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Keine Augenklappen, dafür Stammtisch-Atmosphäre

Ahoi! – Joelle war beim Treffen der Piratenpartei in Esslingen.

Der Piraten-Stammtisch in Esslingen trifft sich regelmäßig. Foto: Hausmann
 

Der Piraten-Stammtisch in Esslingen trifft sich regelmäßig. Foto: Hausmann

 

Piraten – das sind Männer, die von der Sonne braun gebrannt sind, Augenklappen, goldene Ohrringe und lange Bärte tragen, mindestens einen Goldzahn im Mund haben und auf den Weltmeeren für Unruhe sorgen. Meist singen sie dabei noch anzügliche Lieder und trinken Rum. Genauso habe ich vor ein paar Wochen noch reagiert, als man mich fragte, was für mich Piraten sind. Gehört hatte ich natürlich schon von der Piratenpartei, doch jetzt hat sie es schon in das Berliner Abgeordnetenhaus geschafft. Zeit, sich einmal genauer damit zu befassen, was die Piratenpartei eigentlich ist und was ihre Ziele sind. Die Piratenpartei Deutschland wurde am 10. September 2006 nach Vorbild der schwedischen »Piratpartiet« in Berlin gegründet. Erstmals in der Deutschen Geschichte spielte sich hierbei die Vorbereitung der Parteigründung vorwiegend im Internet und somit automatisch unter den Augen der Öffentlichkeit ab. Diese Öffentlichkeit ist für die Piratenpartei sehr wichtig, denn ihr Hauptziel ist vor allem die Ablehnung der Überwachungsgesellschaft. Klingt eigentlich schon ziemlich gut: Politik, die den Menschen zugänglich ist, die Bürgerrechte verteidigt und sich für gesellschaftliche Teilhabe an der Politik einsetzt. Ich beschließe, mich noch genauer zu informieren.

Diskussion in gemütlicher Runde

Gespannt wie ein Flitzebogen mache ich mich Ende Januar auf dem Weg zum Piratentreffen im »Lux« in Esslingen. Trotz aller Aufklärung im Vorfeld bin ich allerdings doch etwas enttäuscht, als mich dort nur ein ganz normaler Stammtisch erwartet. Eine gemütliche Runde, bestehend aus zehn Personen, die bei Speis und Trank über aktuelle politische Themen diskutieren. Auffällig ist, dass es sich hier umeine bunt gemischte Gruppe handelt. Es kommen zwar alle aus Esslingen und Umgebung, doch Alter und Berufe variieren sehr stark. Was alle hier verbindet, ist vor allem der Glaube daran, dass man in der Politik mit Hilfe der Partei noch viel verbessern kann sowie das Interesse an der Piratenpartei. Bei allen Diskussionen und bei jedem Thema steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Es geht nicht nur darum, Wähler zu werben, sondern etwas zu bewirken. Es ist für mich auch kein Problem, mich in die Gruppe zu integrieren, obwohl ich deutlich jünger bin als die meisten Anwesenden. Ich werde freundlich auf- und auch ernst genommen, wenn ich etwas sage. Besonders bei einer Diskussion über die Bildungspolitik gibt es großes Interesse. Ansonsten werden noch parteiinterne Dinge besprochen, wie die Wahlkampfhilfe für Schleswig-Holstein und das Saarland. Es ist ein sehr interessanter Abend, an dem leider einige der »Stammpiraten« fehlen. Denn wie ich erfuhr, sitzen bei uns in Esslingen einige Piraten, die sogar zum Urgestein der Partei gehören und seit der Gründung mit dabei sind. Nach meinem Besuch beim Piratentreff muss ich zugeben, dass ich die Piratenpartei nun nicht mehr als »junge Spaßpartei« betrachte, sondern als ernst zu nehmende Partei, die Ziele hat und diese auch mit großem Eifer verfolgt. Sie sind vielleicht noch nicht besonders bekannt, aber in Berlin haben sie es immerhin bereits in das Abgeordnetenhaus geschafft und sind sehr aktiv. Vielleicht wird ihnen dies hier bei uns in Baden-Württemberg auch gelingen.

Autorin: Joelle Haas

 

Artikel vom 13.03.2012 © Eßlinger Zeitung

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