Parkplätze oder Betreutes Wohnen
FILDERSTADT: Die „Krone“ in der Bernhäuser Ortsmitte ist abgerissen - Kirchengemeinde sucht nach einem Investor
Neubau muss schmaler werden
70 000 Euro hat Filderstadt für den Abriss der Traditionsgaststätte und den Bau der sechs Parkplätze kalkuliert - wobei der Hauptteil der Kosten natürlich auf den Abriss fällt. Die Keller werden noch verfüllt, der Schutt sortiert und abgefahren und dann wird man sehen, ob die Fläche für Autos oder für ältere Menschen präpariert wird. „Wir haben bis jetzt nichts verloren“, sagt Lentz.
Klar ist: Ein Neubau kann nicht mehr die Maße der ehemaligen Gaststätte haben, sondern muss etwas schmaler werden: Die „Krone“ hatte nur 30 bis 50 Zentimeter Abstand zum Nachbargebäude, erklärt Klaus Heim, Leiter der städtischen Hochbauabteilung. Das ist künftig nicht mehr möglich. Ein Neubau müsste mindestens 2,50 Meter vom Nachbarn abrücken - diese Auflage hatte 2008 schon ein Hotelprojekt verhindert. Drei Vollgeschosse seien für einen Neubau möglich, eventuell auch noch ein zurückgesetztes viertes Geschoss, sagt Lentz. „Für einen Investor ist es städtebaulich und wirtschaftlich nur vertretbar, wenn er die zwei angrenzenden Grundstücke mitverwendet.“ Einen festen Zeitpunkt oder gar ein Ultimatum sei der Kirchengemeinde nicht gestellt worden. Aber ewig werde man bei dem zentralen Areal natürlich nicht nicht warten: „Bis Ende September halten wir auf jeden Fall still.“ Dann werde man sehen, wie sich die neue Idee entwickelt hat und ob es begründete Hoffnung auf das Wohnprojekt gibt. Die Stadt werde bei dem Projekt nicht selbst aktiv, werde aber offen sein und unterstützend wirken, wo es gewünscht wird.
„Wir sind schon unter Zeitdruck“, weiß Dekan Kiess. Ein Investor müsse prüfen, wie groß der Bedarf am Betreuten Wohnen sei und wie er das rentabel umsetzen kann. Die Kirchengemeinde wolle ja, dass die Wohnungen bezahlbar bleiben. Dafür sei eine gewisse Anzahl von Wohnungen unabdingbar, zudem wolle man auch einen Gemeinschaftsraum haben. „Das geht nicht mit fünf Einheiten.“ Dass manche Bernhausener lieber Parkplätze wollen, weiß der Dekan. „Wir haben fast schon amerikanische Verhältnisse, man möchte aus dem Auto raus und in die Geschäfte rein.“ Dabei gebe es zum Beispiel im Parkhaus an der S-Bahn-Haltestelle immer genügend Parkplätze, von wo aus man schon nach wenigen hundert Metern in der Fußgängerzone sei. Doch es gebe auch Interesse an den betreuten Wohnungen, sagt Kiess. „Einige Bernhäuser Gemeindeglieder sind interessiert.“



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