KOMMENTAR
Weitblick
Baubehörden müssen damit leben, es nie allen recht machen zu können. Die einen schimpfen, dass Vorschriften zu bürokratisch ausgelegt werden. Andere regen sich auf, weil mit den Bauwünschen des Nachbarn angeblich viel zu großzügig umgegangen wird. In diesem Spannungsfeld steht auch das Technische Rathaus in Esslingen. Öffentliche Kritik gehört für dieses Dezernat zum Tagesgeschäft.Anders sieht es aus, wenn es um ein Spezialthema wie die Spielhallen geht. Auf diesem Feld verdient sich die Esslinger Verwaltung ebenso wie der Gemeinderat ein dickes Lob. Es gilt in diesem Fall ohne Wenn und Aber. Mit Weitblick und Beharrlichkeit wird das Thema seit Jahrzehnten behandelt. Wie richtig dieser Ansatz war und ist, zeigt der Blick auf andere deutsche Städte. Weil die Gefahren dort lange Zeit unterschätzt worden sind, haben sich die Spielhallen unkontrolliert ausgebreitet. Ganze Quartiere leiden unter dieser Entwicklung. Damit nicht genug. Die Verantwortlichen müssen sich vorwerfen lassen, mit ihren Versäumnissen die Spielsucht gefördert zu haben.Gut, dass solchen Gefahren in Esslingen frühzeitig begegnet worden ist. Erfolge, die mit der Sanierung in der Altstadt und anderen Quartieren erzielt worden sind, wären sonst von beschränkter Dauer. Das gilt auch für Gewerbegebiete wie die Neckarwiesen, die dringend positive Impulse brauchen. Die Eröffnung von Spielhallen wäre dort mit Sicherheit ebenso kontraproduktiv wie in der Altstadt. Es ist folglich nur zu begrüßen, dass das Rathaus seiner Linie treu geblieben ist und an der Ecke Zeppelin-/Röntgenstraße ein weiteres Mal auf den Bebauungsplan pocht, mit dessen Hilfe sich neue Vergnügungsstätten untersagen lassen.



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