„Es ist wie nach Hause kommen“
ES-BERKHEIM: Internationales Fanclubturnier geht in die 32. Runde - Viele Teams spielen seit Jahrzehnten mit - DLRG-Team siegt
„So eine Konkurrenz wie im Stadion gibt es hier nicht“, erklärt der Vorsitzende des VfB-Fanclubs Rot-Weiße Schwaben (RWS) Berkheim, Joachim Schmid. Seit 32 Jahren richtet der Club das Turnier für die Fußballfanclubs aus. Die kommen extra aus München, Berlin oder der Schweiz, um in Berkheim zwei Tage lang ihr eigenes Fußballtalent zu beweisen. „80 Prozent der 28 Mannschaften gehören schon zum festen Stamm bei dem Turnier“, sagt Schmid. „Dieses Jahr haben wir aber auch sechs Mannschaften dabei, die zum ersten Mal in Berkheim spielen.“ Dennoch werde es immer schwieriger, genügend Teilnehmer zu finden. „Früher mussten wir auswählen, wer mitmacht. Heute sind wir froh, wenn wir genügend Teams zusammenbekommen“, ergänzt Schmid. Dabei sei das Turnier in Berkheim nicht nur eins der traditionsreichsten, sondern auch das einzige Turnier eines VfB-Fanclubs, das es noch gibt.
„Weil es einfach lustig ist“
Den Teilnehmern des Turniers geht es nicht in erster Linie darum, den Sieg gegen eine Fanmannschaft zu erringen, gegen die der eigen Fußballclub vielleicht keine Chance hätte. „Wir kommen fast seit Anfang an her, weil es einfach lustig und das schönste Fanclubturnier ist“, erklärt Stefan Dotzmann vom FC Bayern-Fanclub Offenstetten. „Wenn man schon lange herkommt, kennt man die Leute und schließt Kontakte. Dann ist es auch kein Problem, wenn man mal gegen einen VfB-Fanclub verliert“, meint Dotzmann und lacht. Premiere hatte der VfB-Fanclub Schwabensturm in Berkheim. „Wir sind wirklich positiv überrascht“, sagt Clemens Knödler. „Es ist toll, dass hier internationale Mannschaften mitspielen und auch sonst die Teilnehmer breit gefächert sind.“ In der Spielpause der Bundesliga sei das Team immer wieder auf Turnieren. „Wir wollen auf jeden Fall wieder nach Berkheim kommen“, versichert Knödler.
Für einige Fanclubs aus der Schweiz ist die Teilnahme bereits Tradition. „Ich habe nie mitgezählt, wie viele Spiele ich hier schon gemacht habe. Aber wir kommen seit dem zweiten oder dritten Turnier jedes Jahr“, erinnert sich Markus Imbach vom FC Zürich-Fanclub Letzi. „Die Organisation ist gut und wir kennen die Umgebung. Inzwischen ist das für uns, als ob wir nach Hause zurückkommen.“ Wegen der steigenden Qualität der Mannschaften werde das Turnier in Berkheim aber immer schwieriger. „Trotzdem kommen wir gerne her, weil Stuttgart auch von der Entfernung her geht“, ergänzt Imbach. „Wir können ja nur Turniere spielen, wenn die Liga Pause hat. Schließlich sind wir in erster Linie ein Fanclub und spielen nur in zweiter Linie selbst Fußball.“
Vom Schweizer Verein FC Aarau ist ebenfalls eine Fanmannschaft angereist. „Ich spiele gerne Fußball und hierher ist es nicht so weit“, erklärt Brigitte Nadler vom FC Aarau-Fan-Club. „Das hat bei mir schon mit 14 angefangen. Ich bin in Aarau geboren und arbeite da, also unterstütze ich den Verein mit Herzblut - auch wenn es mal nicht so gut läuft.“
Alle hoffen aber, dass es beim Berkheimer Turnier gut für sie läuft. „Wir wollen in die Endrunde kommen, weil wir dann erst am Sonntagnachmittag spielen“, betont Stefan Dotzmann. Für die Münchner gehört nämlich ein Besuch in Esslingen am Samstagabend auch zu dem Turnier. Ähnlich geht es den Schweizern. „Wir wollen in der Finalrunde spielen, damit wir am Samstag einen geselligen Abend haben können“, verrät Markus Imbach. Mitorganisator Joachim Schmid freut sich über das gute Verhältnis unter den Fanclubs. „Es entstehen viele private Kontakte. Manche Vereine kommen sogar dann nach Berkheim, wenn sie mal den Weihnachtsmarkt besuchen“, berichtet er und hofft, dass es dem eigenen Verein bei dem Turnier trotzdem besser ergeht als in der Bundesliga. So ganz hat es für die Organisatoren dann aber doch nicht gereicht: Das Finale entschied schließlich das DLRG-Team aus Berkheim mit einem 1:0 gegen den VfB-Fanclub 0711 aus Denkendorf für sich. Dritter wurde der Fanclub des FC Aarau aus der Schweiz.



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