Der lange Weg zur Stadtbahn
Vor 25 Jahren wurde die erste Linie in Betrieb genommen
Stuttgart (red) - Am 28. September jährt es sich zum 25. Mal, dass die erste Stadtbahnlinie in Stuttgart in Betrieb genommen wurde. Seit dieser Zeit ist nicht nur das gesamte meterspurige Straßenbahnnetz auf Stadtbahnbetrieb umgestellt worden, es wurden auch eine Reihe neuer Strecken gebaut. Eine Dauerausstellung in der Straßenbahnwelt Stuttgart würdigt das Jubiläum.
Die Wurzeln der heutigen Stadtbahn wie der heutigen Verkehrssituation Stuttgarts insgesamt, gehen auf Konzepte der späten 1950er Jahre zurück. Im Generalverkehrsplan, der 1961 vom Gemeinderat beschlossen wurde, setzte die Stadt Stuttgart darin enthaltene Vorschläge um - darunter auch jenen einer strikten Trennung von Kraftfahrzeug- und Straßenverkehr. Für die Straßenbahn bedeutete das Konzept einer U-Straßenbahn („U-Strab“) einen erheblichen Umbau ihrer Anlagen en. Ein erster Schritt war der 1962 begonnene Bau der unterirdischen Haltestelle Charlottenplatz, mit der ein kreuzungsfreier Betrieb mit der B 14 und der B 27 möglich wurde. Ein weiteres wichtiges Teilstück der U-Strab war der Tunnel im Verlauf der Tallängslinien, der in seinem Endzustand am Erwin-Schöttle-Platz (an der Schreiberstraße) in Stuttgart-Süd begann und am Stöckach endete. Allerdings gehörten zur U-Strab nicht nur unterirdische Strecken, zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit diente auch der Ausbau oberirdischer Anlagen wie zum Beispiel der Schlossplatz. Bis 1968/69 waren wesentliche Elemente des U-Strab-Konzepts umgesetzt und in Betrieb oder in Ausführung begriffen. Trotzdem wurden, mit Blick auf eine prognostizierte Bevölkerungsentwicklung von bis zu 800 000 Einwohnern neue Überlegungen zur Zukunft des innerstädtischen Schienenverkehrs angestellt: Nun sollte eine „richtige“ Untergrundbahn mit reinen Tunnelstrecken und den passenden Fahrzeugen. Durch das „Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden“, kurz GVFG, erschien der Bau einer U-Bahn auch wirtschaftlich als machbar. Doch schon Mitte der 1970er Jahre wurde klar, dass weder das Geld, noch die Einwohner strömten. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) zu einem radikalen Wechsel ihres Konzepts. Und so wurde 1976 die Idee der Stadtbahn geboren. Dieses System kombinierte die Vorteile der U-Strab mit jenen der U-Bahn, indem die Stadtbahn nicht ausschließlich auf eigene, unterirdische Strecken angewiesen war. Die Stadtbahn enthält gleichwohl wesentliche Elemente der U-Bahn: die Spurweite, die großen und schnellen Fahrzeuge und einen eigenen Bahnkörper teils oberirdisch, teils im Tunnel.
Nach neunjähriger Planung wurde 1985 mit der Linie 3 die erste Stadtbahnlinie zwischen Plieningen und Vaihingen in Betrieb genommen. Dabei kam der U3 auch die Rolle einer Teststrecke zu, denn mangels geeigneter Strecken waren bis dahin nur Versuchsfahrten auf der benachbarten Albtalbahn möglich. Nach der U3 wurden in rascher Folge weitere Straßenbahnlinien auf Stadtbahnbetrieb umgestellt und neue Strecken gebaut. Das Schienennetz der SSB ist mit bald 132 Kilometern wieder annähernd so lang wie auf seinem Höchststand 1934.



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