Polizisten bauen eine solide Brücke nach Tschechien
ESSLINGEN: IPA-Verbindungsstelle besiegelt Partnerschaft mit Prag
Die International Police Association möchte erklärtermaßen „kulturelle Beziehungen, das Allgemeinwissen und den beruflichen Erfahrungsaustausch sowie gegenseitige Hilfeleistungen ihrer Mitglieder im sozialen Bereich fördern sowie im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum friedlichen Miteinander der Völker und damit zur Erhaltung des Weltfriedens beitragen“. Was in den Statuten fest verankert ist, wollen die Esslinger IPA-Mitglieder auf unterschiedlichste Weise mit Leben erfüllen. Ob im In- oder im Ausland, in den USA, Südafrika, Sri Lanka, Dänemark, Spanien oder anderswo auf der Welt - wo immer Polizisten aus dem Neckartal zu Gast sind, suchen sie den Kontakt mit ihren Kollegen vor Ort. So wurden vor Jahren auch die Beziehungen nach Prag geknüpft.
Aus losem Kontakt wird Freundschaft
Die Verbindungen zwischen den Polizeibeamten aus Esslingen und der tschechischen Hauptstadt sind untrennbar mit Helmut Wurster verbunden. Der Hauptkommissar war vor sieben Jahren mit drei Kollegen in die „goldene Stadt“ gereist und hatte auch im dortigen Polizeipräsidium angeklopft. Und weil Wurster nicht nur Tschechisch spricht, sondern auch ein bekennender Prag-Liebhaber und Fan des Eishockeyclubs HC Slavia Praha ist, riss der Kontakt nie mehr ab: Mehr als 60 Mal war Helmut Wurster seither dort zu Besuch, jedes Mal stand ein Treffen mit seinen IPA-Kollegen vor Ort auf dem Besuchsprogramm. Und was als loser Kontakt begann, wurde mit der Zeit zu einer engen Freundschaft.
Die ist mittlerweile auch ganz offiziell besiegelt, denn vor wenigen Wochen unterzeichneten Helmut Wurster, inzwischen Leiter der Esslinger IPA-Verbindungsstelle, und sein Prager Kollege Jan Vorel eine Freundschaftsurkunde, in der festgehalten ist, dass die Zusammenarbeit weiter vertieft und dauerhaft gepflegt werden soll. Und auch wenn die IPA eine bewusst unpolitische Organisation ist, hat dieser Akt auch eine sehr politische Dimension. „Auch nach all den Jahren ist das deutsch-tschechische Verhältnis ein ganz besonderes“, hat Helmut Wurster bei seinen zahlreichen Besuchen in Prag festgestellt. „Die beste Möglichkeit, mögliche Vorbehalte abzubauen, ist der persönliche Austausch. Menschen, die einander kennen, können mögliche Ressentiments viel besser ausräumen.“
Entsprechend groß war die Resonanz in den tschechischen Medien, als unlängst in Prag die gemeinsame Urkunde unterzeichnet und ein Freundschaftsbaum vor dem dortigen Polizeipräsidium gepflanzt wurde. „In unserem Nachbarland hat man sehr aufmerksam registriert, dass die Beziehung zur Esslinger Verbindungsstelle weit über das übliche Maß hinausreicht“, hat IPA-Sekretär Gerd Aigner beobachtet. „Deshalb ist die Anteilnahme auf tschechischer Seite für uns auch Verpflichtung, die Kontakte mit Leben zu erfüllen.“
Kleine Bausteine für Europa
Die Kontakte haben natürlich auch eine berufliche Dimension, die die Esslinger IPA-Schatzmeisterin Michaela Malaschitz betont: „Für beide Seiten ist es interessant zu sehen, wie die Kollegen auf der jeweils anderen Seite arbeiten. Das weitet den Horizont und hilft, die eigene Polizeiarbeit auch mal aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten. Hüben wie drüben können wir voneinander lernen.“ Helmut Wurster denkt indes über den Tellerrand der Polizeiarbeit hinaus: „Wir wollen regelmäßige Begegnungen in beiden Städten und uns wo immer möglich austauschen. So entstehen ganz individuelle Freundschaften. Und jede ist ein kleiner Baustein für Europa.“



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