Gottesdienst unter Apfelbäumen
KöNGEN: Obsterzeuger feiern ihr 50-jähriges Bestehen am Sonntag mit einer Hocketse
Viel Freizeit verbringen die Köngener Obsterzeuger derzeit auf ihrer Anlage hinter den Köngener Lerchenhöfen. „Wir mähen Baumreihen aus und entfernen dürre Bäume“, sagt Erich Flaig, der Vorsitzende der Genossenschaft. Am Sonntag feiert der etwa 55 Mitglieder starke Verein sein 50-jähriges Bestehen in der Anlage Bühlhecke.
„Weil wir ein kleiner Verein sind, begehen wir das Jubiläum im Rahmen unseres Apfelfests“, sagt Vorstandsmitglied Johanna Fallscheer. Diese Hocketse auf den Lerchenhöfen hat in Köngen Tradition. Neben einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel, der um 10.30 Uhr beginnt, gibt es Führungen mit dem Experten Fritz Körner. Vereinsmitglied Helmut Melchinger lädt auf dem Lerchenhof, der bei der Anlage liegt, zur Hocketse ein. Dass die Köngener Kirchen den Gottesdienst unter freiem Himmel möglich machen, freut den Vorsitzenden Erich Flaig: „Das ist für uns ein besonderes Erntedankfest“.1960 wurde die Genossenschaft der Obsterzeuger in Köngen gegründet. „Die Mitglieder haben sich damals für eine gemeinsame Anlage entschieden, um das technische Gerät für die Pflege besser nutzen zu können“, erzählt der Köngener Fritz Körner. Der gelernte Obstbaumeister betreut die 55 Mitglieder, unterweist sie im richtigen Baumschnitt und hilft, wenn es Probleme mit den Bäumen gibt. Bei den Führungen wird der Experte den Besuchern erklären, wie man Schädlinge an Obstbäumen bekämpft, ohne damit der Umwelt und den Früchten zu schaden. Außerdem gibt er einen Überblick über die Apfelsorten. Derzeit läuft die Elstar-Ernte, in der nächsten Woche sind wohl die ersten Äpfel der Sorte Gala reif.Anfangs hatte das Grundstück der Genossenschaft in der Bühlhecke fast 10 Hektar, heute sind es nur noch 5,5 Hektar. Wegen des Ausbaus der Autobahn ist die Fläche reduziert worden. Flaig geht davon aus, dass im Zuge des Projekts Stuttgart 21 weitere Flächen wegfallen. Zunächst hatten die Köngener Dreiviertelstämme. Jetzt sind die Bäume kleiner geworden. Die „schlanken Spindeln“ werden bis zu 2,50 Meter groß. Obwohl einige Parzellen leer stehen, klagt der Vorsitzende nicht über Nachwuchssorgen. Seine erwachsenen Töchter helfen bei der Ernte mit. Dennoch würde sich die Genossenschaft über neue Mitglieder freuen.
Gras mähen nach der Arbeit
„Dass es Arbeit macht, ist unbestritten“, sagt Flaig. Nach Feierabend ist er oft auf der Anlage, um Gras zu mähen oder um die Bäume zu schneiden. Er genießt es, unter freiem Himmel zu arbeiten. 250 bis 300 Doppelzentner Äpfel ernten die Mitglieder jedes Jahr. „Das ist ganz verschieden, es gibt gute und schlechte Jahre“, weiß Körner.
Anfangs vermarktete die Genossenschaft ihre Früchte noch über die WLZ in Kirchheim. Da die Ernteerträge inzwischen deutlich weniger sind, produzieren die meisten heute für den privaten Gebrauch. Flaig: „Es ist schön, wenn man das ganze Jahr Äpfel hat.“



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