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„Amazone“ sortiert Kartoffeln schneller

BEUREN: Freilichtmuseum zeigt große Sortenvielfalt und historische Maschinen - „Skerry Blue“ hat eine blaue Schale

  Der Kartoffelroder steht im Museumsdorf zur Ernte bereit und ist außerdem Teil der historischen Geräteausstellung.Foto: e
 

Der Kartoffelroder steht im Museumsdorf zur Ernte bereit und ist außerdem Teil der historischen Geräteausstellung. Foto: e

 

(kh) - Wem zu Kartoffelsorten lediglich „mehlig“, „vorwiegend festkochend“ oder „festkochend“ einfällt, der sollte die Kartoffelausstellung im Freilichtmuseum des in Beuren besuchen. Eröffnet wird sie am Sonntag, 12. September. Gezeigt wird eine Fülle an Kartoffelsorten, wie sie sonst nur schwer zu finden ist. Das Spektrum reicht von der alten „Skerry Blue“ von 1846 bis zur Jüngsten, „Axona“, aus dem Jahr 2004.

Auf den Äckern im Museumsdorf wurden in dieser Saison auch historische Kartoffelsorten angebaut. Die Museumsleitung betrachtet dies als wichtigen Beitrag, alte Kulturpflanzen zu erhalten. Die angebauten Sorten sind auch in der Kartoffelausstellung zu sehen, dazu Kartoffelsorten aus aller Welt. Die älteste Sorte stammt aus der Zeit vor 1850, die irische Sorte „Skerry Blue“. Sie hat eine blaue Schale und gelbes Fleisch. Eine weitere historische Rarität ist die „Vitelotte“ aus Frankreich von 1850. Ausgestellt werden außerdem Gerätschaften und Objekte zur Kartoffelernte. Aus der Museumssammlung sind beispielsweise eine Kartoffelquetsche, eine handbetriebene Waschmaschine und ein Kartoffelroder der Marke „Lanz“ zu sehen. Die Sortiermaschine „Amazone“ verdeutlicht den Fortschritt in der Landtechnik. Ernährungsphysiologisch ist die Kartoffel ein sehr hochwertiges Lebensmittel: wenig Fett, wertvolles Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und viel Wasser. Das bedeutet, dass die Kartoffel eine hohe Nährstoffdichte aufweist und bei entsprechender Zubereitung kein Dickmacher ist. Die Kartoffel stammt aus den südamerikanischen Anden. Nach Europa kam sie erst vor 450 Jahren und wurde zunächst als Zierpflanze geschätzt. Erst seit etwa 200 Jahren ist die Kartoffel in Europa ein Grundnahrungsmittel. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte ihr Anbau derart an Bedeutung gewonnen, dass Missernten in großen Teilen Europas zu Hungersnöten geführt haben.

Verbrauch nimmt stark ab

Hinter Reis, Weizen und Mais steht die Kartoffel heute weltweit an vierter Stelle in der Liste der am meisten produzierten Grundnahrungsmittel. In Deutschland nahm die Anbaufläche in den vergangenen Jahren stark ab. Im Landkreis Esslingen werden auf etwa zwei Prozent der Ackerfläche Kartoffeln angebaut. Wie im ganzen Land ist auch hier in den vergangenen Jahrzehnten ein starker Rückgang zu verzeichnen. Der Verzehr an Kartoffeln ging ebenfalls stark zurück. Um 1900 lag der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 250 Kilogramm, um 1950 waren es noch etwa 150 Kilogramm und heute essen die Bundesbürger nur noch bei etwa 67 Kilo Kartoffeln im Jahr. 50 Prozent entfallen dabei auf Kartoffelerzeugnisse.

Die Vielfalt der im Freilichtmuseum angebauten Kartoffeln kann von 12. September bis zum 17. Oktober täglich, außer montags, von 9 bis 18 Uhr in der Scheuer des Hauses Walz besichtigt werden. Das Veranstaltungsprogramm gibt es an der Museumskasse oder im Internet. Weitere Informationen gibt es unter

Tel.

0 70 25/ 9 11 90-90 oder E-Mail: info@freilichtmuseum-beuren.de.www.freilichtmuseum-beuren.de

 

Artikel vom 08.09.2010 © Eßlinger Zeitung

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