Musikalisches Experiment
OSTFILDERN: Mitmachen ist möglich bei der Uraufführung beim Festival Zukunftsmusik
(kh) - Die Probenpläne füllen sich, das musikalische Experiment kann beginnen. Viele Menschen können sich am 1. Oktober im Zentrum an der Halle in Nellingen daran beteiligen, zur Eröffnung des Festivals Zukunftsmusik ein besonderes Kulturereignis auf die Beine zu stellen.
Allein für dieses Spektakel hat der italienische Komponist Paolo Perezzani das Werk „Au bord du sens“ komponiert, das an diesem Abend uraufgeführt wird. Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt Ostfildern in Zusammenarbeit mit der Kulturregion und Musik der Jahrhunderte. Das Deutschlandradio Kultur will zur Uraufführung einen Ü-Wagen schicken, um das Konzert live im Radio zu übertragen. Perezzani ertastet in seiner Komposition die Randbereiche der Sinne. Basale Laute, wie sie jeder Mensch mit ein wenig Übung produzieren kann, sind das Material, auf dem die Chorstimmen aufbauen, erläutern die Veranstalter. Geigen knarzen und Kontrabässe schrabbeln kaum hörbar auf ihrer tiefsten Saite und lassen die Luft vibrieren. Die natürlichsten und ursprünglichsten Klänge und Geräusche sollen sich nach und nach zu einem großen Bild zusammenfügen, wie das Chaos, das einen Stern gebiert. Perezzanis Komposition funktioniert ohne Dirigent. Um die Musiker zu koordinieren, hat er ein einfaches Modell ersonnen: Eine große Uhr gibt die Sekunden vor, in den Noten steht jeweils der Zeitpunkt zu dem ein Ereignis beginnen soll und wie lange es andauern soll: „Bei 0:06 mit der Seufzerfigur beginnen und bis 0:36 fortführen, ganz leise beginnen und allmählich lauter werden“ - nicht in Worten, sondern reduziert auf abstrakte Zeichen.Die Proben beginnen am 14. September in kleineren, frei wählbaren Blöcken, die Hauptproben finden am 29. und 30. September statt. Sängerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.



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