halten würden, würde es die Probleme, die sie meinen auch nicht geben. So ist es bei den Mountainbikern auch. Und ich habe schon oft versucht, diese Leute anzusprechen, aber ich kann ihnen sagen, zwei drittel von denen fahren einfach weiter und der rest fragt mich doch tatsächlich, warum ich denn auch da laufen muss. Es gibt viel zu wenige, die einsichtig sind und sagen, ok, ich fahre nächstes mal langsamer.

Ja, ist mir bewusst. Aber es ist ein Unterschied, Wanderer sollten früher gar nicht in den Wald, das dürfen sie heute und die Radfahrer dürfen ja auch in den Wald, aber sie dürfen nunmal nicht einen meter breite Pfade benutzen.

Ich gehe jetzt nicht von der Kultur aus, ich gehe von den Gefahren aus. Und das passiert nunmal beim Joggen nicht.

In 20 jahren wird es wahrscheinlich gar keinen Wald mehr geben, da es mehr und mehr Wege geben wird.

Wenn die Vereine wirklich keinen Trainingsstrecken haben, dann haben die irgendwas falsch gemacht. Dann sollte Frau Spitz und Herr Fumic am besten aus diesem Verein austreten, und nach Bad Boll ziehen und hier eintreten. Den da gibt es komischerweise Trainingsstrecken. Dieser Verein nennt sich Bone Fackers

02.08.2012 15:01 von Bekenner

Also mal ehrlich, am Ende geht es doch schlicht um Rücksichtnahme und Tolleranz, oder?

Ich habe kein Problem damit, dass Jogger, Hundebesitzer und Waldarbeiter oder Jäger sich den Wald mit uns MTB Fahrern teilen, so lange sie entsprechend Rücksicht auf unseren Sport nehmen.

Letztens am Katzenbuehl hatte ich so eine Begegnung der dritten Art: Frau, drei riesen Hunde (warum drei und warum so groß fragt man sich), davon nur einer angeleint, typisch. Ich komme mit knapp 35 Sachen Downhill um die Ecke, und auf dem Weg, locker 1,5m breit, steht die Tante mit ihrem angeleinten Hund. Mitten drauf! Ich rufe noch (Klingel habe ich natürlich keine, wir sind ja nicht im Straßenverkehr), sie schleift den Hund zu sich, ich fliege fast auf die Nase, nur weil sie den Hund nicht rechtzeitig vom Weg gezerrt kriegt. Dass bei der Vollbremsung der Weg ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde - na und?

Auf der gleichen Strecke hatte ich vor ein paar Wochen schon mal so ein Ding, als die Schranke unten war und eine Tante mit Kinderwagen die ohnehin schon schmale Durchfahrt blockiert hat. Das Geschrei von ihr war nicht auszuhalten und ich ärgere mich heute noch jeden Tag über den Kratzer im Rahmen, weil ich den Pfosten tuschiert habe.

Wenn alle etwas schneller reagieren würden und ein wenig die Ohren und Augen aufsperren täten, könnten wir friedlich miteinander den Wald nutzen. Dabei spielen Wegbreite (hallo! Wer misst das denn schon nach) und Gesetze (also mal ehrlich, habt Ihr denn sonnst keine Sorgen) keine Rolle, es geht um Rücksicht und Tolleranz für ein tollen Sport in freier Natur.

Und das nächste Mal, wenn wieder ein Hund auf dem Weg rumsteht und ich mich fast auf die Nase lege, frage ich den Besitzer auch mal nach seiner Kennzeichnung und zeige ihn an - mal sehen, vielleicht setzt dann auch mal der Verstand bei denen ein.

02.08.2012 14:21 von ratloser Radfahrer

...wenn mir nun aber täglich ein Idiot auf der Strasse entgegenkommt (um im vorgegebenen Ton zu bleiben), wäre es dann gerechtfertig den Autoverkehr zu verbieten? Oder muss man dort auch mit den einzelnen Idioten leben. Es ist mir bewußt dass es unter den Mountainbikern genau wie unter dem Rest der Bevölkerung durchaus Idioten gibt. Ich halte es aber für den besseren Weg diese anzusprechen und aufzuklären.

Ist Ihnen bewusst, dass die Wanderer in der guten alten Zeit vor dem selben Problem standen? Damals wollten die Jäger und Förster sie ebenfalls nicht in ihren geheiligten Hallen haben. Schauen Sie mal in die Analen des Schwäbischen Albvereins oder des Pfälzerwald Vereins. Ist allerdings schon etwas länger her.

Und vor ca. 20 Jahren hieß es die größte Bedrohung der Kultur und des Wildes sind die Jogger - heute regt sich keine (Wild-)sau mehr über bundgekleidete Freizeitläufer im Wald auf. Ich kann mich aber noch gut über die wohlgemeinten Ratschläge seitens der Eingesessen erinnern.

So ist es heute mit dem MTB-Sport. Auch damit wird man sich arrangieren. Und in zwanzig Jahren wettern die Mountainbiker dann über die nächsten die auch ein Stück vom Kuchen wollen...

Die "Vereine" von Frau Spitz oder Hr. Fumic verfügen definitiv über keine eigenen Trainingsstrecken, genausowenig wie Rennradfahrer nur auf der Bahn trainieren dürfen, oder die Mannschaft den VFB niemals im Wald joggen gehen darf. Der Vergleich mit dem Boxen hinkt gewaltig.

02.08.2012 13:47 von Peter Walter

Ich denke wir sollten in der Lage sein eine Lösung zu finden , die allen Interessen gerecht wird.Voraussetzung ist allerdings-wie schon mehrfach erwähnt -wechselseitiger Respekt und Toleranz.Das versuche ich zumindest tagtäglich,auch wenn ich als Jogger übergewichtige Hundehalter treffe, die mit dem Auto aufs Feld fahren, dort den Hund unangeleint laufen lassen und ihren Spass haben , wenn er mir nachrennt.

02.08.2012 13:14 von hippi

@ratloser Radfahrer

kann ich ihnen gerne sagen. Der Trail ist in Kreis Göppingen bei Dürnau. Es ist ihnen bekannt, das man auf Pfaden nicht fahren darf, aber sie machen es trotzdem, hört sich wie ein kleines Kind an. Und diese Sportart wird nicht in die Illegalität gestellt, solange sie sich ebenso ans Gesetzt halten wie andere Bürger.

Diese zwei Olypmiateilnehmer sind wie sie sich vielleicht denken können, in Vereinen, die legale Trails errichtet haben, um da trainieren zu können, deswegen ist es auch kein Vergleich. Wir könnten ja auch sagen, hey, die Boxer dürfen Pasanten zusammen prügeln, kann man ja als Training bewerten, oder nocht besser, die Schützen dürfen in den Wald rein gehn und einfach mal so drauf los ballern, gehört ja irgendwie auch zum Training.

Wenn sie meinen, die 2m Regelung wäre reine Willkür, sollten sie mal öfters laufen bzw. wandern gehen. es ist kein schöner Anblick, wenn ein halben meter neben dir einer mit tempo vorbei rauscht. Ich weiß selbst wie das ist.

Dieses Gesetz fehlt keinerlei Rechtfertigung. im Gegenteil.

Ich kann ihnen gerne Zahlen von meiner Seite aus geben. Jede Woche kommt mir mind. einmal so ein Idiot entgegen, dem ich ausweichen muss.

Ich hab rein gar nichts gegen Mountainbiker, aber sie sollten wenigstens an gefährlichen stellen, die Geschwindigkeit anpassen.

02.08.2012 12:49 von Lausbub

@all: Ja, ich gebe es zu, ich halte mich gerne an Gesetze und würde es schön finden, andere würden es auch tun, immerhin sind sie die Grundlage, dass Menschen in unserer Gesellschaft zumindest einigermaßen friedlich miteinander leben können. Es gibt auch für mich Gesetze, die mich ärgern und trotzdem muss ich mich dran halten, ob es mir nun passt oder nicht. Einige der Gesetze (Badeverbot für Hunde in Baggerseen) finde ich auch ziemlich bescheuert, trotzdem ist es mir nicht erlaubt, mich dort mit meinem Hund aufzuhalten. Ja, ich benutze auch keine Anliegerstraßen, auch wenn ich schneller an meinem Ziel wäre, weil die Anliegerstraße nicht umsonst eine Anliegerstraße ist und eine rote Ampel bleibt nun mal eine rote Ampel. Ja, ich würde mich gerne im Wald einigermaßen gefahrenlos aufhalten und das geht nicht mehr. Ja, wir hatten schon einen ziemlich üblen Zusammenstoß mit einem Radfahrer, der unseren (größeren) Hund mal ruckzuck über den Haufen gefahren hat, da er nicht mehr bremsen konnte. Nein, wir konnten ihn nicht belangen, da er einfach weitergefahren ist und Radfahrer bekanntlich kein Nummernschild haben (warum eigentlich nicht?). Ja, ich finde solche Zusammenstöße wie vor ein paar Jahren in Stuttgart, als eine Joggerin um's Leben kam, sehr erschreckend, tragisch und ja, nicht alles muss für einen rasanten Sport freigegeben werden. Das ist nämlich das eigentliche Problem, hier treffen völlig unterschiedliche Geschwindigkeiten aufeinander. Aber was soll es ... es bleibt alles beim alten, da Radfahrer per se natürlich im Recht sind, grundsätzlich verkannt werden und alle anderen sich sowieso nie in der Natur aufhalten, gell @Herr L? Und um's kurz zu machen, es war der letzte Kommentar meinerseits zu diesem Thema, da ich wirklich niemanden mit dem Zitieren eines gültigen Gesetzes zu nahe treten wollte, sorry dafür!

02.08.2012 11:26 von Herr L

@Jonathan Beck: Köstlich die Ausführungen zum eingezäunten Wanderpark. Genau das ging mir auch durch den Kopf. @Lausbub: Ich sehe Sie schon vor meinem geistigen Auge zuhause vor einem Berg Gesetzestexten sitzen und verzweifelt Paragraphen suchen, die Ihre Aussagen untermauern können. Nutzen Sie doch die Zeit und gehen Sie lieber raus in die Natur.

Auch ich treffe auf meinen ausgedehnten Touren eigentlich nur freundliche Mitmenschen. Oftmals fallen auch anerkennende Worte und es herrscht einfach eine höfliche Atmosphäre zwischen Menschen, die gerne in der Natur unterwegs sind.

Oberlehrer, die mit dem Gesetzbuch unter dem Arm unterwegs sind, werden höflich gegrüßt und dann können Sie ihren Vortrag über die Gesetzeslage gerne vor den Eichhörnchen halten.

Ich wünsche allen Menschen, die sich gerne in der Natur bewegen - auf dem Rad oder zu Fuß - einen schönen Sommer.

02.08.2012 11:05 von ratloser Radfahrer

"Obwohl wir im Nachbarort einen genehmigten Trail für Mountainbiker haben" ...Es wird wohl ein leichtes sein den genau zu benennen?

Dass es verboten ist auf Pfaden zu fahren ist mir wohl bekannt, allerdings wird auf diesem Wege ein komplette Sportart in die Illegalität gestellt ohne dass dies notwendig wäre.

Derzeit weilen zwei Baden-WürttembergerInnen in London mit guten Aussichten auf Medallienränge. Sollte alles gut laufen, dann werden sich Landes- und Lokalpolitiker kaum scheuen mit vor die Kameras zu drängeln. Offensichtlich wird ihnen dann nicht bewusst sein, dass diese Sportler entweder nicht hier im Land trainieren können oder aber wie viele Freizeitsportler auch die geltende Beschränkung ignorieren.

Die 2m-Regelung ist ein Willkürakt ohne Begründung der Notwendigkeit. Es kann weder eine erhöhte objektive Gefährdung von Wanderern oder Joggern nachgewiesen werden, noch ein erhöhter Beitrag zur Schädigung der Wege.

Es gäbe weit größere Gefahrenquellen im alltäglichen Leben die gesellschaftlich und politisch hingenommen oder gar billigend in Kauf genommen werden.

Darüber hinaus ist ein Gesetz, dem sowohl die "Rechtfertigung" fehlt als auch die Möglichkeit es durchzusetzen eine reine Paragrafenreiterei.

Denn: -wie definiert sich die Breite eines Weges? Gibt es Möglichkeiten diese objektiv zu messen? -wer setzt dieses Verbot durch? Wie soll eine Übertretung verfolgt werden? -wieso liegen die Busgelder soweit über dem Üblichen was man aus dem Strassenverkehr gewohnt ist.

Mir persönlich ist noch nie eine Situation gegenwärtig, bei der andere Waldbesucher gefährdet worden sind. Kann jemand Zahlen nennen? Oder handelt es sich um eine rein subjektive Bedrohungslage basierend aus hören und meinen?

02.08.2012 10:46 von Radlader

Fantastischer Artikel, der die Realität trifft: Rücksichtslos, verkehrsgefährdend, die Natur schädigend, sich nicht um Gesetze kümmernd, Unfall Flucht begehend, Schilder abreißend und dann noch natürlich das Recht gepachtet - die jenigen Radfahrer, die sich so wie ich nicht in dieser Kategorie wieder finden möchten, haben schon ein Problem damit, dass permanent Radfahrer Unfallflucht begehen, Fußgänger gefährden (nicht nur im Wald), Ampeln und Einbahnstraßen ignorieren etc. Gerade erst war auch in der EZ wieder so ein Fall dabei, ich finde das peinlich für uns! Und das ist übrigens keine Ordnungswidrigkeit sondern eine Straftat. Unglaublich ehrlich gesagt.

Von mir aus können wir gerne eine Steuer und (sehr wichtig) wie bei jedem anderen Verkehrsteilnehmer auch - einschließlich Pferden übrigens - eine Kennzeichnungspflicht einführen. Die Steuer übrigens, damit Geld für die Beseitigung der Schäden da ist, die im Wald angerichtet werden, und für deren Beseitigung im Moment die Allgemeinheit zählen muss.

Die Kennzeichnung trennt die rücksichtsvollen Sportler von den Rowdies und wir werden nicht alle in einen Topf geworfen, und wir kommen dem Verursacherprinzip etwas näher.

@Jonathan Beck, mit Menschen Ihres Schlages, die andere, die denken Rechte könnte man gelegentlich auch einhalten, diffamieren und als Gruppierung verunglimpfen, möchte ich nicht in einem Atemzug genannt werden!

02.08.2012 09:41 von hippi

Das freut mich, endlich mal so einen Bericht zu lesen. Ich selbst musste schon öftere male den Bikern ausweichen, die, wenn sie vorbei rasen, nicht mal einen Blick nach hinten wagen, geschweige denn anhalten und sich entschuldigen oder wenigestens erkundigen, ob alles in Ordnung ist.

Wie ich aus dem Gesetzestext lesen kann, die die werten Herren hier rein gemacht haben, steht da nicht drin, das es erlaubt ist auf Pfäden zu fahren. Es wird beschrieben, dass das fahren auf Wegen unter 2 m breite und auf Sport- und Lehrpfaden nicht gestattet ist. Doch leider halten sich da einige nicht daran. Obwohl wir im Nachbarort einen genehmigten Trail für Mountainbiker haben, fahren sie trotzdem auf den schmalen Pfad.

Aber es muss halt doch immer erst was passieren, bis die einsicht kommt.

02.08.2012 08:54 von Jonathan Beck

@Lausbub: Richtig, ihre Intoleranz hat meinen Nerv getroffen. Wir sind hier aber nicht beim "wer trifft die empfindliche Stelle des anderen"-Spielen. Persönliche Belange haben in einer Diskussion nichts verloren. Werden aber gerne aufgeführt, wenn einem die Argumente ausgehen.

Denn weder dass Sie keinen Sport im Wald treiben noch dass die Wege die befahren werden dürfen "befestigt" sein müssen hat hier besondere Aussagekraft geschweige denn mit der aktuellen Diskussion etwas zu tun. Von der fehlenden Definition des "befestigten Weges" mal ganz zu schweigen.

Es ist jedoch für Menschen ihrer "Gruppierung" üblich auf das Gesetz zu verweisen und dieses völlig verstandlos als Lebensgrundlage zu akzeptieren. Vielleicht erweitern Sie aber einfach mal ihren Horizont und denken darüber nach wieso ein Gesetz wie die 2-m-Regelung so massiv missachtet wird. Ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr Zeitgemäß ist? Dass sich die Interessen der Allgemeinheit verändert haben und hier eine Gruppierung entstanden ist, die ebenso ihre Recht haben sollte das Allgemeingut Wald zu "nutzen"?

Wäre es nicht vielleicht sinnvoller Verbote lokal auszugeben um einzelne Wirklich-Schützenswerte Naturteile auch effektiv schützen zu können? Ist es nicht vielmehr der gemeinsame Umgang miteinander der ein Zusammenleben ermöglichen kann? Und ist es nicht vielmehr genau das, auf was man hinweisen sollte und nicht das sture deuten auf Verbote?

Denn genau dann können sich Wanderer und Mountainbiker einig werden. Denn wenn beide ein wenig aufgeschlossen sind, können beide zum Konsens kommen dass Radfahrer angepasst fahren müssen um niemandem zu gefährden. Dass Radfahrer möglichst wegeschonend fahren um die Belastung des Weges auf einem Minimum zu halten. Aber auch dass es absolut keine Berechtigung dafür gibt, dem Radfahrer des Befahren jeglicher Wege unter 2m Wegebreite zu verbieten.

Vielleicht versuchen Sie es mal damit anstatt mit einem sturen "Es ist verboten..." !

01.08.2012 21:55 von SoT

Das ist ja der Klassiker schlecht hin.

Was da auf den Seiten des Forstes steht ist Wunschdenken.

Der Gesetzestext von § 37 Abs. 3 LWaldG

"Das Fahren mit Krankenfahrstühlen (auch mit Motorantrieb), das Radfahren und das Reiten im Wald sind nur auf Straßen und hierfür geeigneten Wegen gestattet. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 m Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 m Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen. § 52 Abs. 2 Satz 2 des Naturschutzgesetzes bleibt unberührt."

Wo steht da etwas von befestigt? Naja, der Forst legt halt gerne die Gesetze so aus, wie er es gerne hätte - hat aber mit Recht nichts zu tun.

01.08.2012 20:08 von Korrekteur

Wer in § 37,3 den Begriff befestigte Wege findet, bitte vortreten!

01.08.2012 19:58 von Vertrider

Liebe EZ,

sehr traurig, einen so einseitigen Bericht zu lesen. Ich weiss nicht, wie werden Wege "kaum noch begehbar, weil sie durch die Radfahrer so rutschig und steil geworden sind." ???? Hallo?? EIN Traktor im Wald und es sieht aus wie es nicht 1000 Biker zerstören können. Rück

Richtig ist, das Biker und Wanderer aufeinander Rücksicht nehmen müssen - aber das hat was mit Benehmen zu tun und gesellschaftlichem Verhalten. Rücksichtsloses Verhalten sieht man überall - einfach mal morgens auf die A8 in den Berufsverkehr begeben. Die Region Stuttgart sollte sich wirklich mal Gedanken machen, mit welchen Möglichkeiten sie die Menschen eine schöne Freizeitgestaltung ermöglichen will.....

01.08.2012 19:21 von Philipp

Sehr geehrte Diskussionspartner,

wir - eine größere Gruppe, die sich von diesem Bericht angesprochen fühlt - haben gestern Frau Doris Brändle (Redakteurin des Artikels) eine Email geschrieben, mit der Bitte zu dem Artikel Stellung beziehen zu dürfen.

Wir hoffen, dass uns seitens der Esslinger Zeitung diese Chance gewährt wird und wir uns und unsere Interessen den Tatsachen entsprechend darstellen bzw. vertreten dürfen.

Unsere Gruppe hat völliges Verständnis für die in dem Artikel angesprochene Problematik!

Dennoch möchten wir einige Punkte des Artikels richtig stellen und zugleich für eine Lösung zur Beseitigung der Probleme werben bzw. erste Ansätze liefern.

Es ist für Außenstehende mit Sicherheit äußerst schwierig innerhalb der Gruppe der Mountainbiker zu differenzieren, doch in der Realität gibt es da massive Unterschiede und es wäre mehr als ungerechtfertigt, aufgrund einiger schwarzer Schafe alle Mountainbiker als Rüpel abzustempeln.

Für einen weiteren Dialog ist es deshalb zwingend notwendig, dass sich die gegenüberstehenden Parteien klar positionieren und nicht im Voraus, aufgrund einer zu pauschalen Denkweise, jegliche Diskussionsgrundlage vernichten.

Wie oben schon erwähnt hoffen wir diese Chance zu bekommen.

Bis dahin wünsche ich allen Personen die den Esslinger Stadtwald nutzen - ob zu Fuß oder auf zwei Rädern - alles Gute!

01.08.2012 16:24 von weiß es aber besser

§37, 3 steht alledings: "(3) Das Fahren mit Krankenfahrstühlen (auch mit Motorantrieb), das Radfahren und das Reiten im Wald sind nur auf Straßen und hierfür geeigneten Wegen gestattet. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 Meter Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 Meter Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen. § 52 Abs. 2 Satz 2 des Naturschutzgesetzes bleibt unberührt."

Ich mag mich irren, aber von befestigt steht da nichts...

Und weil wir schon dabei sind Haare zu spalten, kann mit jemand eine einschlägig belegbare Technik die Breite eines Waldweges zu messen nennen?

01.08.2012 14:33 von Lausbub

@von will es genau wissen:

Auszug aus dem Landeswaldgesetz: www.forstbw.de/landesbetrieb-forstbw/erlebenlernen/erholung/sport-im-wald/radfahren/

"So sagt es das Gesetz:

Das Landeswaldgesetz Baden-Württemberg bestimmt zum Radfahren im Wald: Radfahren ist nur auf befestigten Wegen und Straßen erlaubt (Mindestbreite 2 m). Auf unbefestigten Trassen im Wald, Fußwegen, Sport- und Lehrpfaden sowie abseits der befestigten Wege ist Radfahren verboten und wird mit Bußgeld bedroht. Das Radfahren auf befestigten Wegen muss so erfolgen, dass Sicherheit und Erholung anderer Waldbesucher nicht beeinträchtigt werden. Beim Begegnungsverkehr hat der Fußgänger Vorrang."

Zum Radfahren und Mountainbiking im Wald hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ein Merkblatt herausgegeben."

01.08.2012 13:58 von will es genau wissen

...auch hier bitte Quellenangabe wo im Landeswaldgesetz etwas von befestigten Wegen steht!

01.08.2012 12:43 von Lausbub

@Jonathan Beck: Da habe ich wohl bei Ihnen eine empfindliche Stelle, sprich in's Schwarze getroffen :-)

Im Gegensatz zu Ihnen betreibe ich im Wald keinen Sport, aber da Sie ja selbst nun noch einmal das Landeswaldgesetz (allgemeines Betretungsrecht) zitieren, welches Sie dann sehr wohl kennen und für sich in Anspruch nehmen, können wir ja wieder von vorne anfangen: Es gilt für Radfahrer die 2-Meter-Regelung. Was bis jetzt unter den Tisch gefallen ist, ist noch der Zusatz, das der Weg zudem noch befestigt sein muss, ups. Falls wir das Gesetz aber einfach blöd finden wollen, dann sollte, wie gesagt, gleiches Recht für alle gelten. Auch Reiter dürfen dann jeden Weg benutzen und müssen sich nicht mehr an Reitwege halten. Oder hört hier die Toleranz auf?

01.08.2012 12:07 von friedlicher Radler

Interessanter Artikel, ein schönes Beispiel für ausgewogenen und gut recherchierten Journalismus.

Darum kann es nicht schwer sein, Zahlen und Belege auf den Tisch zu legen. Anzahl und Schwere der Unfälle, Folgeschäden der Betroffenen und volkswirtschaftlicher Schaden derselben usw...

Auch einschlägige Untersuchungen, inwiefern Natursportarten wie Mountainbike Untergrund und Flora des Waldes schädigen und Auswirkungen auf das Verhalten von Wild, könnten sicherlich für den interessierten Leser leicht zugänglich gemacht werden können?

Aus eigener Erfahrung kann ich keinen der Gemeinplätze aus oben stehendem Artikel teilen. Weder hatte ich jemals (Fast-)zusammenstöße noch ist Wild in heeren Scharen vor mir geflüchtet oder mussten verschreckte Bürger aus dem Unterholz gezogen werden. Im Gegenteil, erfahrungsgemäß treffe ich gerade auf den für mich legalen Wegen die meisten Mitmenschen die ebenfalls ihre Erholung oder ihre sportliche Herausforderung im Wald suchen. Auf den sogenannte Singletrails, den illegalen Wegen dagegen herrscht Ruhe im wahrsten Sinne.

Mit sehr großem Interesse habe ich gelesen es soll sich in Kernen eine legalisierte Mountainbikestrecke befinden, auch hier kann die Autorin Fr. Brändle sicherlich mit weitergehenden Informationen weiterhelfen.

Eine Bikepark wie in Berkheim ist eine tolle Errungenschaft, richtet sich aber leider nur an einen kleinen Teil der Mountainbike-Gemeinde. Der typische Tourenfahrer wird wohl kaum dort zu finden sein. Genausowenig wie sich die Wanderer in die Städtische Anlagen verbannen lassen würden. Denn auch da sind mit großen Investitionen schöne Wege für Spaziergänger geschaffen worden.

Jedem seine Freiheiten, solange er die der anderen nicht gefährdet! Und solange sich die Mountainbiker an ihre selbst gegebenen Regeln wie Trail-Rules halten, sehe ich beim besten Willen nicht, wie das die Freiheiten der anderen Waldgäste gefährden könnte.

01.08.2012 11:28 von Naturbiker

als Hesse kenne ich diese Diskussionen nur zu gut. Sicher gibt es regionale "Hot-Spots", die zu Problemen mit anderen Waldbesuchern führen. Aber hier sollten doch einvernehmliche Lösungen auf lokaler und regionaler Ebene finden lassen. Das setzt allerdings Voraus, dass die zuständige Verwaltung sich "bewegt" und die MTB-Fahrer nicht weiter am langen Arm verhungeren lässt. Bei uns im Taunus ist z.B. kein politischer Wille zu einer gütlichen Einigung erkennbar. Da wird von Seiten der Forst- und Jagdlobby auf einer flächendeckenden Maximalfordrung gepocht (neues Waldgesetz, das Biken auf den meisten Wegen untersagt). Das ist nicht nur realitätsfern, sondern juristisch auch sehr fragwürdig. Was mich jedoch am meisten ärgert, ist die Kriminalisierung der Radsportler, die dann auch noch als "hirnlose Klimakiller" hingestellt werden. Es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass das Fahrrad das klimafreundichste Fortbewegungsmittel überhaupt ist. Früher haben die Kinder "Hüttchen" im Wald gebaut und keiner hat sich aufgeregt. Wenn heute irgendwo ein Trail entsteht, wird daraus der "Untergang des Abendlandes" gemacht. Wenn die ganzen selbsternannten Naturschützer sich mal bei den wichtigen Umweltthemen (Energiewende, Flughafenausbau usw.) so einsetzen würden, wie hier, wäre schon viel gewonnen.

01.08.2012 11:17 von Jonathan Beck

Lieber Lausbub - Gegenvorschlag:

Die "mir gehört der Wald und nur ich hab dort was zu suchen"-Gemeinde organisiert sich, gründet einen Verein (wie wärs mit "1. mgdWunihdwzsG Esslingen"), sucht sich ein passendes Grundstück, pachtet dieses, zäunt es ein, stellt einen Radfahrer- und Matschfreien Superultrapremiumwanderweg her, zieht Mitgliedsbeiträge ein und gut ist. Jeder Tennis-, Reit- oder Segelflugverein funktioniert genauso.

Reitvereine reiten ja auch nur auf ihrem Grundstück und sind sicherlich auch wahre Fans der zwei Meter Regelung (geschweige denn, dass sie sich dran halten). Und sämtliche Sportvereine werden ja auch nicht von der Öffentlichkeit unterstützt. Den WLSB gibt es eigentlich garnicht und dessen Zuschüsse sind auch ein Ammenmärchen.

Ich wünsche Ihnen dann viel Spaß dabei darauf zu warten dass sich zahlungswillige Mitglieder bei Ihnen melden um für etwas zu bezahlen, was Ihnen eigentlich kostenlos zusteht. Alternativ könnte man auch Wegezoll für die Betretung der Wanderwege verlangen. Schließlich werden die zum Teil auch aus öffentlichen Kassen finanziert und wieso sollte die Öffentlichkeit für Wanderer zahlen?

Trotzdem vielen Dank für ihren grandiosen Lösungsvorschlag. Da Sie anscheinend ein begeisterter Gesetzesleser sind, kann ich Ihnen nur ans Herz legen mal über den Tellerrand hinaus zu blicken und ein wenig weitläufiger das Landeswaldgesetz zu studieren.

Dann würden Sie nämlich auch feststellen, dass im Wald ein allgemeines Betretungsrecht verankert ist, welches jedem Bürger zusichert diesen als Naherholungsgebiet nutzen zu dürfen.

Ihr Kommentar ist bezeichnend für eine Gruppe, die sich als die einzig legitime im Wald befindliche Gruppe hält. Diese Intoleranz ist nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern fördert auch genau den angesprochenen Konflikt. Leben und Leben lassen sollte man sich in einer moderne Geselllschaft. Und das wird genau dann schwierig, wenn die eigene Freiheit dort aufhört wo die das anderen anfängt.

01.08.2012 08:31 von Lausbub

Okay, Lösungsvorschlag: Die MTB-Fangemeinde organisiert sich, gründet einen Verein, sucht sich ein passendes Grundstück, pachtet dieses, stellt einen "Trail" her, zieht Mitgliedsbeiträge ein und gut is ... Jeder Tennis-, Reit- oder Segelflugverein funktioniert genauso. Im Prinzip ist nicht einmal einzusehen, das die Öffentlichkeit, so wie in Stuttgart, dafür zahlen soll.

01.08.2012 06:40 von HvP

31.07.2012 10:54 von Joe

Liebe EZ,

abseits der meiner Meinung nach einseitigen Schilderung in diesem Bericht - Ist ihnen eigentlich bewusst, dass das 2. Bild in dem Text statt der Spur eines Mountainbike-Reifens einen Traktor-Reifen (Harvester?) zeigt?

Brille verlegt? :rolleyes: Das ist die Spur eines MTB Reifens, übrigens gibt es auch keine einspurigen Harvester bzw. Traktoren

01.08.2012 00:36 von Dennis

Immer wieder der gleiche Mist. Ohne Ahnung über ein Thema schreiben und dabei schön objektiv bleiben. *ironie off*

Frau Brändle, wenn sie das nächste mal Investigativen Journalismus betreiben dann befragen sie doch mal beide Seiten. Und an alle die immer so gerne motzen... Kritisieren kann jeder. Wie wäre es mal mit einem realistischen Lösungsvorschlag?

31.07.2012 18:59 von Frank Bröder

Mit verboten kommt man in dieser Situation nicht weiter. Seit über 20 Jahren wird im Wald beim Hainbach MTB gefahren. Seit 20 Jahren gibt es diese Diskussion. Ich Persönlich hatte in 20 Jahren so gut wie nie Ärger mit Wanderern. Die paar Argernisse mit Wanderern waren solche mit Leuten die meinten sich einem in den Weg zu Stellen und einen verbal unter zuhilfenahme von Kraftausdrücken auf das 2m Gesetz hinzuweisen. Aber gröstenteils lief es eher so ab, es wurde geklingelt und sich freundlich bedankt. Und seit 20 jahren werden Bäume über die Strecken gefällt um ein fahren zu unterbinden. Dadurch wird aber das Fahren nicht unterbunden sondern nur 20 m verlagert. Von daher kommt man mit Verboten nicht weiter. Es gehöhren einfach mehr legale Trails her. Aber anscheinend Funktioniert sowas nur in großen Tourismusregionen. Und die Ausrede mit der Haftung gilt nicht. Woanders funktioniert es auch. Siehe Heubach bei Aalen. Weil wenn es so streng ist mit der Haftung, dann bitte auch das Wandern im Wald verbieten, denn Schilder wie "Baumfällarbeiten, Lebensgefahr" werden ja gerne ignoriert.

31.07.2012 16:45 von Waldfreund

Guten Tag, ich wollte nur mal nebenbei erzählen, dass der esslinger Wald eigentlich garkein Wald ist. Es handelt sich um ein Freilager für Holz, welches einzig dem Profit der Holzernte dient. Wer sich mal auf dem Katzenkopf, nähe Deponie und Steinbruch umgesehen hat weiß was ich meine... Vom Schutz der Flora und Fauna kann hier gar keine Rede sein. Dort gibt Spuren von sogenannten "Rückegassen", diese sind etwa 5 meter breit und im Abstand von weniger als 50 Metern nebeneinander den Hang hoch. Die Spuren stammen von Traktoren und Harvestern, die völlig ohne Rücksicht jeden Festmeter an Holz niedermähen der ihnen vor die Kettensäge kommt. Selbst junge Bäume müssen daran glauben wenn es darum geht die tonnenschweren Maschinen durchs Unterholz zu bringen. Diese Spuren verschwinden in 10 Jahren nicht und hinterlassen endgültig zerstörte Lebensräume für Pflanzen und Tiere... die sportlich- ambitionierten Mountainbiker sollten ihre eigenen Wege bekommen, da es auch "Wanderer" gibt, die Schnüre zwischen Bäumen auf Oberkörperhöhe ziehen und mit Ästen und Steinen die bekannten Strecken blockieren. Ich bin mir absolut sicher das die Biker aus Esslingen an einer Legalisierung interessiert sind und diese auch umsetzen wollen.

31.07.2012 15:14 von Andre

Der Artikel legt den Finger genau in die offene Wunde.

Ich gehöre zu beiden Fraktionen, muß aber mit Erschrecken feststellen, wie manche Waldwanderwege durch MTB regelrecht (vor allem nach Regen) umgepflügt werden und besonders für (meine) Kinder und ältere Menschen kaum noch begehbar sind.

Beispiel: der Waldweg von der Katharinenquelle zu den Sieben Linden. Ständig muß man auf der Hut sein, nicht von einem Rad haarscharf geschnitten zu werden, weil der Weg so eng ist und die Biker (oft zu 2.-3. unterwegs) kaum abbremsen wollen; die schönsten (Fuß)Wege bestehen mittlerweile nur noch aus einer Art Ackerfurche.

Ist das Sinn und Zweck des MTB Sports?

Echte Sportler gehen sensibel mit der Umwelt um; dennoch braucht es in ES endlich echte MTB Strecken, die entsprechend ausgewiesen sein müssen, sonst wird sich nichts an der aktuellen Situation ändern.

31.07.2012 14:59 von Lausbub

Sorry, aber der Zeitungsbericht deckt sich mit dem, was auch wir im Wald auf den Wegen erleben. Klar gibt es auch rücksichtsvolle Radfahrer, ich frage mich bloß, wo die stecken? Die normale Situation ist doch die: Ständiges "Über die Schulter schauen", dann so schnell wie möglich in Hab-Acht-Stellung auf die Seite springen und hoffen das alles gut geht, sonst hat man als Fußgänger eventuell einfach Pech gehabt, v.a. wenn Hunde noch dabei sind, für die blitzschnell mitgedacht und -geregelt werden muss, damit sie keinen Schaden nehmen. Den beschriebenen Pfad Richtung Stettener Tal und dann Richtung Lobenrot benutzen wir schon länger nicht mehr, da nicht mehr fußgängersicher und beim letzten Mal, als wir es uns noch getraut haben, hatten wir prompt auch drei sehr zügige Radfahrer im Rücken und mehr Glück als Verstand, dass es zu keinem Unfall kam. Aufbauten gab es da übrigens sehr wohl noch. Pfade, die noch mehr abseits führen, wollen wir wegen den Wildtieren, den eigentlichen Bewohnern des Waldes, nicht benutzen. Im übrigen sind so gut wie alle Pfade, auf denen wir entlang kommen von Reifenspuren völlig kaputt gefahren (Beispiel Fortführung Lindhaldenweg am Bach, Wald unterhalb der Katharinenlinde oder Waldpfade am Sandbruch) und oft nur noch mit Gummistiefeln begehbar. Und ich kann sehr wohl Fahrradspuren von Trekkerspuren unterscheiden. Im übrigen ist es eigentlich auch nicht einzusehen, warum sich Reiter an ihre Reitwege halten müssen und bei Zuwiderhandlung bestraft werden, während Mountainbiker inzwischen trotz Verbot überall anzutreffen sind. Wenn schon, dann freie Bahn für alle, d.h. als Mountainbiker könnte man dann auch mal ein galoppierendes Pferd im Rücken haben. Und ja, ich bin ein Fan der 2-Meter-Regelung und halte sie aus gegebenem Anlass zeitgemäßger denn je.

31.07.2012 14:51 von Frank Alexander

oh! ist schon wieder sommerloch?

31.07.2012 11:47 von Jonathan Beck

Befürworten möchte ich jedoch trotzdem den Lösungsansatz des Försters. Die einzige Lösung hier eine für alle akzeptable Lösung zu finden ist die Kommunikation miteinander. Ansprechpartner hierfür werden Sie vermutlich dort finden, wo sie auch die weitreichenden Informationen und das Video gefunden haben. Bevorzugt im Internet. Ich bin mir sicher dass der Bau einer legalen Strecke die illegalen Bauten auf ein Minimum, wenn nicht sogar auf Null zurückgehen lässt.

Leider dauert diese Legalisierung oftmals Jahre, weswegen für die meisten Mountainbiker die Realisierung einer legalen Strecke völlig unattraktiv ist. Was die Probleme der Haftbarkeit angeht, kooperiert die DIMB bestimmt gerne mit Ihnen. Denn diese hat mittlerweile mit ihren eigenen Juristen verschiedenste praktikable Rechtsmodelle aufgebaut.

Wichtig ist jedoch, dass die legale Alternative auch wirklich eine ist. Und nicht nur ein Alibi-Projekt darstellt, welches ohne den Mountainbiker mit einzubeziehen erbaut wird. Ich hoffe, dass die Lösungsansätze auch wirklich verfolgt und zeitnah realisiert werden. Das wäre die schnellste Möglichkeit, um dieses "Problem" aus der Welt zu schaffen.

31.07.2012 11:31 von Jonathan Beck

Der Artikel trifft ein schon lang existierendes Problem. Die 2m-Regel die im Landeswaldgesetz definiert ist, ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Hierbei nimmt sich der Staat selbst die Chance, mit einzelnen Verboten gezielte Gebiete zu schützen, da das Mountainbiken prinzipiell sowieso überall verboten ist. Wieso sollte da ein Mountainbiker also auf einzelne Verbote eingehen, wenn es sowieso keine (ortsnahe) legale Alternative gibt? Wieso sollte ein Mountainbiker (rein juristisch gesehen) auf befestigen Pfaden bleiben, wenn dies genauso verboten ist wie das Fahren auf unbefestigten Pfaden?

In Hessen wird aktuell über ein Gesetz diskutiert, welches das Befahren von befestigten Wegen nur dann gestattet, wenn diese ganzjährig mit einem nicht geländefähigen Auto befahren werden können. Der Widerstand gegen dieses Gesetz ist enorm hoch. Die DIMB hat eine Initiative sowie eine Online Petition gegen diesen Gesetzesentwurf gestartet, welche größten Zuspruch erreichen.

Besonders interessant an der hessischen Diskussion ist, dass aufgezeigt wurde dass es sich bei vielen der oben aufgeführten Situationen oder Begründungen für ein Verbot nur noch um Einzelfälle oder nicht wahre Vorurteile handelt. So gibt es Studien die belegen, dass sich das Wild an den Mountainbiker genau so gewöhnt wie an Wanderer. Genau so ist die Belastung der Wege durch den Mountainbiker erstaunlicherweise geringer als durch Wanderer, sofern der Mountainbiker auf das übermäßige Blockieren des Hinterrads verzichtet. Sogar der NABU hat sich in Hessen den Mountainbikern angeschlossen, weil er es für wichtig empfindet dass der Mensch durch die Nutzung des Waldes auch ein Bewusstsein für den Wald entwickelt. Dies zeigt dass Umweltschutz und die Ausübung seines Hobbies im Wald keinesfalls nicht miteinander vereinbar sind.

31.07.2012 10:54 von Joe

Liebe EZ,

abseits der meiner Meinung nach einseitigen Schilderung in diesem Bericht - Ist ihnen eigentlich bewusst, dass das 2. Bild in dem Text statt der Spur eines Mountainbike-Reifens einen Traktor-Reifen (Harvester?) zeigt?

Ich sehe mich als friedlichen Mountain-Biker, der wirklich jede Wandergruppe respektiert und grüßt. Meiner Ansicht nach gilt das auch für viele andere Biker in Esslingen und Umgebung.

Zur Schuldfrage "Wer stört die Tiere, die Wanderer und den Wald" gibt es momentan eine umfassende Diskussion in mehreren Bundesländern und Städten - ich empfehle Frau Brändle eine Betrachtung / Recherche zu dem Thema aus mehreren Blickwinkeln, um Polemik oder einseitige Meinungsmache zu vermeiden.

Ich bin der irrsinnigen Meinung, das es auch weiterhin ein friedliches Miteinander im Wald geben kann, ohne restriktive Verbote und Lagerbildung.

Dazu sollten sich allerdings alle Waldnutzer gegenseitig respektieren und verantwortungsbewusst denken / handeln.

Und ich hoffe, das ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe.

31.07.2012 09:15 von Freerider

Die sogenannte Nordschleife hat mit dem Stettener Bachweg rein gar nichts zu tun und befindet sich an einer völlig anderen Stelle und ist auch auf keinem Wanderweg gebaut gerade um keinen Konflikt mit Wanderern zu bekommen. Auf dem Stettener Bachweg wird zwar illegal gefahren aber nichts gebaut! Die Stadt sollte sich ernsthaft Gedanken machen über legale Trails und sich dem Trend nicht verschließen. Wenn man im Wald mehr Mountainbiker als Wanderer antrifft sollte man ganz im Sinne der Demokratie auch für diese Strecken legalisieren. Aber da wird man sich wieder schön Bürokratisch 20Jahre lassen und solange auf den bösen Mountainbikern rumhacken die quasi keine andere Wahl haben als für sich selbst nach Strecken zu suchen


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